Großbardorf
Fußball Bayernliga

Großbardorfer Helden der Nachspielzeit

Schon wieder machen die Grabfeld-Gallier in den Extraminuten einen Sieg klar.
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Ronny Mangold (Nummer 2) sorgte in der Nachspielzeit des Spiels gegen den TSV Abtswind für den Siegtreffer für die Grabfeld-Gallier. Der Rest war Jubel bei den erschöpften Großbardorfern.  Anand Anders
Ronny Mangold (Nummer 2) sorgte in der Nachspielzeit des Spiels gegen den TSV Abtswind für den Siegtreffer für die Grabfeld-Gallier. Der Rest war Jubel bei den erschöpften Großbardorfern. Anand Anders

Zum dritten Mal in dieser Saison gelang dem Fußball-Bayernligisten TSV Großbardorf ein Treffer in der Nachspielzeit. Und jedes Mal war es das Tor, das die drei Punkte sicherte. Beim ersten Mal war es Marcel Hölderle in der sechsten Minute der Nachspielzeit im Spiel gegen die U23 der Würzburger Kickers, dann gelang dies Simon Snaschel mit seinem Traumtor gegen Bayern Hof (90.+2). Nun traf Ronny Mangold zum 2:1 (1:1) gegen den Aufsteiger TSV Abtswind. Und dabei begann die Begegnung ganz anders als von Großbardorfs Trainer André Betz erwünscht. "Nach den schwer erkämpften Auswärtssiegen in der englischen Woche wollten wir unbedingt die nächsten drei Punkte und damit die Maximalausbeute von neun Punkten holen. Außerdem wollten wir in Führung gehen. Dann wäre es hinten raus einfacher gewesen. Denn ich war mir nicht sicher, ob die Körner reichen", sagte Betz. Aber es sollte sich herausstellen, dass seine Befürchtungen unbegründet waren.

Aber der Reihe nach. Nichts wurde es mit dem Wunsch, in Führung zu gehen. Denn die Grabfeld-Gallier wurden kalt erwischt. Nach einem langen Ball aus der Abwehr heraus auf Max Hillenbrand passte dieser nach innen und Cristian Fischer zog volley trocken ab und ließ seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Julian Schneider, der in der vergangenen Saison noch das Gehäuse der Abtswinder hütete, keine Abwehrchance. Die Antwort der Grabfeld-Gallier war stark: durchatmen und weiter geht es. Und das mit baldigem Erfolg. Zehn Minuten nach dem 0:1 glichen die Betz-Schützlinge durch den ersten Saisontreffer ihres Kapitäns Stefan Piecha aus. Dieser spritzte in eine halbhoch hereingegebene Ecke von Lukas Dinkel und lenkte das Leder ins lange Eck.

Was sich dann bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Stefan Klerner abspielte, kostete wohl dem einen oder anderen Besucher das eine oder andere graue Haar: Die Platzherren erspielten sich zwar einige super Möglichkeiten, konnten aber in keiner Szene den Ball an Gästeschlussmann Florian Warschecha vorbeibringen. Es begann bereits drei Minuten nach dem Ausgleich, als erst Björn Schönwiesner und im Nachschuss Simon Snaschel an Warschecha scheiterten. Es ging weiter, dass Lukas Dinkel nach einer Zehe-Eingabe das Tor nicht traf, dass Florian Dietz nach einem Schönwiesner-Pass nach innen knapp am Leder vorbei rutschte und dass Simon Snaschel bei der klarsten Möglichkeit, als er allein vor Warschecha auftauchte, an diesem scheiterte.

"Aus dieser Vielzahl von Hochkarätern musst du das 2:1 machen. In Ammerthal haben wir aus zwei Chancen ein Tor gemacht und in Erlangen aus drei zwei Treffer erzielt. Da waren wir äußerst effektiv, diesmal aber leider nicht", sagte Betz. "Großbardorf hat die Räume, die wir ihnen gegeben haben, gut genutzt und sich einige gute Möglichkeiten herausgespielt, sie aber zum Glück für uns nicht genutzt", sagte Gästecoach Mario Schindler. So blieb es beim glücklichen 1:1 für sein Team zur Pause.

Nach dem Wechsel agierten die Gäste defensiver. "Wir wollten in den letzten 20 Minuten Gas geben, um den Kräfteverlust der Hausherren auszunutzen. Doch wir haben den Schalter dafür nicht gefunden", klagte der Gästetrainer. Das Gegenteil aber war der Fall: Die Hausherren zeigten, dass sie diese Partie unbedingt siegreich beenden wollten und legten noch eine Schippe drauf. "Ich darf meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Sie hat sich nach dem Wechsel wieder einige Chancen erspielt, sie aber wieder vergeben. Dennoch haben sie bis zum Schluss weitergekämpft und wurden dafür belohnt", zeigte sich Betz begeistert von der Energieleistung seiner Mannen. "Es zeigt schon von großer Qualität, wenn eine Mannschaft niemals aufgibt und fähig ist, den Lucky Punch in der Nachspielzeit zu setzen", zollte auch Schindler den Hausherren Respekt.

Was war geschehen? Manuel Leicht, der sein Comeback in der Bayernliga feierte - der Ex-Kapitän hatte sich vor der Saison in die zweite Mannschaft zurückgezogen - war fast an der Mittellinie gefoult worden. Den fälligen Freistoß schlug Marcel Hölderle hoch in den Strafraum, Björn Schönwiesner verlängerte das Leder leicht ("Ich habe ihn gestreift") und der aufgerückte Innenverteidiger Ronny Mangold lenkte den Ball zum umjubelten Siegtreffer ins Abtswinder Gehäuse.

Die Folge war ein Knäuel blau gekleideter Spieler, denn alle stürzten sich auf den Siegtorschützen. "Ich bin einfach mal in Richtung des Balles gelaufen. Ob ich ihn mit der Picke oder mit dem Spann getroffen habe, weiß ich nicht mehr. Aber das ist völlig wurscht, der Ball war drin", jubelte Mangold. Großbardorf: Schneider - Müller, Mangold, Hölderle, Poznic - Piecha - F. Dietz, Zehe (66. Lijesnic), Schönwiesner - Snaschel (90. + 3 Röder), Dinkel (74. Leicht).

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