Der 38-Jährige hatte sich in suizidaler Absicht auf die Bahngleise gelegt, was die junge Frau zu ihrem beherzten Einschreiten bewog.

Für diese gute Tat war sie in die Diensträume der Schweinfurter Polizei eingeladen worden, um in einer kleinen Gesprächsrunde nochmals mit dem damaligen Sachbearbeiter, Matthias Groß, sowie dem verantwortlichen Sachbereichsleiter für Ordnungs- und Schutzaufgaben, Johannes Wehner, über den ungewöhnlichen und lebensrettenden Nachmittag zu sprechen.

Am späten Nachmittag des 25. April war Rutz auf einem Radweg in der Nähe der Gutermann-Promenade unterwegs, als sie auf den jungen Mann aufmerksam wurde. So konnte sie beobachten, wie sich der Mann auf die Gleise legte. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch regulärer Bahnverkehr auf der durch Personen- und Güterverkehr rege frequentierten Strecke Schweinfurt - Bamberg. Die Zeugin erkannte die gefährliche Situation, handelte geistesgegenwärtig und verständigte die Polizei. Sofort danach zog sie den 38-Jährigen von den Gleisen.


Selbst in Gefahr gebracht



Hierbei begab sich Rutz selbst in Gefahr, denn schon unmittelbar nach ihrem tatkräftigen Einschreiten fuhr der nächste Zug an den Beiden vorbei. "Ich konnte den Luftzug der Bahn noch spüren" gab sie später der Polizei zu Protokoll. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass die Auszubildende durch ihr entschlossenes Handeln ein Menschenleben gerettet hat. Der augenscheinlich lebensmüde Mann, der ebenfalls aus Schweinfurt stammt, wurde wenig später durch die Polizei in Obhut genommen und einer medizinischen Betreuung zugeführt.

Das vorbildliche Verhalten ist nachahmenswert und hat Vorbildcharakter, lobten die Polizisten die 21-Jährige, die neben einer Urkunde noch ein kleines Präsent in Form eines Blumenstraußes erhielt. Gerade die Polizei sei in vielen Fällen auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Dass eine junge Frau gleich so entschlossen und tatkräftig zu Werke geht, erlebe man aber auch in Polizeikreisen nur sehr selten. Diese Form der Hilfsbereitschaft für seine Mitbürger habe nahezu Alleinstellungscharakter und sei glücklicherweise aber auch nicht jeden Tag gefordert. Im aktuellen Fall war quasi die richtige Frau zur passenden Zeit am richtigen Ort.

Das vermutlich lebensrettende Engagement an den Bahngleisen, das Frau Rutz unter Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit auf sich nahm, stelle eine besondere Form der Hilfsbereitschaft und eines Verantwortungsbewusstseins dar, die man heute nur noch sehr selten antrifft, resümierte der stellvertretende Polizeichef. Mit einem Rundgang durch die Polizeiinspektion und einem "weiter so!" verabschiedeten sich die Beamten von der Geehrten. pol