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Wegen Schnee-Chaos in den Alpen: Fränkische Schulen sagen Skifreizeiten ab

Auch wenn sich die Lage allmählich bessert: In den Alpen kämpfen die Menschen weiter gegen das Schneechaos. Die Folgen sind auch in Franken zu spüren. Die ersten Schulen sagen geplante Skikurse ab. Unterdessen sind zahlreiche Helfer aus Franken in den Alpen im Einsatz.
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Österreich, Langen am Arlberg: Reisende müssen am Abend am Bahnhof Langen am Arlberg ihren Zug, der nicht weiterfährt, verlassen und in Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen. Foto: Bernd März/dpa
Österreich, Langen am Arlberg: Reisende müssen am Abend am Bahnhof Langen am Arlberg ihren Zug, der nicht weiterfährt, verlassen und in Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen. Foto: Bernd März/dpa

Unterfränkische Schulen, die aktuell Skikurse in den Alpen geplant haben, sind verunsichert: Fahren oder lieber nicht? Denn niemand will Schüler und begleitende Lehrer angesichts der Schneemassen in Gefahr bringen. "Sicherheit hat oberste Priorität", sagt Monika Zeyer-Müller, Ministerialbeauftragte (MB) für die Gymnasien in Unterfranken. Die Schulleiter würden die Situation vor Ort sehr genau prüfen.

Zwei Gymnasien aus Unterfranken sagen Skikurse ab

Der MB zufolge haben zwei Gymnasien die Skikurse für diese Woche abgesagt - eines davon in Bad Königshofen in Kreis Rhön-Grabfeld. Dort ist Schulleiter Wolfgang Klose froh über die eigene Entscheidung. Denn am Wochenende wurde das Kleinwalsertal von weiteren Schneemassen heimgesucht. Dort hätte die 7. Klasse ihre Skifreizeit verbringen sollen.

Laut Zeyer-Müller haben beide Gymnasien bereits einen Ersatztermin für das Skilager gefunden. Fünf unterfränkische Gymnasien sind dagegen am Montag planmäßig gestartet - eine Gruppe nach Südtirol, wo ohnehin deutlich weniger Schnee liegt als an der Alpennordseite. Auch aus den Realschulen wurden dem zuständigen MB Karlheinz Lamprecht keinerlei Probleme gemeldet: "Anscheinend klappt alles." Grundsätzlich seien die Skikurse immer noch sehr beliebt.

Ob der Schule oder den Eltern bei einer Absage Kosten entstehen, liegt an der Absprache zwischen jeweiliger Schule mit dem Busunternehmen und dem Quartier in den Bergen. MB Zeyer-Müller geht davon aus, dass gute Lösungen gefunden werden. "Wenn überhaupt, dann dürften sich die Kosten im erträglichen Rahmen bewegen." Manche Schulen haben auch eine Versicherung für derartige Ausfälle.

Um die Schneemassen zu bewältigen, sind in den Alpen weiterhin zahlreiche Helfer aus der Region im Einsatz. Allein die Deutsche Lebens-Rettung-Gesellschaft (DLRG) hat aus ganz Bayern über 500 ehrenamtliche Kräfte geschickt, unter anderem vom DLRG-Ortsverband Gerbrunn (Landkreis Würzburg). Sie sollten bis mindestens Montagabend im Katastrophengebiet bleiben. Mit Einsätzen, so heißt es von der DLRG, sei aber vermutlich bis Mittwoch zu rechnen. "Die Dankbarkeit der Hausbesitzer ist enorm", so DLRG-Präsident Ingo Flechsenhar laut einer Mitteilung.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) hatte bereits zum Wochenende Einsatzkräfte aus Unterfranken in die verschneiten Alpen beordert. Oberste Priorität hatte auch für sie das Befreien der Dächer von der Schneelast. "Mit vereinten Kräften arbeiten die Mannschaften seit ihrem Eintreffen die Einsatzaufträge ab", heißt es vom THW-Ortsverband Lohr (Lkr. Main-Spessart). Mit Gurten gesichert schaufeln die THWler den Schnee von Hallen und Häusern. Nächtliche Ruhepausen verbringen sie in Schlaflagern in einer Turnhalle.

Über 1000 THW-Ehrenamtliche aus ganz Bayern sind laut Landesverband im Einsatz. Mit schwerem Gerät halten sie auch Straßen frei und schleppen liegengebliebene Fahrzeuge ab. 13 Einsatzkräfte aus Haßfurt sind in der Zwischenzeit wieder zurückgekehrt. Der Ortsverband rüstet aber bereits eine neue Bereitschaft aus, um sie bei Bedarf ins Krisengebiet zu schicken. Auch mehrere Einsatzkräfte der Bergwacht aus dem Spessart und der Rhön helfen aktuell im Kampf gegen die Schneemassen.



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