Münnerstadt
Störung der Totenruhe

Die Angehörigen wussten es nicht: Bestatter in Unterfranken soll Leichen zum Üben weggegeben haben

Der Vorwurf wiegt schwer: Ohne dass die Angehörigen etwas davon wussten, soll ein Schweinfurter Bestatter mehrere Leichen nach Münnerstadt gebracht haben. Dort sollen die Verstorbenen zum Üben im Ausbildungszentrum für Bestatter verwendet worden sein.
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Ohne das Wissen der Verwandten: Ein Bestatter aus Schweinfurt soll Verstorbene zu Übungszwecken ins Bundesausbildungszentrum für Bestatter  gebracht haben. Symbolfoto: pixabay.com/ Mysticartdesign
Ohne das Wissen der Verwandten: Ein Bestatter aus Schweinfurt soll Verstorbene zu Übungszwecken ins Bundesausbildungszentrum für Bestatter gebracht haben. Symbolfoto: pixabay.com/ Mysticartdesign

Ein Bestatter aus Schweinfurt soll Verstorbene zu Übungszwecken ins Bundesausbildungszentrum für Bestatter in Münnerstadt gebracht haben - und zwar ohne das Wissen der Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermittelt deshalb wegen Störung der Totenruhe gegen den Mann, wie die Leitende Oberstaatsanwaltin Ursula Haderlein am Donnerstag sagte. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) darüber berichtet. Eine entsprechende Anzeige sei zu Jahresbeginn erstattet worden, so Haderlein.


Details müssen noch geklärt werden


Verstorbene dürften nicht "gegen den oder ohne den Willen der Totensorgeberechtigten" weggebracht werden, sagte Haderlein weiter. Das gelte als Störung der Totenruhe. Als Totensorgeberechtigte gelten üblicherweise die Angehörigen. Nun müsse geklärt werden, was im Einzelnen passiert ist, was die Angehörigen wussten und welche Behandlung an den Leichen vorgenommen wurde.

 

 


Leichen, die im bayerischen Münnerstadt auf die Beerdigung vorbereiten werden, würden dort unter Idealbedingungen versorgt, so der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter, Stephan Neuser. Im Regelfall werde die hygienische Versorgung eines Verstorbenen dabei einmal von Dozenten praktisch vorgeführt und nicht mehrfach. Zu den konkreten Vorwürfen konnte sich der Verband nicht äußern.

 

 


Bundesweit derzeit 500 angehende Bestatter


Bundesweit gibt es den Angaben zufolge derzeit etwa 500 junge Menschen, die sich zur Bestattungsfachkraft ausbilden lassen. Sie alle machen dabei auch Station in Münnerstadt.

 

 

 

 

 

 



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