"Kasernen im Wandel - eine Stadt gestaltet ihre Zukunft" lautete das Schwerpunktthema der beiden Bürgerversammlungen 2015. Ganz bewusst "haben wir dieses Thema gewählt", sagte Oberbürgermeister Sebastian Remelé unter Hinweis auf die aktuelle Flüchtlingslage.
Konversionsbeauftragter Hans Schnabel berichtete vom aktuellen Stand in den US-Arsenalen. Der Baustart in Askren Manor soll im Herbst 2016 nach den Plänen der im städtebaulichen Wettbewerb erfolgreichen Preisträger (BS+ Städtebau Frankfurt/El:ch Landschaftsarchitekten München) sein. Es gilt als gesichert, dass eine Unterbringung von weiteren 5000 Flüchtlingen in Askren Manor vom Tisch ist.
Auf den 28 Hektar wird ein neuer Stadtteil entstehen. Die Hälfte der Gebäude bleiben stehen. Im Endausbau sind 160 Einfamilienhäuser, 220 Eigentumswohnungen und 180 Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern geplant. Die Schadstoffuntersuchungen (Gebäude, Boden) sind abgeschlossen. Die Stadt wird das Areal noch heuer von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kaufen.
Noch in diesem Monat will der Stadtrat entscheiden, ob die Stadt auch Yorktown und Kesslerfield erwirbt und die 68 Doppelhaushälften in Yorktown erhalten bleiben. Das Interesse an den 90-Quadratmeter-Häuschen ist immens. 100 Bewerbungen liegen vor. Bei einem Ja im Stadtrat könnte ihr Verkauf ab Frühjahr 2016 erfolgen. An den High-School-Gebäuden im Kessler-Field hat eine Privatschule Miet-Interesse.
Ledward stand im Mittelpunkt. Der internationale Campus der FH Würzburg-Schweinfurt soll im Süd-Osten entstehen. Im Frühjahr 2017 soll der erste von zunächst zwei Bauabschnitten beginnen. Die Studentenzahlen würden kontinuierlich von heute 3000 auf rund 5000 steigen. Bis 2050, so die Vision von FH-Präsident Robert Grebner, könnten bis zu 6000 junge Menschen aus aller Welt in Schweinfurt studieren. Übrigens: Die ersten 120 Studenten in den internationalen Studiengängen stammen aus 50 Ländern.


Studentenwerk kauft ein Gebäude

Ein Gebäude wird vom Studentenwerk Würzburg noch heuer gekauft, 66 Doppel- und 30 Einzelappartements sind darin möglich. Weitere zwei Gebäude im Bereich des ehemaligen Headquarters stehen optional dafür zur Verfügung.
Über den städtebaulichen Wettbewerb für das gesamte Ledward-Gelände informierte Baureferent Ralf Brettin. Ziel ist ein Konzept für eine neue öffentliche Nutzung. Gefordert werden von den Planern und Architekten Vorschläge zur Öffnung der bislang abgeschotteten Kaserne, für einen Veranstaltungsbereich mit Stadthalle (im Bereich der heutigen Erstaufnahme) und neuen Volksfestplatz (dahinter Richtung Kynologen), einer Grünfläche in der Mitte und im Osten eben die Einrichtungen der Hochschule.
Endziel ist, das Kasernenareal mit dem umgebenden Gebiet zu verbinden, ihm eine "neue Identität" zu geben, wie es Brettin formulierte. Zudem erwartet man sich Aussagen zur städtebaulichen Verknüpfung des alten und neuen Hochschulgeländes unter Einbeziehung des US-Offizierscasinos Abrams Club sowie zu den Möglichkeiten für ergänzendes hochschulnahes Gewerbe.
Hinzu kommt die Darstellung einer öffentlichen Wege- und Grünstruktur, auch als Grundlage für die mögliche Bewerbung um eine Landesgartenschau. Brettin rechnet mit 30 Arbeiten. Ein Preisgericht würde im Frühjahr 2016 die Sieger küren. Unmittelbar im Anschluss führt der Freistaat seinen Realisierungswettbewerb für die Bauwerksplanung der Hochschule durch.
In Sachen Heeresstraße wird laut Konversionsbeauftragtem Schnabel jetzt doch über eine die Interessen der Stadt und Dittelbrunn befriedigende "Gesamtlösung nachgedacht". Derzeit seien die Schranken geöffnet, die Straße deshalb rege genutzt, was Sicherheitsreferent Jan von Lackum hinweisen ließ, dass das Befahren wegen des Trinkwasserschutzgebiets nach wie vor nicht erlaubt ist. Hannes Helferich