Die Einbrüche hatten hauptsächlich in Firmengebäude im Schweinfurter Hafen, im Stadtteil Hainig und den Randgemeinden zum Anfang des Monats begonnen und sich seitdem ständig fortgesetzt. An fast 30 verschiedenen Tatorten hatte sich ein bis dato Unbekannter auf seiner Suche nach Beute zu schaffen gemacht. Abgesehen hatte es der Einbrecher hauptsächlich auf Geld, wobei er nicht selten leer ausging. Nach den inzwischen vorliegenden Erkenntnissen dürfte der Dieb mehrere tausend Euro entwendet haben. Der angerichtete Sachschaden schlägt mit mindestens 30.000 Euro wesentlich höher zu Buche.

Bei den Ermittlungen arbeitete die Kriminalpolizei Schweinfurt von Anfang an sehr eng mit anderen Dienststellen aus der Region zusammen. Neben den ohnehin im Einsatz befindlichen Streifenbesatzungen machten sich in der Nacht auch Polizisten auf Fahrrädern auf die Suche nach dem Einbrecher.
Allerdings waren die intensiven Überwachungsmaßnahem anfangs nicht von Erfolg gekrönt. Auch die Einbindung der Öffentlichkeit brachte nicht die erhofften Zeugenhinweise, die die Ermittler bei der Aufklärung der Einbrüche weiter gebracht hätten.

Ein Schüler liefert den entscheidenden Hinweis


Schließlich war es in der Nacht zum Freitag ein Schüler, der mit dem entscheidenden Hinweis aufwartete und damit den Grundstock für die Festnahme des so lang gesuchten Täters legte. Der 15-Jährige hatte in Grafenrheinfeld bei seiner Großmutter übernachtet. Gegen 3.20 Uhr wurde er von sonderbaren Klopfgeräuschen am Wohnzimmerfenster geweckt. Ohne Licht zu machen, ging der Jugendliche in Richtung Fenster und konnte dabei erkennen, dass es sich offenbar um einen Einbrecher handelte, der sich am Haus zu schaffen machte. Als der Mann merkte, dass er entdeckt worden war, ergriff er sofort die Flucht.

Der Schüler setzte unverzüglich einen Notruf ab und lieferte den Einsatzkräften der Polizei auch gleich noch eine gute Beschreibung mit. Diese Informationen führten im Rahmen der sofort eingeleiteten Großfahndung schließlich dazu, dass eine Streifenbesatzung auf der Hauptstraße auf einen Fahrradfahrer aufmerksam wurde, der in Richtung Kernkraftwerk unterwegs war. Wie sich schon kurze Zeit später herausstellte, handelte es sich um den so lang gesuchten Einbrecher. Nachdem bei ihm auch noch Einbruchswerkzeug aufgefunden wurde, musste der 39-Jährige zur Dienststelle mitkommen. Dort verbrachte der Beschuldigte den Rest der Nacht in einer Arrestzelle. Wie sich herausstellte, war der Mann in derselben Nacht bereits in mehrere Objekte eingebrochen, hatte dort allerdings nichts erbeutet.

Am Freitagvormittag erleichterte der Tatverdächtige dann Stück für Stück sein Gewissen. Vor dem Sachbearbeiter der Kriminalpolizei gab der aus dem Landkreis Schweinfurt stammende Mann schließlich nahezu die ganze Einbruchsserie zu. In 27 Fällen legte der Einbrecher, der bei der Polizei aus der Drogenszene bereits bestens bekannt ist, schließlich ein Geständnis ab. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt hatte der 39-Jährige noch am Freitag einen Termin beim Ermittlungsrichter. Nach Erlass eines Unterbringungsbefehls wurde der Beschuldigte in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert. pol