Schweinfurt
Fußball Regionalliga

FC 05 zeigt mit 3:1-Sieg starke Reaktion

Wie die Schweinfurter danach Burghausen keinen Raum ließen und den eigenen nutzten. Der TSV Aubstadt verliert deutlich.
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Torschütze zum 2:0 und ein Wühler wie in jungen Tagen: Adam Jabiri (grün) setzt sich durch gegen die Burghausener Felix Bachschmid (links) und Andreas Scheidl. Foto: Marion Wetterich
Torschütze zum 2:0 und ein Wühler wie in jungen Tagen: Adam Jabiri (grün) setzt sich durch gegen die Burghausener Felix Bachschmid (links) und Andreas Scheidl. Foto: Marion Wetterich

FC 05 Schweinfurt - SV Wacker Burghausen 3:1 (2:0). Tore: 1:0 Tim Danhof (8.), 2:0 Adam Jabiri (34.), 3:0 Benedict Laverty (71.), 3:1 Muhamed Subasic (90.+1)

Schöne Momentaufnahme: Der FC 05 ist Zweiter hinter dem 1. FC Nürnberg II und vorbeigezogen am großen Konkurrenten Türkgücü München, der in Garching verlor. Viel wichtiger aber: Die Schweinfurter zeigten beim 3:1 (2:0) über den ursprünglich ebenfalls als Mitfavorit gehandelten und keineswegs schwachen SV Wacker Burghausen eine starke Leistung und viele der Tugenden, die Trainer Timo Wenzel gebetsmühlenartig immer wieder gefordert hat.

Endlich mal ein flottes, offengeführtes Regionalliga-Spiel für den FC 05: Die Burghausener traten in einem klassischen 4-4-2 an, Schweinfurt nutzte das Mehr an Raum zu Tempofußball. Wie von Wenzel verlangt, wurde variabel verlagert, wurden die Seiten schnell gewechselt und wurde auch mal ein Risiko-Pass gespielt. Und das Ganze wurde belohnt: Tim Danhof, der sein Heimspiel-Debüt bestritt, nahm einen Laverty-Pass auf, zog von rechts in den Strafraum, täuschte einen Schuss an, ließ Burghausens Lukas Aigner ins Leere laufen - und schlenzte genüsslich zum 1:0 ins linke Eck (8.).

"Nach der Verletzungspause gleich für den neuen Verein zu treffen, war gut für den Kopf", sagte der Ex-Fürther. "Und für uns als Mannschaft war es wichtig, nach dem 0:0 eine Reaktion zu zeigen und oben dran zu bleiben." Und es sei, strahlte er ein richtig schöner Fußballabend gewesen. Auch wegen der Kulisse von knapp 1500 Fans.

Da war sie also, die frühe Führung, der Dosenöffner, den sich die Schweinfurter, die oft zu hohen Aufwand für einen Erfolg betrieben haben, so sehnlich gewünscht hatten. Und man merkte ihnen die Befreiung an. Vieles wirkte jetzt leichtfüßiger, auch einstudiert.

Zwar musste einmal Marco Fritscher gegen Felix Bachschmid im letzten Moment per Grätsche klären (13.), aber der FC 05 hatte das Geschehen im Griff. Hoch verdient deswegen auch die 2:0-Führung: Danhof betätigte sich diesmal als Flankengeber von links, Adam Jabiri köpfte, Wacker-Keeper Zech parierte, doch den Abpraller spitzelte der 35-Jährige cool ins Eck (34.).

Und als Julien Richter 05-Torwart Luis Zwick erst prüfte, dann den Nachschuss übers Tor setzte (42.), war der ihn störende Kapitän Stefan Kleineheismann entscheidend zur Stelle. Was ein Sinnbild war für den aufopferungsvollen Einsatz der Schweinfurter Defensive. Fritscher, Korb, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato grätschten, was das Zeug hielt.

So ging das auch nach der Pause weiter. Schweinfurt hoch konzentriert, Burghausen in Drucksituationen fehlerhaft. Der FC 05 wollte nachlegen, das Spiel vorzeitig entscheiden. Musste aber etwas warten. Dabei hätte es das schon sein können: Amar Suljic flankte scharf von links Richtung Elfmeterpunkt, doch Jabiri köpfte knapp drüber (55.). Dann verzog Benedict Laverty erst nur um wenige Zentimeter (64.), um doch noch sieben Minuten später zum 3:0 zu treffen: Geschickt von Gianluca Lo Scrudato überlupfte er wunderbar aus vollem Lauf Zech (71.).

Was die Schweinfurter danach auszeichnete, war ihr Torhunger. Sie spielten auf das vierte Tor, kein Anflug von Ergebnis-Verwaltung. Das war an diesem Dienstagabend der Auftritt einer Spitzenmannschaft - auch wenn's gegen einen angeschlagenen Mitfavoriten ging, der nun auch sein drittes Spiel verlieren sollte.

