Schweinfurt
Fussball

Danhof macht den FC 05 Schweinfurt glücklich

Ein später Treffer bewahrt den Regionalligisten vor einem 0:0 gegen den FC Augsburg II. Welche Schwächen trotz des Sieges offensichtlich wurden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jaaa! Der Schweinfurter Tim Danhof (Zweiter von links) jubelt mit seinen Teamkollegen über sein 1:0 gegen den FC Augsburg II.  Foto: Frank Scheuring
Jaaa! Der Schweinfurter Tim Danhof (Zweiter von links) jubelt mit seinen Teamkollegen über sein 1:0 gegen den FC Augsburg II. Foto: Frank Scheuring

FC 05 Schweinfurt - FC Augsburg II 1:0 (0:0). Tor: 1:0 Tim Danhof (88.). Kaum hatte der Zwölf-Meter-Schuss von Tim Danhof zwei Minuten vor Schluss die Torlinie passiert, brachen im Willy-Sachs-Stadion alle Dämme. Alle stürmten auf Danhof zu, begruben ihn unter sich und feierten - für einen kurzen Moment - so, als hätten sie Meisterschaft und Aufstieg eingetütet. So groß war die Last, die den Nullfünfern an diesem Nachmittag von den Schultern fiel. So groß war die Freude, dieses Spiel gegen den FC Augsburg II noch mit 1:0 (0:0) gewonnen zu haben.

"Dieses Tor war unglaublich wichtig, für die ganze Mannschaft", jubilierte der Torschütze kurz nach Schlusspfiff, "aber eigentlich ist es egal, wer's macht. Hauptsache, wir machen eins rein." Was folgte, war ein breites Siegerlächeln. Eins, das symptomatisch dafür war, wie sehr dieser eine Schuss ins Glück dem Spiel eine Wendung verpasst hatte, die lange gar nicht in der Luft lag. 35 Minuten hatten sich die zweikampfstarken Augsburger und der FC 05 so sehr neutralisiert, dass ein 19-Meter-Freistoß von Pius Krätschmer, der in den Armen von Schlussmann Daniel Witetschek landete (35.) - und ein Versuch von Mohamad Awata (37.), den der FCA-Keeper stark parierte, die ersten Möglichkeiten waren, die irgendwas mit einer Torchance gemeinsam hatten.

Viele Ballverluste in Halbzeit eins

Gegen die bissigen Fuggerstädter, die immer wieder früh draufgingen, fand das Team von Trainer Timo Wenzel kein Rezept. Immer wieder landete der zweite oder dritte Ball beim Gegner. Weil es den Schwaben auch nicht besser erging, blieb es beim torlosen Remis. "Ich glaube schon, dass wir in der ersten Halbzeit viel investiert haben", erklärte Wenzel, der zunächst wieder die Anfangs-Elf auf den Rasen schickte. Doch erst, als Adam Jabiri nach knapp einer Stunde den bemühten Awata ersetzte, wurde es besser.

"Diese Einwechslung hat das Spiel letztendlich gedreht. In den letzten 25 Minuten haben wir für zu wenig Entlastung sorgen können, sind dann immer weiter hinten reingedrängt worden", sagte FCA-Coach Josef Steinberger, der dann ansehen musste, wie Kevin Fery den Ball von der Strafraumkante an die Latte schlenzte (66.) und Witetschek einen wuchtigen Krätschmer-Kopfball nach einer Danhof-Flanke mit einer Glanzparade zur Ecke lenkte (69.).

Doch das 1:0 wollte einfach nicht fallen. Wenzel reagierte, brachte - recht spät - mit Amar Suljic und Benedict Laverty zwei weitere Offensivkräfte. Die richtige Entscheidung: Laverty war es auch, der mit einem starken Solo die Gästeabwehr schwindelig spielte, ehe er Danhof bediente, der mit seinem Treffer alle Augsburger Hoffnungen platzen ließ.

"Eigentlich gehört der Treffer zu 90 Prozent ihm", schickte der 22-Jährige ein dickes Lob in Richtung seines Teamkollegen, das Wenzel hernach auf die ganze Mannschaft ausweitete. "Die Jungs haben Geduld gehabt, Fußball gespielt und gekämpft wie die Löwen. Das ist das, was ich erwarte. Ich freue mich unheimlich, weil wir einfach an uns glauben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt in unserer Philosophie." Und doch hätte das Spiel eine andere Wendung bekommen können, wäre der Schuss des eingewechselten Kilian Jakob nicht an die Latte, sondern ins Netz gegangen (65.).

Das täuschte dann auch darüber hinweg, dass bei den Nullfünfern offensiv über weite Strecken einfach die Ideen fehlten. An externe Verstärkungen, die dieses Problem lösen könnten, denkt Wenzel derweil nicht. Der Ex-Profi vertraut lieber seinem derzeitigen Kader. Kann er auch. Denn momentan ist meist einer da - einer wie Tim Danhof, der auf dem Weg in die Kabine sogar noch ein paar Autogramme geben musste. Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Köppel - Fery, Korb - Danhof, Krätschmer (84. Suljic), Maderer (76. Laverty) - Awata (58. Jabiri).

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren