Aubstadt
BFV-Pokal auf Verbandsebene

Die Würzburger Kickers waren einen Tick zu hoch

Regionalligist TSV Aubstadt stößt im Toto-Pokal-Achtelfinale gegen den Drittligisten FC Würzburger Kickers an seine Grenzen. Was Trainer Josef Francic an den Gegentoren kritisierte und was ihm bei seiner Elf gefiel.
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Lieferten sich packende Duelle: Der Aubstädter Michael Dellinger (rechts) und Robert Herrmann von den Würzburger Kickers. Foto: Rudi Dümpert
Lieferten sich packende Duelle: Der Aubstädter Michael Dellinger (rechts) und Robert Herrmann von den Würzburger Kickers. Foto: Rudi Dümpert

TSV Aubstadt - Würzburger Kickers 1:3 (0:2). Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Luca Pfeiffer (30., 36., 62.), 1:3 Martin Thomann (67.). So zuversichtlich und selbstbewusst wie diesmal war Regionalligist TSV Aubstadt selten in ein Pokalspiel gegen einen höherklassigen Gegner gegangen. Es hatte einiges für eine Überraschung gegen Drittligist gesprochen. Dennoch war der aufmüpfige Underdog am Ende draußen aus dem lukrativen und sportlich reizvollen Toto-Pokal-Wettbewerb. Der letztjährige Pokalverteidiger war - völlig verdient - eine Runde weiter. Bei Aubstadt fehlte nicht nur einiges. Es lief einiges anders als geplant.

Der sechsfache Torschütze Ingo Feser fehlte ganz, wohl mit Blick auf das Ligaspiel am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg II. Dass Timo Pitter und Christopher Bieber erst in der 56. Minute ins Spiel kamen, dürfte Folge taktischer Überlegungen gewesen sein. Die erste halbe Stunde sahen die 1350 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel. Die beiden Treffer der Würzburger fielen eher aus dem Nichts. Stürmer Luca Pfeiffer bekam seinen Doppelpack von Fabio Kaufmann und Ronstadt aufgelegt.

Das ging zu schnell für die TSV-Abwehr. So leicht wie den dynamischen kombinationssicheren Vollprofis aus der 3. Liga macht sie es den Regionalligisten schon lange nicht mehr.

Francic: "Ball mal wegschlagen"

"Ein bisschen Angst bestraft der Gegner gleich, so wie bei den ersten zwei Toren. Da müssen wir auch mal einfach den Ball wegschlagen", sagte Trainer Josef Francic. Sein Gegenüber Michael Schiele war zufrieden: "Wir haben von der ersten Minute an den Druck von zwei Niederlagen in der Liga aufgenommen. In der ersten Halbzeit haben wir gar nichts zugelassen und unsere zwei Chancen eiskalt genutzt."

Beinahe hätten die Aubstadter in der 46. Minute den Schlüssel für ein spannenderes Spiel gefunden. "Wenn nach der Halbzeit der Anschlusstreffer gefallen wäre, hätte das zu unserer derzeitigen Lage gepasst", war Schiele froh, dass es nicht so kam. Der auffälligste Aubstädter Martin Thomann trieb den Ball von links in den Strafraum und legte für Christoph Schmidt auf. Dessen Feinmotorik reichte nicht, um den Ball aus etwa zwei Metern über die Linie zu bringen. Michael Dellinger scheiterte an Daniel Hägele auf der Linie. "Das hätte ich sehen mögen, wie sie reagiert hätten", trauerte Francic den Chancen nach.

Der Trainer setzte nun voll auf Offensive, brachte Pitter und Bieber, später auch noch Schebak, stellte auf Dreierkette und zwei Spitzen um. Für vielleicht zehn Minuten fand Aubstadt die Kraft und mentale Thermik für neuen Aufwind. Doch die Kickers zogen das Spiel wieder an sich und machten das 0:3 durch Pfeiffer, das ihnen Ruhe gab.

Noch einmal keimte für zehn Minuten Hoffnung, als Martin Thomann einen 18-Meter-Freistoß ins Torwarteck zirkelte zum 1:3. Der Rest war aber pure Würzburger Routine. Josef Francic sah die Partie hinterher so: "Manche Phasen war das eine sehr gute Spielanlage; in manchen hat man den Unterschied gesehen. Ich glaube, dass das eine gute Vorbereitung war auf Nürnberg II am Samstag." Aubstadt: Purtscher - Behr, Benkenstein, Köttler, Grader (78. Schebak) - Müller - Dellinger, Kraus (56. Pitter), Trunk, Thomann - Schmidt (56. Bieber).

Würzburg: Müller - Ronstadt, Hägele, Schuppan, Herrmann - Sontheimer (65. Rhein), Gnaase - Kaufmann (90. Hansen), Vrenezi, Widemann (81. Hemmerich) - Pfeiffer.

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