Schweinfurt
Gaudi

Deutschlands größtes Schlauchbootrennen steigt am Sonntag in Schweinfurt

Beim mutmaßlich größten Schlauchbootrennen Deutschlands treten am Sonntag rund 750 Paddler in Schweinfurt an. Der Erlös geht an Sozialprojekte.
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Am Sonntag auf dem Main in Schweinfurt: Da bleibt kein Auge trocken. Foto: Woytal
Am Sonntag auf dem Main in Schweinfurt: Da bleibt kein Auge trocken. Foto: Woytal
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Wer noch ein Ziel für einen Sonntagsausflug sucht: Wie wär's mit Schweinfurt? Beim mutmaßlich größten Schlauchbootrennen Deutschlands treten am Sonntag, 19. Juni, rund 750 Paddler, teils in ausgefallenen Kostümen, gegeneinander an. Angefeuert von Tausenden Zuschauern an der Gutermann-Promenade, haben die Mannschaften mit neun bis zwölf Paddlern 250 Meter mainabwärts und ebenfalls 250 Meter mainaufwärts zurückzulegen. Dass sich die Boote da schon mal gegenseitig ins Gehege kommen, erhöht die Spannung und den Unterhaltungswert - ebenso wie das große Rahmenprogramm mit Fischerstechen, Amphibien-Fahrzeug-Regatta, Livemusik und sogar einem Zapfkurs für Bierfreunde.

Neben dem Spaß steht traditionell der gute Zweck im Mittelpunkt: Der Rotary-Club (RC) Schweinfurt-Peterstirn verwendet den Reinerlös auch heuer wieder für soziale Projekte, verspricht Bernd Meidel von der Rennleitung.

Wie kommt es, dass in Schweinfurt solch ein Riesen-Event stattfindet?
Bernd Meidel: Den Grundstein dafür haben die US-Amerikaner gelegt - Schweinfurt war ja lange Zeit Garnisonsstadt. Schon in den 80er Jahren veranstalteten sie jedes Jahr ein Schlauchbootrennen auf dem Main, zu dem sie auch die Deutschen einluden. Das war jedes Mal ein großer Spaß! Ein bisschen wie Auto-Scooter auf dem Wasser, denn selbst die besten Paddler können noch zurückfallen, wenn sie zum Beispiel in eine Karambolage verwickelt werden.

Aber die Amerikaner sind ja schon vor vielen Jahren abgezogen.
Genau. Doch als ich Präsident des Rotary-Clubs Schweinfurt-Peterstirn war, bot sich die Gelegenheit, die Gaudi wieder aufleben zu lassen und zugleich etwas für das Gemeinwohl zu tun. Vor acht Jahren fand das erste "Rotarian Rowdy River Raft Race" statt.

Was ist das Besondere daran?
Es ist diese einzigartige Mischung aus Spaß und Wettkampf, Glück und Geschick, Zusammenhalt und Sportsgeist - all das macht die Sache amüsant! Anders als beim Drachenbootrennen sitzen keine Profis mit im Schlauchboot. Die Paddler denken sich selbst ihre Taktik, ihren Schlachtruf, ihr Outfit aus. So manche Firma nutzt das Schlauchbootrennen sogar als Team-bildende Maßnahme. Fakt ist: Irgendetwas passiert mit einem, sobald man zusammen in dieses Boot steigt. Viele Teams kommen Jahr für Jahr wieder, für sie hat das Event schon Kult-Status.

Wer macht heuer mit?
Viele der 60 Gruppen, die schon angemeldet sind, stammen aus der Umgebung, aber zum Beispiel auch aus Lichtenfels, Haßfurt und Nürnberg haben sich Paddler angemeldet und sogar aus dem Zillertal. Die einen nennen sich Wildwasser-Amazonen, die anderen Stadtbuspiraten oder Kannibalen im Bastrock - sie kleiden sich ihrem Namen entsprechend. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es ist jedes Jahr wieder faszinierend, was die Leute sich so einfallen lassen.

Weshalb lohnt es sich als Zuschauer noch, nach Schweinfurt zu kommen?
Es gibt ein tolles Programm an der Gutermann-Promenade. Mehrere seltene Oldtimer aus dem gesamten Bundesgebiet werden ihre Eignung als Amphibien-Fahrzeuge unter Beweis stellen und zu einer Amphicar-Regatta antreten - ein Bild für die Götter! Außerdem veranstaltet Schaeffler wieder die "Water-Challenge", an der sich Mannschaften zu je zwei Fischerstechern kostenfrei beteiligen können. Natürlich können die Gäste auch andere Wasservorführungen anschauen. Es gibt ein Kinderprogramm, Live-Musik, leckere Speisen und Getränke...

Was geschieht heuer mit dem Erlös?
Der fließt wieder in Sozialprojekte - entsprechende Organisationen können sich noch dafür bewerben. In den Vorjahren haben wir über 100 000 Euro verteilt, unter anderem an die Bahnhofsmission, das BRK, den Weißen Ring, das THW, Projekte für Behinderte und so weiter.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?
Auf die Gänsehaut, die ich immer wieder kriege, wenn ich auf die Gutermann-Promenade hinunterschaue und das bunte Treiben sehe, die aufgeregten Paddel-Teams und die entspannten Zuschauer. Das ist echt eine tolle Atmosphäre!

INFO: Der erste Vorlauf beginnt um 10 Uhr, der Eintritt für Zuschauer ist frei. Alle Details auf Raftrace.de

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