Sennfeld
Bombenfund

Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Sennfelder Badesee gefunden

In einem Sennfelder Badesee im Landkreis Schweinfurt sind zwei rund 15 Kilo schwere Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden.
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Die Bomben blubberten schon längere Zeit vor sich hin im See. Symbolbild, Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Die Bomben blubberten schon längere Zeit vor sich hin im See. Symbolbild, Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Über längere Zeit große Blubberblasen, dann weißen Rauch und schließlich Phosphorgeruch hat am Nachmittag des 9. Juni eine Zeugin am Sennfelder Badesee wahrgenommen. Mit etwas Verspätung ging diese Beobachtung auch bei der Gemeinde Sennfeld ein, außerdem ein Handyvideo von dem Vorkommnis. Bürgermeister Oliver Schulze verfügte umgehend die Sperrung des beliebten kleinen Badesees mit Liegeweise und Sandbereich für die Kleinsten - aus Sicherheitsgründen.


Zwei 15-Kilo-Brandbomben



Nun ist klar, dass die Vorsicht berechtigt war. Zwei rund 15 Kilogramm schwere Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Wochenende eine auf Kampfmittelbeseitigung, Boden- und Gewässersanierung spezialisierte Fachfirma aus Norddeutschland mit erheblichem Zeitaufwand im See geortet, gesichert und geborgen. Eine Nürnberger Firma für Kampfmittelbeseitigung transportierte sie zur Entsorgung ab. So teilt es Bürgermeister Oliver Schulze am Dienstagnachmittag mit. Eine potenzielle Gefahr ist jedenfalls nun vorüber - und der Badesee ab Mittwoch wieder geöffnet, so Schulze.

Ab Freitagmittag letzter Woche begann die Spezialfirma zunächst mit Sondierungsarbeiten. Am Samstag und Sonntag fanden Taucher dann zuerst eine Bombe just an der Stelle, an der die Zeugin vor gut zwei Wochen die Blubberblasen entdeckt hatte. Auch der beobachtete weiße Rauch an der Stelle, an der die Blasen gesichtet wurden, sei von der wohl aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Brandbombe ausgegangen, so Schulze.


Doch mehr als eine Nebelgranate



Die Experten suchten daraufhin den ganzen See ab und fanden in etwa 25 Meter Entfernung dann eine zweite Bombe. Die Brandbombe an der Blubber-Stelle, die den Rauch abgegeben haben muss, sei unter Wasser in einem Fass verschlossen und dann über das Boot ans Ufer geschafft worden, so der Bürgermeister. Die zweite Bombe sei ohne Fasshülle geborgen und abtransportiert worden. "Ich bin schon froh, dass wir diese Bomben jetzt gefunden haben", sagt Schulze erleichtert.


In der ersten Meldung der Gemeinde über die Badesee-Sperrung hatte es noch geheißen, "explosive Kampfmittel" als Verursacher von Rauch und Blasen hätten Fachleute als Ursache ausgeschlossen. So habe die Einschätzung des Tauchers gelautet, der am Dienstag letzter Woche im See gesucht hatte, sagt Schulze. Der Taucher sei allenfalls von einer Nebelgranate ausgegangen. Nachdem jetzt 15-Kilo-Brandbomben gefunden wurden, hat sich diese Annahme so nicht bestätigt.


Nessi ist nicht nach Sennfeld gezogen



Zwei Tage nach der gründlichen Untersuchung des Sennfelder Badesees steht nun auch fest, dass hinter der Blubberblasen-Beobachtung mehr steckte als überbordende Fantasie, Sensationssucht oder das Bestreben, ein Sommerloch zu füllen. Einige Leser spöttelten, das Ungeheuer von Loch Ness sei jetzt wohl nach Sennfeld umgezogen. Ein anderer schrieb unter den Online-Bericht dieser Redaktion, vielleicht habe ein Taucher seiner Verdauung freien Lauf gelassen.

Bürgermeister Oliver Schulze dankt dem von der Gemeinde gegründeten "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" (SAE), von dem immer eine Person am See als gemeindlicher Ansprechpartner zur Verfügung gestanden habe. Auch die Zusammenarbeit mit den Fachfirmen, Behörden, der Polizei, dem Rettungsdienst, der Sennfelder Wasserwacht und der Freiwilligen Feuerwehr sei hervorragend gewesen.


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