Aber immerhin noch zum Anschlusstreffer kam: Einen indirekten Freistoß aus sechs Metern setzte Muhamed Subasic humorlos durch die Mauer ins Netz (90.+1). "Das 3:1 war ein bisschen schade, wir wollten zu Null spielen", sagte Wenzel. Klagen auf hohem Niveau. Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato - Korb (82. Yarbrough), Fery - Laverty, Danhof (77. Awata), Suljic (79. Pieper) - Jabiri.

SV Schalding-Heining - TSV Aubstadt 4:0 (1:0). Tore: 1:0 Christian Brückl (10.), 2:0 Tobias Stockinger (57.), 3:0 Andreas Jünger (71.), 4:0 Fabian Burmberger (82.).

Arg ins Gericht war der Trainer der Gastgeber, Stefan Köck, mit seiner Mannschaft gegangen nach der 0:7-Pleite in Eichstätt am Samstag. Die letzte Reihe habe gespielt wie bei einem Spaßturnier. Dass da eine Reaktion kommen musste, war zu erwarten. Die Gäste hatten bei ihrer Einschätzung zur Schlusslicht-Position des SV ja berücksichtigt, dass deren zwei Niederlagen gegen zwei Großkaliber dieser Liga zustande gekommen waren. Köck hatte nur einen Wechsel vorgenommen, Francic derselben Startelf vom Samstag mit den zwei Neuzugängen Pitter und Müller vertraut.

Wenn bereits der erste Ball auf das Aubstädter Tor drin ist, wird gern die lange Anreise als Ursache bemüht. Tatsache war, dass beim ersten Eckball Brückl höher sprang als ein Aubstädter Spieler-Knäuel um ihn herum, was bei dieser "Lebensversicherung" von Abwehr (Francic) schon verwunderte. Ausgerechnet aus einem Standard, was Francic am allerwenigsten mag. Es war Macks erster Ballkontakt, als er die Kugel aus dem Netz holte. Es war Schaldings erster Saison-Treffer, zu einem Zeitpunkt, als der Gastgeber klar das Heft in der Hand hatte und die Gäste auffallend passiv wirkten.

Die erste Trinkpause erfrischte nicht nur die Spieler des TSV, sondern hatte auch die ersten Ecke nach 29 Minuten und den ersten Ball aufs SV-Tor in der 30. zur Folge. Es war aber auch das Zeichen dafür, dass der Aufsteiger auch eine Offensivabteilung hat. Die Trainer hatten die Auszeit zur Umstellung von 4-5-1 auf 4-4-2 genutzt. Pitter (37.) ließ einen 16-m-Volleyschuss folgen, der Torwart Schöller ein zweites Mal beschäftigte.

Die verschlafenen ersten 25 Minuten waren passé, der Rest der ersten Halbzeit passte eigentlich, bis auf den berühmten letzten Pass, der ein ums andere Mal verpuffte - und das bei sengenden Abendtemperaturen. Co-Trainer Julian Grell in der Pause: "Zuerst fehlte es an der Körpersprache. Wir wussten eigentlich, dass sie extrem kompakt auf den zweiten Ball gehen, waren aber doch irgendwie überrascht von der Wucht. Ich denke aber, in der zweiten Halbzeit geht noch was."

Es ging aber nur noch etwas für Schalding: Jünger (48.) stocherte Thomann den Ball weg und prüfte Mack, ebenso Stockinger (50.) mit einem 16-m-Knaller. Letzterer rechtfertigte wenig später seine Einwechslung, war bei einer Flanke von Jünger am langen Pfosten mit dem Kopf - 2:0. Dann kam Benkenstein für Leicht ins Spiel, der Kopfballspezialist, obwohl es gar keine (eigenen) Ecken und Flanken gab. Aber auf der anderen Seite: Da machte Andreas Jünger postwendend das 3:0 nach einer Tiefenbrunner-Vorlage von der Grundlinie. Womit der Käs?gegessen war. Brumberger setzte noch das 4:0 drauf, während Aubstadt die gesamte zweite Halbzeit enttäuschte und Francic so schnell auch wieder nicht bestätigt werden wollte mit seiner Prognose nach dem ersten Sieg: "Wir werden auch mal eine Packung bekommen."

Es war sogar eine Packung ohne eine einzige Torchance. Francic: "Schalding hat mit zwei guten Phasen in der ersten und zweiten Halbzeit ein 2:0 gemacht. Dann wird es natürlich schwer nach dieser Anreise und bei gefühlten 40 Grad Hitze und denen sind Flügel gewachsen. Meine Jungs haben aber alles gegeben. Wir wissen jetzt, warum die schon sieben Jahre Regionalliga spielen."

Aubstadt: Mack - Behr, Köttler, Grader, Feser - Thomann, Leicht (68. Benkenstein), Pitter, Müller - Schebak (46. Schmidt), Dellinger (77. Binder).

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