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LKR Schweinfurt
Passionspiele

Ein Stahlträgergewölbe als Wetterschutz

Ein normales Bauprojekt ist was anderes. Das wurde spätestens bei der Bauplangenehmigung im Euerbacher Gemeinderat deutlich, die der Verein Fränkische Passionsspiele Sömmersdorf für seine neue Überdachung des Zuschauerraums am Freilichtgelände beantragte und auch einstimmig erhielt.
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Freier Blick: Die neue Überdachung des Zuschauerraums bietet einen freien Blick auf die erneuerte Freilichtbühne und den umgebenden Wald.  Foto: Animation Michael Theiss
Freier Blick: Die neue Überdachung des Zuschauerraums bietet einen freien Blick auf die erneuerte Freilichtbühne und den umgebenden Wald. Foto: Animation Michael Theiss
Das gewölbte, freitragende Dach ist eine Herausforderung für die Technik: Die Stahlkonstruktion, die sich über die Sitzplätze spannen wird, muss Wind und Wetter standhalten.
Mit Bildern und Computeranimation erläuterten Architekt Michael Theiss (Oberwerrn) und Statiker Alexander Joachim (Schweinfurt) dem Gemeinderat das Bauvorhaben. 41 Meter breit und 38 Meter lang wird sich das feste Dach über den Zuschauerbereich wölben, die höchste Höhe in der Mitte beträgt 11,30 Meter. Keine Stützen wie bei den bisherigen Trichter-Schirmen werden künftig den Blick des Zuschauers auf die neue und erhöhte Bühne hemmen. Eine Zeltmembran von 1650 Quadratmeter Fläche wird über die Stahlkonstruktion, eine Art Fachwerksystem, gespannt. Dazu wurde ein System entwickelt, bei dem immer gleiche Segmente zusammengesteckt werden, erläuterte der Statiker. Vier geneigte Bogen-Traversen werden sich quer über die Sitzreihen wölben, zwölf Längstraversen von der Robert-Seemann-Halle bis über die erste Sitzreihe hinaus werden darauf gelegt. Zusätzlich wird an einer begehbaren Technik-Traverse die neue Licht- und Tontechnik angebracht.

2,5 statt zwei Millionen

Zur Geräuschkulisse bei Regen auf der Dachmembran erklärte Vereinsvorsitzender Robert König, sie werde der jetzigen bei den Trichterschirmen ähneln. Die Membran bleibe ganzjährig liegen, habe eine Gewährleistung von 15 Jahren und könne gereinigt werden. Die ursprünglich mit gut zwei Millionen Euro angepeilten Kosten des Projekts hätten sich mittlerweile "leider Gottes gesteigert", erläuterte König.
Bei den nun knapp 2,5 Millionen Euro schlagen vor allem die erhöhten Brandschutzauflagen mit 280 000 Euro zu Buche; ursprünglich war man von 75 000 Euro ausgegangen. Wegen der Finanzierung gebe es viele Gespräche mit Behörden und Organisationen. Der Verein selbst könne maximal 500 000 Euro stemmen. Gebaut wird erst, wenn der Förderbescheid da ist, erklärte Bürgermeister Arthur Arnold. Ob das neue Dach bis zur Aufführung von "Don Camillo und das rothaarige Mädchen" im Sommer nächsten Jahres fertig wird, ist fraglich. Silvia Eidel

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