Schweinfurt
Kriminalität

Kreis Schweinfurt: Teppichreinigung soll 3000 Euro kosten - Polizei ermittelt - Verhaltenstipps

Weil eine im Raum Schweinfurt registrierte Firma 3000 Euro für die Reinigung von zwei Teppichen und einen Sessel haben wollte, forschte der 81-jährige Kunde nach. Er fuhr zur angeblichen Reinigungsfirma, fand dort aber nur ein Autohaus. Die Polizei warnt vor unseriösen Firmen und gibt Tipps.
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Da eine in Sennfeld registrierte Firma für die Reinigung von Teppichen horrende Preise verlangt, ermittelt die Polizei nun wegen Wuchers. Symbolfoto: pixabay.com/drvce1
Da eine in Sennfeld registrierte Firma für die Reinigung von Teppichen horrende Preise verlangt, ermittelt die Polizei nun wegen Wuchers. Symbolfoto: pixabay.com/drvce1

Eine Polsterreinigungsfirma bietet seit geraumer Zeit die Reinigung von Polstermöbeln und Teppichen im Stadt- und Landkreis Schweinfurt an und verteilt entsprechende Broschüren. Da für die Dienstleistungen dem Anschein nach deutlich überhöhte Geldforderungen gestellt werden, ermittelt nun die Polizei Schweinfurt wegen des Verdachts des Betrugs und des Wuchers.


Drei Mann wollen für eine Stunde Arbeit 3000 Euro


Im konkreten Fall befand sich einer der besagten Flyer im Briefkasten eines 81-jährigen Schweinfurters. Um die Reinigung von zwei Teppichen und einem Sessel in Auftrag zu geben, trat er laut Meldung der Polizei Unterfranken telefonisch mit der Firma in Kontakt. Am Mittwoch, 18. Juli 2018, erschienen schließlich drei Mitarbeiter der Firma. Sie reinigten innerhalb von einer Stunde die Teppiche und den Sessel. Anschließend verlangten sie für ihre Dienstleistung 3000 Euro - der überraschte 81-Jährige konnte den Rechnungsbetrag noch auf 476 Euro reduzieren.

 


Da er im Nachgang auch mit dem Ergebnis der Reinigung nicht zufrieden war, wollte er über die Hotline reklamieren, scheiterte dort aber mit seinem Anliegen. Kurzentschlossen fuhr der Senior zu der auf dem Flyer angegebenen Adresse in Sennfeld. Doch statt einer Polsterreinigungsfirma befindet sich dort ein Autohaus, welches weder eine solche Dienstleistung anbietet noch entsprechende Flyer verteilt.

Den derzeitigen Ermittlungen der Polizei Schweinfurt nach wird die Anschrift des Autohauses wohl von unbekannten Tätern für ihre Machenschaften benutzt.

 

 


Verhaltenstipps bei möglicherweise unseriösen Firmen


Da es dem Anschein nach noch weitere Fälle gibt, möchte die unterfränkische Polizei einige Verhaltenstipps für den Umfang mit möglicherweise unseriösen Firmen geben:

 

 


  • Unseriöse Firmen täuschen oft vor, örtlich ansässig zu sein. Erfragen Sie beim Erstkontakt mit der Firma deshalb, von wo aus der Mitarbeiter anfährt und wie hoch die Anfahrtskosten in etwa sein werden.

  • Holen Sie, wenn möglich, einen Zeugen, wie Bekannte oder Nachbarn hinzu, während der Mitarbeiter bei Ihnen ist.

  • Vereinbaren Sie, wenn möglich, einen verbindlichen Festpreis oder erfragen sie im Vorfeld den zu erwartenden Kostenrahmen.

  • Unterschreiben Sie keine ungeprüften Auftragsformulare und verlangen Sie im Anschluss in jedem Fall eine Rechnung, auf der alle Positionen einzeln aufgelistet sind.

  • Rufen Sie die Polizei, wenn Sie genötigt oder unter Druck gesetzt werden oder die Rechnungshöhe einer Firma völlig außer Verhältnis steht.


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