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Stadtlauringen
Sport

Gegen den Wind beim Elli-Cup

Das zweite Paddel-Turnier am Ellertshäuser See stellt die Teams vor besondere Herausforderungen. Sie kämpfen mit dem Wetter, der Technik und mit Muskelkater.
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Der Elli-Cup am Ellertshäuser See war wieder eine Riesengaudi, auch wenn die Teilnehmer mit dem Wind zu kämpfen hatten. Fotos: Anand Anders
Der Elli-Cup am Ellertshäuser See war wieder eine Riesengaudi, auch wenn die Teilnehmer mit dem Wind zu kämpfen hatten. Fotos: Anand Anders
Schon auf dem Parkplatz beim Restaurant Seeblick hört man die Stimme des Moderators. Das befürchtete Parkplatzchaos allerdings bleibt aus. Der Wind hat wohl die meisten abgeschreckt, sich den zweiten Elli-Cup anzusehen. Am Nordufer herrscht ein eklatanter Mangel an Publikum. Der Stimmung bei den Akteuren allerdings tut dies keinen Abbruch. "Das ist eine Premiere: das erste Mal ist eine Mannschaft ins Wasser gegangen", tönt es aus dem Lautsprecher.

"Das ist gar nicht wahr", protestiert ein Fahrradfahrer, und er erinnert sich ganz genau: "Die Ebertshäuser sind letztes Jahr gekentert, die waren als Frauen angezogen und ich seh's noch vor mir, wie die Perücke auf dem Wasser davongeschwommen ist." Auch wenn die beiden Moderatoren Rüdiger Wolf und Michael Jäger vielleicht in diesem Punkt nicht recht hatten, so führten sie doch lebendig durch den Tag. Dabei in aller Munde: der Wind, der den See aufpeitscht und die Bootsfahrer vor große Herausforderungen stellt. Und nicht nur die Allianzmanagerin Julia Hafenrichter gibt gegen 12 Uhr auf. Sie baut ihren Infostand ab. Der Pavillon droht davonzufliegen, die Prospekte tun das längst. Jetzt wird eingepackt.

Zwölf Mannschaften mit dabei

Zwölf Mannschaften zu je drei Personen aber trotzen dem Wetter und steigen dennoch in die Boote. Da sind die Flurer vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung, die Black Pe(a)rleths vom gleichnamigen Architekturbüro, die Pastis, eine Familienmannschaft und die Ruder-Luder. Die Ebertshäuser Feuerwehr ist gleich mit zwei Mannschaften am Start, mit den Brandstiftern und dem Brandlöschkommando.

Die Brandstifter kentern gleich beim ersten Lauf. "Der Wind ist ein Problem", erzählt Andreas Helbig. "Aber nur bergauf", also in Richtung Ebertshausen. Beim Platzwechsel ist es dann passiert, die Mannschaft ging baden. Auch das Brandlöschkommando kentert, allerdings erst im Ziel und so schaffen sie es dennoch, die Ersten zu sein, die ihre "Elli" an die Zielwand hängen.

Aufgeben gibt es nicht

Plötzlich wieder großes Gelächter am Ufer: Mann über Bord! Die Hüpf-Dolls haben beim Start einen Mann verloren. Aber sie geben nicht auf, fahren zurück und starten erneut. Die Schlossgeister von der Seniorenresidenz in Birnfeld und die Turbo-Schnecken vom Landratsamt in Schweinfurt treten mit reinen Frauenmannschaften an. Die Turbo-Schnecken sind probeweise schon vor dem eigentlichen Wettkampf zweimal über den See gefahren. Gudrun Vay erzählt. "Wir haben gedacht, das ist einfach - mal rechts, mal links und eine steuert, aber das ist viel schwerer, als es ausschaut." "Aber es macht Spaß", ergänzt Brigitte Kam.

Souverän gemeistert

Es sind die beiden Boote mit den Frauenmannschaften, die gleich zu Beginn der Fahrt zusammenstoßen, aber beide Mannschaften meistern das souverän und nehmen Fahrt auf. "Bei dem Wind tun sich alle schwer", erklärt Winfried Reß vom HSV Birnfeld. Der Sportverein hat die Organisation des Bootsrennens übernommen.

"Das gibt Muskelkater", prophezeit Lisa Schirmer von den Schlossgeistern. Obwohl die Altenpflegerin auch in der Seniorenresidenz eine körperlich anstrengende Tätigkeit ausübt, meint sie, da würden jetzt wieder ganz andere Muskeln gebraucht. "Es hat Spaß gemacht", so ihr Resümee, aber "mein neues Hobby wird das nicht", setzt sie nach. Am Schluss gewinnen Hurrican, Stadtlauringen, vor dem Team Flurer vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung und den Black Pe(a)rleths vom gleichnamigen Architekturbüro.

Taucher unterstützen vor Ort

Neben den Bootsstartplätzen machen sich die Taucher bereit. Benedict Kozlowksi steigt in einen historischen Tauchanzug. Neben ihm machen sich zwei Sicherheitstaucher fertig. Der Anzug wiegt gute 80 Kilo, erklärt Matthias Hermann, allein die Schuhe wiegen je 15 Kilo. "Da müssen wir mit runter; wenn jemand in so einem Anzug umkippt, kommt der kaum mehr alleine hoch." Dabei bleiben die Sicherheitstaucher auf Tuchfühlung, denn unten am See sieht man nur 30 Zentimeter weit.

Zu den wenigen Besuchern an diesem Tag gehört auch eine Familie aus Eltmann. Alle sitzen auf der Decke und sind begeistert. "Das ist ja wie am Meer hier, der Wind, und das riecht auch so", stellen sie fest. Wegen des Elli-Cups sind sie allerdings nicht da. "Wir wollten schon immer mal hierher an den Ellertshäuser See", erzählt die Mutter. Ursula Lux

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