Schweinfurt
Wasser

In Schweinfurt laufen 17 von 45 Brunnen

In den Jahren des knappen Geldes wurden in Schweinfurt nach 1993 viele städtische Brunnen und Wasserspiele abgestellt.
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Läuft das ganze Jahr: Der Treppenbrunnen am Jägersbrunnen.  Foto: Horst Breunig
Läuft das ganze Jahr: Der Treppenbrunnen am Jägersbrunnen. Foto: Horst Breunig
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Der Klimawandel macht es möglich. Die Brunnen und Wasserspiele in der Stadt laufen noch im Oktober, der Springbrunnen auf dem Schillerplatz, das Wasserband an der Stadtgalerie und der Treppenbrunnen am Jägersbrunnen auch im Winter. Gepflegt wird das spritzende, sprudelnde oder gemächlich dahinfließende Nass von den Stadtgärtnern.

17 Brunnen, 16 in der Kernstadt und der große blaue Brunnen vor dem AOK-Gebäude am Hauptbahnhof, stehen auf der Liste von Manuel Ortloff und Daniel Scheckenbach, die sich beim Servicebetrieb Bau und Stadtgrün um die Pflege der Brunnen an den Straßen, auf Plätzen und in den Parkanlagen kümmern.

Von dem Marktbrünnle vor dem Rathaus abgesehen, das Trinkwasser und bei besonderen Anlässen auch Wein spendet und von der Gesellschaft Harmonie gefördert wird, sind die intakten Brunnen heute mit einem Wasserkreislauf samt Umwälzanlagen ausgestattet, so dass nur Verdunstung und Abtrifft (darunter der Wasserverlust durch Wind) auszugleichen sind. Eingestellt wird der Wasserdruck auf "ein Minimum, aber die Optik muss passen", sagt Manuel Ortloff.

Ist die Wartung aufwendig wie etwa bei dem Wasserband zwischen Finanzamt und Stadtgalerie, dann ist eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken (Wasserversorgung) angesagt. Das Wasserband an der Schrammstraße besteht aus Becken unterschiedlicher Länge und Breite, in denen das Wasser 20 Zentimeter hoch steht und in einem geschlossenen System umgewälzt und aufbereitet wird. Unterwasserscheinwerfer beleuchten die mit Fontänen ausgestatteten Becken.

Die Techniker der Stadtwerke helfen auch beim Treppenbrunnen am Jägersbrunnen, bei der Wartung des "Rossbändigers" vor der Kunsthalle Ernst-Sachs-Bad und beim Springbrunnen auf dem Schillerplatz. Der Brunnen, der am meisten Pflege und Wartung braucht, ist ganz in die Obhut der Stadtwerke gegeben: die Wasserspiele am Eingang zu den Wehranlagen.

Der in den 1960er Jahren erbaute Springbrunnen ist saniert. Neben dem Einbau einer neuen Beckensohle aus wasserundurchlässigem Beton wurde auch die komplette Wasser- und Elektrotechnik erneuert. Die zum Zeitpunkt der Sanierung nur noch rudimentär vorhandenen Wasserspiele sind - soweit möglich - in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt.


Erneuerung Klingenbrunnen

Während die Stadtgärtner im Winter bei den Brunnen meist nur Laub entfernen und kehren, steigt der Arbeitsaufwand mit den Temperaturen. "Wenn es richtig heiß ist, besuchen wir unseren Dichterfürsten wöchentlich", so Daniel Scheckenbach. Zu entfernen sind dann die grünen Algen am Rückert-Denkmal (auf dem Marktplatz) - wie bei allen Brunnenreinigungen ohne Chemie - mit dem Hochdruckreiniger.

Jahr für Jahr wird von den Stadtgärtnern ein Brunnen generalsaniert. Nach dem Theaterbrunnen im vergangenen Jahr ist heuer der "Klingenbrunn" an der Reihe. Die Zuleitungen aus dem Quellbereich Teilberg/Klößberg sind verkalkt, müssen ausgetauscht werden. Der Klingenbrunn ist einer von vier Natur- oder Quellbrunnen, um die sich die Stadt kümmert.

Wenig Arbeit bereitet den Stadtgärtnern das "Hexenbrünnle" im Höllental, das das Biotop Am Bramberg speist. Ab und an ist das Schilf zu schneiden. Beim Ludwigsbrunnen an der Straße nach Mainberg steht das Auswechseln der verkalkten Zuleitungen an. Um den Lindenbrunnen im Stadtwald (Zeller Tal) kümmert sich das städtische Forstamt. Stillgelegt sind die meisten Brunnen an den Schulen. Wassersparende Techniken sind dort nicht eingebaut.

Außerhalb der Kernstadt fahren die Stadtgärtner regelmäßig zur Brunnenpflege nur den Bahnhofsplatz an. Der 1972 errichtete Großbrunnen war viele Jahre abgeschaltet, ehe die Stadtgärtner im Jahr 2008 die blau emaillierten Brunnenteile erneuerten. Der Lack war abgeplatzt, weil auf das Kunstwerk von Olaf Taeuberhahn mit den Steinen aus dem Brunnenbecken geworfen worden war. Die Steine sind entfernt und das Becken ist neu beschichtet.

Spätestens an Ostern werden hier und an den Brunnen in der Innenstadt die Umwälzpumpen eingeschaltet. Gerd Landgraf
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