Zeil am Main

Enge trübt bei den Zeiler Keglern die Feierlaune

Beim SKK Gut Holz gibt es in der Umkleidekabine genauso viele Plätze auf der Sitzbank wie Steckdosen.
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Die Zeiler Heimkabine:   Hier wird sich in Etappen umgezogen und für Teambesprechungen eng zusammengerückt. Die Taschen-Ablage über den Kleiderhaken  schafft etwas mehr Platz, das kleine Stroboskop  an der Decke (rechts)  kommt bei Kabinenpartys zum Einsatz.  Matthias Hoch
Die Zeiler Heimkabine: Hier wird sich in Etappen umgezogen und für Teambesprechungen eng zusammengerückt. Die Taschen-Ablage über den Kleiderhaken schafft etwas mehr Platz, das kleine Stroboskop an der Decke (rechts) kommt bei Kabinenpartys zum Einsatz. Matthias Hoch
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Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse. In der 2. Liga als Vierter souveräner Klassenerhalt. Den mit Abstand höchsten Zuschauerschnitt der Liga. Feierstimmung pur bei den Keglern des SKK Gut Holz Zeil? Mitnichten! Denn es gibt ein großes - oder genauer formuliert - ein "kleines" Problem.

Dieses Problem ist 6,5 Quadratmeter klein und hat genauso viele Steckdosen wie Plätze auf der Sitzbank. Nämlich drei! Vier Kegler samt Taschen, dann ist der Raum voll. "Unsere Gästekabine ist nicht bundesligareif", sagt Patrick Löhr. "Da hat man den Gegnern gegenüber schon ein schlechtes Gewissen." Die Augen rollende und verdutzte Gegenspieler, Sätze wie "Ach wie niedlich" oder "Und wo sollen wir uns umziehen?" - das sind Löhr und seine Zeiler Teamkollegen mittlerweile gewohnt. Seit dem Bau der Vereinsanlage im Jahr 1987 ist die Kabine unverändert - nur der wenig hygienische Teppich musste Fliesen weichen.

Kaum Luxus in der Heimkabine

Auch in der nur etwas größeren Heimkabine heißt es: Anstellen und in Etappen umziehen. Der einzige Luxus im Vergleich zur Gästeumkleide ist eine Ablage für Sporttaschen. Zudem werten eine Musikanlage, eine Nebelmaschine und ein kleines Stroboskop den Raum auf. Denn bei aller Enge, die Zeiler mögen ihre Kabine und verbinden mit ihr schöne Erinnerungen. "In 30 Sekunden ist die Bude eingenebelt und die Party kann losgehen", sagt Löhr. "Und zu feiern hatten wir in letzter Zeit ja einiges."

Damit die Party nicht jäh endet, muss gehandelt werden: Der Kegelverein aus dem Landkreis Haßberge fürchtet um die Zulassung zum Spielbetrieb der 2. Bundesliga. In der Sportordnung des Deutschen Keglerbund Classic (DKBC) werden die Kegelbahnen in vier Klassen eingeteilt. Für die Bundesligen ist aktuell die Klassifizierung A oder B nötig. "Das kann sich aber schnell ändern", sagt Löhr. "Wir wollen dauerhaft in der Bundesliga spielen und streben deshalb A-Status an. Das Einzige, was wir noch brauchen, sind größere Kabinen."

Umbauplan steht

Einen Umbauplan hat der SKK bereits erarbeitet. Zwei Kabinen sollen entstehen, in denen jeweils die vom DKBC geforderten zehn bis zwölf Personen auf etwa 15 Quadratmetern Platz finden. Baubeginn ist frühestens im April 2020, 70 000 Euro fließen in das Projekt. "Das ist für unseren Verein die größte Maßnahme seit 1987", verdeutlicht Holger Jahn. Der 46-Jährige ist Spieler, Vorstandsmitglied und die gute Seele des SKK Gut Holz. Die Kegelbahn ist seine zweite Heimat. "In der Woche bin ich schon acht bis zehn Tage hier", scherzt Jahn. Die Bahnen pflegen, die Kabinen rauswischen, die Duschen reinigen - die Liste seiner Aufgaben ist lang. Und er erfüllt sie pflichtbewusst, die Vereinsanlage ist sehr gepflegt. In den Vordergrund will sich Jahn aber nicht stellen. "In einem Verein wie unserem geht es eben nur, wenn alle helfen und zusammenhalten", sagt das SKK-Urgestein und schwört die Vereinsmitglieder so schon auf den Umbau ein. Nur mit jeder Menge Eigenleistung ist dieser realisierbar.

Die Umkleidekabine ist oft das Herzstück der Sportheime. Hier werden gemeinsam Siege gefeiert und Niederlagen analysiert. Dort wird diskutiert, gefachsimpelt, gelacht oder auch ein wenig gestritten. Einige Amateurvereine sind zu recht stolz auf ihre "wohnliche" Kabine, andere hoffen seit langem auf einen Umbau - und die Saale-Zeitung bietet hier ihre Unterstützung an.

In der Serie "Schöner umziehen - ein Blick in Frankens Kabinen" sucht die Saale-Zeitung die schönste , aber auch die renovierungsbedürftigste Umkleidekabine Frankens. Bewerbt euch bequem unter www.infranken.de/ schoenerumziehen oder schreibt eine Mail mit euren Kontaktdaten an sport@infranken.de, hängt ein Bild von der Kabine an und erklärt kurz, warum ihr dabei sein müsst. Die Redaktion entscheidet über eure Teilnahme.

Mitmachen lohnt sich: Der Verein mit der "hässlichsten" Kabine erhält 2000 Euro Starthilfe für einen Umbau. Der Verein mit der schönsten Umkleide gewinnt eine Kabinenparty im Wert von 500 Euro und einen großen, gefüllten Glastür-Kühlschrank.

Bis Juni wirft die Sportredaktion regelmäßig einen Blick in die Umkleide-Kabinen von Amateurvereinen. Alle in der Saale-Zeitung vorgestellten Kabinen nehmen an der Online-Abstimmung auf inFranken.de teil. Kabinen in kommunalen Einrichtungen sind vom Gewinnspiel ausgeschlossen

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