Großbardorf
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TSV Großbardorf lässt sich wieder schocken

Der TSV Großbardorf wollte im Grabfeld-Derby den leicht favorisierten Nachbarn TSV Aubstadt herausfordern. Am Ende blieb alles wie immer.
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Aubstadt obenauf, Großbardorf am Boden: Grabfeld-Gallier Ronny Mangold rutscht weg, Aubstadts Christoph Schmidt schnappt sich den Ball. Anand Anders
Aubstadt obenauf, Großbardorf am Boden: Grabfeld-Gallier Ronny Mangold rutscht weg, Aubstadts Christoph Schmidt schnappt sich den Ball. Anand Anders

TSV Großbardorf - TSV Aubstadt 0:2 (0:1). Tore: 0:1 Martin Thomann (42.), 0:2 Dominik Grader (85.).

"Alle Jahre wieder das gleiche Bild. Die Roten gewinnen das Derby bei uns", sagte bedauernd Großbardorfs Andreas Lampert zu Beginn des Trainergesprächs. "Und das in diesem Jahr verdient", gab er zu. Der TSV Aubstadt hatte nach einer ereignisarmen ersten und einer besseren zweiten Halbzeit das prestigeträchtige Grabfeld-Derby mit 2:0 (1:0) für sich entschieden.

In den ersten 45 Minuten kam es kaum zu packenden Strafraumszenen. Die einzige Möglichkeit der Hausherren hatte Sturmspitze Simon Snaschel nach sechs Minuten, als er nach einem weiten Abschlag von Julian Schneider das Leder annahm und aus 18 Metern abzog. Aber Gästekeeper Christian Mack lenkte den Schuss auf das kurze Eck um den Pfosten. Aubstadt hatte in Halbzeit eins eigentlich keine klare Torchance und führte dennoch zur Pause mit 1:0 durch einen Treffer von Martin Thomann, der in der Entstehung aus Sicht des Gastgebers sicherlich vermeidbar war.

Bardorfs Abwehrspieler Ronny Mangold hatte durchaus die Möglichkeit, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen. Er wollte ihn aber ins Toraus trudeln lassen und rutschte kurz vor der Linie weg. So kam das Leder in die Mitte, wo Martin Thomann stand und den Ball per Direktabnahme unhaltbar ins Tor drosch.

Trotz der Pausenführung war Gästetrainer Josef Francic mit der Vorstellung seiner Elf nicht zufrieden: "Wir führten zwar, aber was meine Mannschaft in der ersten Hälfte bot, war nur Kampf und Krampf." Sein Gegenüber, Großbardorfs Trainer André Betz, hatte "leichte Vorteile" seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit gesehen. "Viel ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten." Nur das Wichtigste, das Ergebnis, stimmte für ihn nicht.

Die zweiten 45 Minuten verliefen wesentlich spannender. Die große Ausgleichschance hatte Bardorfs Kapitän Stefan Piecha, als er das Leder von Dominik Zehe aufgelegt bekam (48.). Doch er wartete freistehend acht Meter vor dem Tor zu lange, so dass die Gästeabwehr diese gefährliche Szene klären konnte. "Der erste Ballkontakt stimmte nicht. Dadurch konnte ich nicht sofort abziehen", erklärte Piecha. Während Francic erleichtert aufatmete ("Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, hätte er getroffen") trauerte Betz dieser Großchance nach: "Unser Ziel war ein Sieg. Das Spiel wäre nach einem Ausgleich sicher noch heiß geworden."

"Durch die Tatsache, dass das 1:1 aber doch nicht gefallen war, hatten wir einen psychologischen Vorteil. Großbardorf musste hinten öffnen und dadurch entstehen zwangsläufig Räume, in die unsere schnellen Spitzen stoßen konnten", sagte Francic. Dessen Spieler konnte dies zunächst nur unzureichend nutzen, da sie die Konter entweder zu schlampig zu Ende spielten oder am letzten Bardorfer Abwehrspieler, meist Ronny Mangold, hängen blieben.

In der 69. Minute geriet der Aubstädter Sieg in Gefahr, als Björn Schönwiesner in Richtung Zehe flankte; aber dessen Kopfball meisterte Mack sicher. Damit war es mit Chancen der Hausherren vorbei, deren lange Bälle in den Strafraum immer wieder von den Abwehrrecken der Gäste weggeköpft wurden.

Die endgültige Entscheidung dann nach 85 Minuten durch einen herrlichen, einstudierten Freistoßtrick. Ingo Feser lupfte das Leder über die Mauer in Richtung Grundlinie, Martin Thomann beförderte es direkt weiter und Dominik Grader netzte ein. Danach hatten die Gäste bei einigen Kontern die Chance, das Ergebnis noch zu erhöhen. "Da hatten wir sogar noch Glück, nicht noch höher zu verlieren. Heute hat die effektivere Mannschaft gewonnen", so André Betz. Francic sah den Erfolg seiner Mannen "aufgrund der zweiten Halbzeit als verdient" an. Großbardorf: Schneider - Müller (82. F. Dietz), Mangold, Röder, Heusinger - Poznic, Piecha - Rieß, Zehe (75. Dinkel), Schönwiesner - Snaschel (68. Lijesnic).

Aubstadt: Mack - Bauer, Kirsten, Grader, Feser - Leicht, Behr - Dellinger (54. Schebak), Chr. Schmidt (71. Kraus), Martin Thomann - Grell (59. Markus Thomann).

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