Schweinfurt
Bauarbeiten

Neues Justizzentrum entsteht in Schweinfurt

Der Schweinfurter Bauausschuss gibt grünes Licht für das Projekt, das in drei Bauabschnitte unterteilt ist und bis Ende 2019 abgeschlossen sein soll.
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Altehrwürdig, aber auch in die Jahre gekommen: Das Amtsgericht und das Landgericht bekommen einen kompletten Neubau auf dem bestehenden Areal. Im Winter beginnen die Bauarbeiten.  Foto: Waltraud Fuchs-Mauder
Altehrwürdig, aber auch in die Jahre gekommen: Das Amtsgericht und das Landgericht bekommen einen kompletten Neubau auf dem bestehenden Areal. Im Winter beginnen die Bauarbeiten. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder
Der Bau des neuen Justizzentrums in Schweinfurts Mitte zwischen Luitpoldstraße, Rüfferstraße, Schillerplatz und Friedenstraße beginnt noch in diesem Jahr. 67 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss des Freistaates Bayern im Frühjahr bereit gestellt. Jetzt stellten die Architekten den Entwurf im Bauausschuss vor, der einstimmig zustimmte.

Die Schweinfurter Justiz ist auf verschiedene Gebäude verteilt - das bekannte Gerichtsgebäude an der Rüfferstraße, im alten Finanzamt am Schillerplatz und im Iduna-Hochhaus. Alle in einem modernen Justizzentrum zu bündeln, schafft Synergien. Nach dem Architektenwettbewerb entschied sich im Oktober 2016 eine Jury einstimmig für den Entwurf des Architekturbüros Knoche/ZILA aus Leipzig.

Architekt Christian Knoche stellte im Bauausschuss die Planung vor und informierte über die zeitlichen Abläufe. Es wird der bestehende Justizpalast aus dem Jahr 1905 saniert sowie ein vierstöckiger Neubau und ein einstöckiger Zwischenbau auf dem angrenzenden Areal des ehemaligen Finanzamts gebaut. Das "neue" Justizzentrum hat seinen Eingang nicht mehr in der Rüfferstraße, sondern am Schillerplatz. Der Sitzungssaalbereich ist das Herz des neuen vierstöckigen, funktionell gehaltenen Gerichtsgebäudes mit Flachdach, auch entstehen Büros für Richter, Staatsanwälte, eine Kantine und ein Bereich für die Vorführung von Gefangenen. Knoche spricht von einem "eigenständigen Gebäude mit Ausdruckskraft und städtebaulicher Wirkung". Dazu kommt eine zweistöckige Tiefgarage mit 124 Plätzen, die den Justizmitarbeitern vorbehalten ist.

Los geht es im Herbst mit der Entkernung des alten Finanzamtes, im Frühjahr 2019 beginnt der Bau der Tiefgarage. Die Umsetzung erfolgt bis Ende 2024 in drei Bauabschnitten: Nach dem Abriss des restlichen Finanzamtes und dem Neubau mit Tiefgarage auf dem Ex-Finanzamtsgelände folgt die Totalsanierung des Altbaus. Es wird im laufenden Betrieb saniert.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Neubaus ist für 2022 geplant, die Sanierung des Altbaus wird danach begonnen und wäre Ende 2024 fertig.

Für die rund 8200 Quadratmeter Nutzfläche für die 250 Justizmitarbeiter im neuen Justizzentrum sind Baukosten in Höhe von 65 Millionen Euro veranschlagt, davon etwas über die Hälfte für den Neubau.

Knoches Bauzeitenplan bringt Einschränkungen für die Schweinfurter mit sich. Die Luitpoldstraße ist ab Frühjahr 2019 für mehrere Jahre entlang der Justiz stadteinwärts nur einspurig befahrbar. Die Abbiegespur wird für die Baustellenbelieferung benötigt, andere Optionen gibt es nicht, da der Schillerplatz zum Beispiel nicht für Lkw-Lasten ausgelegt ist.

Die Bushaltestelle am Gericht soll ein Stück Richtung Bahnhof verlegt werden. Auf dem Schillerplatz ist wegen der Baustelleneinrichtung auch ein größerer Teil abgesperrt, der Platz aber problemlos begehbar.

In der grundsätzlichen Beurteilung des Vorhabens und seiner großen Bedeutung für Schweinfurt, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Einzig die Frage, ob der Entwurf des Neubaus nun gefällt oder nicht, wurde unterschiedlich bewertet. Christiane Michal-Zaisser (pro schweinfurt), als Anwältin seit 1994 regelmäßig beruflich vor Ort, befand den neuen Baukörper als "nicht so geglückt", zeigte sich aber sehr zufrieden, dass das Vorhaben endlich umgesetzt wird. Theresa Schefbeck (CSU) dagegen empfand gerade den Neubau als "großen Wurf für das Stadtbild."


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