Schweinfurt
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Niedrigwasser beeinträchtigt Binnenschifffahrt: Main dank Stauwerke weniger betroffen

Kein Regen bedeutet für Binnenschiffer teurere Transporte. Teils können sie gar nicht fahren. Gibt es nicht bald Niederschlag, könnte der Schiffverkehr auf manchen Flüssen zum Erliegen können, fürchtet die Branche. Gilt das auch für den Main?
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34 Schleusen: Dank dieser Stauwerke werden Bienenschiffer auf dem Main kaum von der Trockenheit beeinträchtigt.  Foto: Klaus Schmitt/Archiv
34 Schleusen: Dank dieser Stauwerke werden Bienenschiffer auf dem Main kaum von der Trockenheit beeinträchtigt. Foto: Klaus Schmitt/Archiv
Wegen der niedrigen Pegelstände können Transportschiffe auf vielen Flüssen in Deutschland nur noch eingeschränkt fahren. Wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt der Deutschen Presseagentur mitteilte, dürfen Schiffe beispielsweise auf dem Rhein höchstens mit halber Ladung verkehren. Ähnliches gilt für Oder und Elbe. Für den Main gibt es Entwarnung.

"Es ist höchst unwahrscheinlich, dass der Schiffsverkehr auf dem Main zum Erliegen kommt", sagt Helko Fröhner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt. Dass der Main anders als etwa Rhein und Donau kein freifließendes Gewässer ist, macht sich in diesen heißen Tagen verdient. 34 Stauwerke teilen den Fluss in einzelne Segmente auf, die den Wasserstand bei Bedarf regulieren können. "So können wir auf der gesamten schiffbaren Länge von 384 Kilometern einen Tiefgang von mindestens 2,50 Meter garantieren", so Fröhner.


Main: Durchschnittlich 8000 Schiffe im Jahr

Einschränkungen werden die Binnenschiffer dennoch hinnehmen müssen, wenn sich das Wetter nicht ändert. Verlassen sie den Main und fahren auf anderen Flüssen weiter, müssen sie sich den niedrigeren Pegelständen etwa von Rhein und Donau anpassen. Immerhin passieren den Fluss durchschnittlich 8000 Fahrzeuge im Jahr.

Wenn es in den nächsten Tagen nicht regne, könnte die Schifffahrt auch auf der Donau eingestellt werden, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Jens Schwanen. "Bereits jetzt haben Binnenschiffer in einzelnen Regionen erhöhte Personal- und Treibstoffkosten, weil sie mehr Schiffe in Fahrt bringen müssen."

Aber selbst wenn es nun ausreichend zu regnen beginnt. "Unsere Probleme sind dann noch lange nicht weg - denn uns fallen beispielsweise wegen der schlechten Ernte der Landwirtschaft Transportaufträge weg", sagt Schwanen. Er brachte staatliche Hilfe ins Spiel: "Erstattet die Regierung nur den Landwirten die Ausfälle wegen der Dürre oder darf auch die Binnenschifffahrt mit einer Erstattung wegen entfallender Aufträge im Erntetransport rechnen?"

Währenddessen scheint die ökologische Lage des Mains kritisch zu werden. Deshalb hat die Regierung von Unterfranken nun einen Alarm ausgesprochen, der von Kahl bis Erlabrunn gilt. Nach den Vorgaben des Alarmplans ist alles zu unterlassen, was zu zusätzlichen Belastungen im Main führen könnte, teilt die Bezirksregierung mit. Sollte sich die Wetterlage nicht wesentlich ändern, ist mit kritischen ökologischen Bedingungen zu rechnen, heißt es weiter.


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