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15 Minuten versauen Schweinfurt die Rechnung

Nach drei 1:0-Siegen erreichte der FC 05 Schweinfurt in Memmingen nur ein Unentschieden. Dafür gab es entscheidende Gründe.
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Er hätte eine dritte Hand gebraucht: FC-05-Timo Wenzel zeigt mit den Fingern die Zahl 10 an, es waren in Memmingen aber 15 schwache Minuten, die den Schweinfurtern den Sieg kosteten.  Marion Wetterich
Er hätte eine dritte Hand gebraucht: FC-05-Timo Wenzel zeigt mit den Fingern die Zahl 10 an, es waren in Memmingen aber 15 schwache Minuten, die den Schweinfurtern den Sieg kosteten. Marion Wetterich

FC Memmingen - FC 05 Schweinfurt 1:1 (0:1). Tore: 0:1 Nicolas Görtler (14.), 1:1 Nicholas Helmbrecht (58.).

Ihre Häuser liegen nur ein paar Kilometer voneinander entfernt. Sie kicken gelegentlich für die Senioren des SSV Ulm. Sind Freunde. Doch in Memmingen waren sich die Trainer Stephan Baierl und Timo Wenzel nur in einem Punkt einig, warum die müberlegenen 05er beim 1:1 nur einen Punkt mitnahmen: Schuld waren die 15 Minuten nach der Pause.

FCM-Coach Baierl machte einen Kräfteverschleiß der Gäste aus: "Die Schweinfurter haben viel investiert vor der Pause; dem mussten sie Tribut zollen. Sie konnten die Wege nicht mehr so zulaufen." Wenzel dachte anders: "Das war eine Sache der Einstellung."

Er habe der Mannschaft in der Pause gesagt, er hätte sie, seit er Trainer in Schweinfurt ist, noch nie so eine prima Leistung wie in der ersten Halbzeit zeigen sehen. Und habe dies in Hälfte 2 eingefordert. Um wieder enttäuscht zu werden: "Wir waren zu passiv, zu weit weg. Die Spieler haben wohl gedacht, es geht irgendwie. Wir hätten trotz der sehr starken ersten 45 Minuten eine Schippe drauflegen müssen. Stattdessen waren wir in diesen 15 Minuten nach der Pause echt schlecht."

So wurden die Schweinfurter auch dafür bestraft, dem 0:1 durch Nicolas Görtler (14.) keinen zweiten Treffer folgen zu lassen. Chancen gab's, doch selbst bei den hundertprozentigen von Stefan Maderer (18.) und Adam Jabiri (31.) hatte der überragende Memminger Schlussmann Martin Gruber seine Finger im Spiel. "Das war Weltklasse, er hat das Spiel offen gehalten", so Wenzel.

All das war in der 58. Minute Makulatur: Auf einmal war nach cleverem Kricicek-Pass Helmbrecht frei: 1:1. Die Allgäuer ließen sich nicht vom Tor beflügeln. Sie schienen mit einem Punkt zufrieden. Der FC 05 riss sich am Riemen, mehr als ein Schuss von Maderer unten rechts (84.) sprang nicht heraus. Und da hatte Gruber die Fingerspitzchen dran.

"Mehr Chancen kann man hier nicht kreieren, wir haben unter dem Strich trotzdem ein gutes Gesicht gezeigt", so Wenzel. Nur nicht, wie schon beim 1:0 gegen Rosenheim in der Vorwoche, über 90 Minuten.

Es bleiben positive Schlüsse: 05 ist zu Leidenschaft fähig; es hat mit Winter-Zugang Nicolas Andermatt einen stabilisierenden Strategen im defensiven Mittelfeld und formidablen Ecken-Schützen. Es hat im lange kalt gestellten Nicolas Görtler eine Option für die zweite Spitze und in Nikola Jelisic einen laufstarken Zehner. Auf den Flügeln zeigen Dominik Weiß und Stefan Maderer, dass sie mit Tempo eine Fünferkette aushebeln können. Die Viererkette ist eine Mauer. Mentalität, gegen starke Gegner ein paar Prozente mehr abzurufen, ist da. Fehlen nur Demut und Respekt vor schwächeren Teams, um ergebnisrelevante Konstanz zu erhalten.

mib Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato - Andermatt - Weiß, Jelisic, Maderer - Görtler (74. Pieper), Jabiri.

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