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Verkehr

Aufwind für die neue Bundesstraße 303

Die Verlegung der Bundesstraße ist wieder ein Thema. Damit könnten Rütschenhausen, Sömmersdorf und Euerbach vom Durchgangsverkehr befreit werden.
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Die Bundesstraße 303 soll verlegt.Grafik: Jutta Glöckner
Die Bundesstraße 303 soll verlegt.Grafik: Jutta Glöckner
Eine handfeste Überraschung für die Straßenverbindungen im Landkreis Schweinfurt hat der Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans parat. Die Verlegung der B 303 zwischen den Autobahnen 7 und 71 ist in den "vordringlichen Bedarf" aufgerückt. Das bedeutet: Bis 2030 könnten Rütschenhausen, Sömmersdorf und Euerbach vom Durchgangsverkehr befreit werden. Der vierspurige Ausbau der B 286 zwischen Schweinfurt und Schwebheim liegt dagegen zunächst auf Eis.


Alter Plan

Die Pläne für die Verlegung der B 303 liegen schon Jahrzehnte zurück. "Das war politisch ein kontroverses Thema", sagt Euerbachs Bürgermeister Arthur Arnold. Zumindest gingen die Überlegungen damals so weit, dass der Bund Grundstücke im möglichen Trassenkorridor gekauft hat, der nördlich von Rütschenhausen, Sömmersdorf und Euerbach liegt. Eine Linienführung findet sich auch im aktuellen Flächennutzungsplan von Euerbach. Im Laufe der Zeit ist das Projekt aber weitgehend aus dem Fokus gerutscht, zumal es bislang nur im "weiteren Bedarf" eingestuft war. Verwirklichung ungewiss.


Festhalten an Nord-Trasse?

Umso überraschter sind Arnold und sein Wasserlosener Amtskollege Anton Gößmann, dass die B 303 nun wieder auf der Agenda steht. "Grundsätzlich wäre es eine Entlastung für uns", sagte Gößmann. Arthur Arnold will die neue Situation erst bewerten, wenn ihm weitere Details bekannt sind. Damit ist in der nächsten Woche zu rechnen, wenn das Verkehrsministerium weitere Inhalte bekannt gibt. Noch sei das Projekt "Zukunftsmusik", sagte Arnold.
Der Chef des Staatlichen Bauamts, Holger Bothe, leitet aus der Neubewertung der B 303 einen Planungsauftrag für seine Behörde ab. Er rechnet damit, dass die bisherige Nord-Trasse in Betracht kommt, dennoch würden "planerisch die Karten neu gemischt". Zum einen hat sich die Flur durch die Weiterentwicklung Euerbachs und den Neubau der B 19 und A 71 geändert.


Andere Bewertung

So sei jetzt schon klar, dass man die neue B 303 nicht wie ursprünglich geplant direkt an die vierspurige B 303 östlich von Euerbach anschließen könne, sondern an die B 19: "Es wird ein Versatz entstehen."
Ebenso würden Landschafts- und Naturschutzfragen heute anders bewertet als vor 30 Jahren. Dadurch könnten Änderungen und auch Konflikte entstehen, sagte Bothe. Wichtig ist für die Bürgermeister Gößmann und Arnold, dass trotz der Neuigkeit aus Berlin der Ausbau der jetzigen B 303 weitergeht. Im April soll die Passage westlich von Sömmersdorf bis zur Abzweigung nach Brebersdorf saniert werden. Anschließend soll die restliche Strecke an die Reihe kommen. Zu den nächsten Passionsspielen 2018 in Sömmersdorf soll alles fertig sein. Josef Schäfer

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