Schweinfurt
Wirtschaft

Automobilzulieferer: 3000 Menschen auf Demo in Unterfranken

Mehr als 3000 Menschen haben am Mittwoch in Unterfranken für sichere Arbeitsplätze demonstriert.
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In Unterfranken haben Tausende Arbeiter der Automobil-Zuliefererbranche für sichere Jobs demonstriert. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa
In Unterfranken haben Tausende Arbeiter der Automobil-Zuliefererbranche für sichere Jobs demonstriert. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr als 3000 Mitarbeiter von Autozulieferern haben am Mittwoch (27. November 2019) in Schweinfurt für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Die Menschen waren einem Aufruf der Gewerkschaft IG Metall gefolgt, die eine Kundgebung unter dem Motto "Sicherheit in unsicheren Zeiten" organisiert hatte. Die Gewerkschaft sprach von 3500 Teilnehmern, die Polizei von etwa 3000.

IG Metall-Demo in Schweinfurt: 3000 Mitarbeiter protestieren

Schweinfurt ist ein Schwerpunkt der Autozuliefer-Industrie in der Region. Bei den vier Werken der Unternehmen SKF, Schaeffler, ZF und Bosch-Rexroth sind nach Angaben der IG Metall mehr als 22.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gros der Demonstrationsteilnehmer sei aus diesen Werken rekrutiert worden, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Schweinfurt, Peter Kippes.

 

Die Beschäftigten hätten die Sorge, dass die gegenwärtige Struktur- und Konjunkturkrise in der Autoindustrie genutzt werde, um Restrukturierungsprozesse in Gang zu setzen, sagte Kippes. "Die Zukunftsfrage kann nur mit und nicht gegen die Beschäftigten beantwortet werden", sagte er.

Schweinfurt: Kurzarbeit bei Bosch-Rexroth

Die Unternehmen hätten acht bis neun Jahre lang sehr gut verdient, dabei aber nicht ausreichend auf ihre internen Prozesse und auf Innovationen geblickt. "Nun greift man zu Mitteln der Vergangenheit", sagte er mit Blick auf andere Beispiele aus der Branche, die schon Personalabbaupläne bekanntgegeben hätten. Bei den Schweinfurter Werken gebe es Kurzarbeit bei Bosch-Rexroth und ein Programm zum freiwilligen Personalabbau bei Schaeffler, aber bisher keine signifikanten Einschnitte.

Autozulieferer-Krise spitzt sich weiter zu

Brose ist eines der Opfer der gegenwärtigen Krise der Automobilindustrie. Rund 2000 Stellen sollen bis Ende 2022 in Deutschland wegfallen. Mehrere Standorte in Franken könnten davon betroffen sein. Brose will sich nun in die Task Force einbringen, die Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Johann Kalb ins Leben gerufen haben.

 

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