Großbardorf
Fußball Bayernliga

Gallier sind zu lange im Verwaltungsmodus

Trotz des 2:0-Erfolgs gegen Neumarkt kritisiert Großbardorfs Trainer Betz seine Elf.
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Der Großbardorfer Lukas Dinkel (links) hängt Christian Schrödl ab. Das 2:0 gegen den ASV Neumarkt war der vierte Sieg in Serie für die Grabfeld-Gallier.  Günter Madrenas
Der Großbardorfer Lukas Dinkel (links) hängt Christian Schrödl ab. Das 2:0 gegen den ASV Neumarkt war der vierte Sieg in Serie für die Grabfeld-Gallier. Günter Madrenas

TSV Großbardorf - ASV Neumarkt 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Stefan Piecha (8.), 2:0 Andre Rieß (86.). Rot: Lukas Wutz (75., Neumarkt). Gelb-Rot: Dominik Ammon (87., Neumarkt).

Den vierten Sieg in Folge erspielte sich der Fußball-Bayernligist TSV Großbardorf gegen den ASV Neumarkt. Die Grabfeld-Gallier gewannen 2:0 (1:0). Paradox aber, dass ASV-Trainer Benedikt Thier trotz der Niederlage mit der Leistung seiner Mannschaft hinterher wesentlich zufriedener war als Großbardorfs Coach André Betz. Thier sagte: "Kein Vorwurf an mein Team. Ganz im Gegenteil: Ich muss meiner Truppe ein Lob aussprechen, denn alle meine Spieler haben alles versucht. Aber wir schießen einfach keine Tore."

Aber warum war Betz nicht einverstanden mit dem Auftreten seiner Mannen? Nach einem guten Beginn ("In den ersten 15 Minuten haben wir uns gut geschlagen", so der TSV-Trainer) und der frühen Führung nach acht Minuten durch ein Traumtor von Mannschaftskapitän Stefan Piecha aus 22 Metern - "Lukas Dinkel hat mir das Leder mustergültig zurückgelegt. Da habe ich einfach mal abgezogen und zum Glück den Ball so gut getroffen, dass er im Winkel einschlug" - hörte der Gastgeber auf, mit dem Fußballspielen auf. "Mit dieser zu langen Phase kann ich nicht einverstanden sein. Da haben wir zu phlegmatisch gespielt und sind nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen. Die Laufbereitschaft hat auch gefehlt, wir haben zu kompliziert gespielt und haben zu viele Ballverluste gehabt", kritisierte Betz. "Aber über allem steht das Ergebnis. Wir wollten die drei Punkte und die haben wir bekommen. Wer gedacht hatte, wir putzen Neumarkt einfach so mal weg, war fehl am Platze."

Dieser Sichtweise schloss sich Stefan Piecha an: "Eigentlich hätte mein Treffer für Sicherheit sorgen müssen. Das war aber überhaupt nicht der Fall. Plötzlich war es wie abgerissen. Wir haben kaum mehr agiert, sondern nur noch die Führung verwaltet. Dass du ein paar Prozent weniger einbringst, kannst du dir in der Bayernliga gegen keinen Gegner erlauben." Zwar traf Simon Snaschel nach 17 Minuten nach einer Eingabe des agilen André Rieß noch den Pfosten, aber danach war es mit der Herrlichkeit der Grabfeld-Gallier vorbei. Glück hatten sie in der 27. Minute, dass ein Schuss des Neumarkters Selim Mjaki von der Latte wieder ins Feld zurücksprang. Bis zur Pause dominierte der Gast weitgehend das Geschehen, aber auch ohne weitere Tormöglichkeit.

"In der Halbzeitpause habe ich das, was mir überhaupt nicht gefallen hat, deutlich angesprochen und das 2:0 gefordert. Denn es bestand Gefahr, dass die Gäste, wenn wir nicht nachlegen, den Ausgleich machen", berichtete Betz von seiner Kabinenansprache. Nach Wiederbeginn versuchten die Hausherren, den Worten ihres Trainers Taten folgen zu lassen.

Aber zunächst noch ohne zählbaren Erfolg. Man erspielte sich eine große Reihe bester Einschusschancen, aber das Manko war, dass man all diese Möglichkeiten zur Entscheidung ungenutzt verstreichen ließ. So verfehlte ein Ronny-Mangold-Kopfball sein Ziel (47.), Simon Snaschel traf freistehend das Gehäuse der Gäste nicht (54.). Wiederum Snaschel setzte ein Schönwiesner-Zuspiel von der Grundlinie über das Gebälk und noch einmal war es der Angreifer der Platzherren, der eine Großchance versiebte. Allein vor Lukas Wutz auftauchend, scheiterte er am ASV-Torwart (67.).

Die Gäste hatten ihrerseits die Möglichkeit zum Ausgleich. Nach einer Eingabe von der Grundlinie stand Jonas Grunner frei am Elfmeterpunkt, drosch das Leder aber über das Gehäuse von Julian Schneider, der weitgehend beschäftigungslos war. Nach 74 Minuten schwächte sich der Gast aus der Oberpfalz selbst, als Torwart Wutz den durchgebrochen André Rieß einige Meter vor dem Strafraum foulte und die rote Karton sah. In Überzahl klappte es doch noch mit dem zweiten Treffer der Hausherren. Zwar scheiterte der eingewechselte Tobias Fleischer noch am Ersatzkeeper Martin Bachner, aber André Rieß setzte nach und traf zum 2:0. "Es war sicher kein Highlight, denn wir können, das haben wir öfters bewiesen, besser spielen. Das wollen wir am Freitag bei der U23 der Würzburger Kickers wieder beweisen", sagte André Betz. Großbardorf: Schneider - Müller, Mangold, Hölderle, Poznic - Piecha - Rieß (87. Lijesnic), Zehe, Schönwiesner - Dinkel (68. F. Dietz), Snaschel (76. Fleischer).

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