Bad Neustadt an der Saale
Handball

Die Rotmilane werden böse gerupft

Durch die 24:32-Heimniederlage gegen den TSV Blaustein verpasst der HSC Bad Neustadt den vorzeitigen Aufstieg in die Dritte Liga.
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Groß war der Frust bei Franziskus Gerr (am Boden liegend), Léon Rastner (stehend dahinter) und den restlichen Spielern des HSC Bad Neustadt nach der deutlichen 24:32-Niederlage im Relegations-Rückspiel gegen den TSV Blaustein. Anand Anders
Groß war der Frust bei Franziskus Gerr (am Boden liegend), Léon Rastner (stehend dahinter) und den restlichen Spielern des HSC Bad Neustadt nach der deutlichen 24:32-Niederlage im Relegations-Rückspiel gegen den TSV Blaustein. Anand Anders

HSC Bad Neustadt - TSV Blaustein 24:32 (10:10).

Maßlose Enttäuschung war den HSC-Fans ins Gesicht geschrieben und die Ernüchterung bei den Spielern, Trainern und Betreuern nach der 24:32 (10:10)-Niederlage im Relegationssrückspiel gegen den TSV Blaustein groß. Allesamt hatten sie weder mit einer Niederlage noch mit einer solchen in dieser Höhe gerechnet. "Aber sie war verdient", redete HSC-Coach Chrischa Hannawald gar nicht erst um den heißen Brei herum. "Im Prinzip war unsere Leistung noch schlechter als im Hinspiel, ich würde es als kollektives Versagen bezeichnen". Kein Widerspruch im Foyer, denn es konnte sich kaum ein Fan daran erinnern, die Rotmilane so zerrupft in die Kabine gehen zu sehen.

Größter Erfolg für Blaustein

Bejubelt wurden nur die Gäste, die es kaum fassen konnten, nach dem letztjährigen erfolgreichen Abstiegskampf in der Oberliga erstmals in der Vereinsgeschichte in die Dritte Liga aufzusteigen. "Das ist für mich noch unfassbar", so TSV-Trainer Tim Graf nach seinem letzten Spiel bei den Württembergern. "Aber wir haben die richtigen Lehren aus dem Hinspiel gezogen, haben Bad Neustadt mit unserer offensiven Deckung wieder Probleme bereitet, dabei den gegnerischen Rückraum weit von unserem Tor ferngehalten, die gefährlichen Freiwürfe gut abgeblockt und unsere Chancen genutzt". Die richtigen Lehren wollte auch der HSC-Coach aus dem Hinspiel ziehen, aber da machten ihm seine Schützlinge einen Strich durch die Rechnung, weil sie sich neuerlich viele Fehler leisteten, die dem Gast zu etlichen Kontern verhalfen. Da tat sich besonders Linksaußen Philipp Frey hervor, der dazu noch seine jeweiligen Gegenspieler bei Sprungwürfen düpierte und die HSC-Keeper, die am Samstagabend auch weit von ihrer Bestform entfernt waren, schlecht aussehen ließ.

Zum Seitenwechsel war mit dem 10:10 noch nichts verloren und die Stimmung bei den Fans noch gut. Auch noch in der 35. Minute beim Stand von 13:13, doch in den nächsten vier Minuten gelang den Graf-Schützlingen die Vorentscheidung. Ausgangspunkt waren zum einen Fehlwürfe des HSC-Rückraums, zum anderen Ballverluste, die meist unerzwungen waren. Jeder Fehler mündete in einen Tempogegenstoß, nach fünf Toren in Folge bejubelte der TSV-Anhang die 18:13-Führung. Diesem Rückstand liefen die Hausherren dann hinterher, garnierten die geplante Aufholjagd mit weiteren Eigenfehlern und sahen sich zudem durch Unterzahlsituationen behindert.

Zehn Minuten vor dem Abpfiff zweifelten selbst die größten HSC-Optimisten nicht mehr an einer Saisonverlängerung. Nun müssen sich die Rotmilane in einer Dreierrunde durchsetzen. "Das wird nicht einfach", gab sich ihr Trainer in der Pressekonferenz keinen Illusionen hin und ließ die leise Kritik anklingen, dass sich mancher Spieler in den letzten Wochen durch nicht-handballerische Aktivitäten um die Konzentration auf das Wesentliche gebracht hatte. "Ich erwarte, dass für die Spieler in den nächsten Wochen der Handball und nichts anderes im Vordergrund steht", so seine Forderung. Solche Sorgen muss sich der Trainer-Kollege Graf nicht machen. "Wir freuen uns jetzt auf unsere Abschlussfahrt nach Mallorca."

Für den HSC Bad Neustadt geht es hingegen am nächsten Samstag, 26. Mai, um 17 Uhr zum TV Kirchzell, ehe am Donnerstag, 30. Mai, um 17 Uhr MTV Rheinwacht Dinslaken in Bad Neustadt zu Gast ist. Dinslaken empfängt dann am 1. Juni Kirchzell. Die beiden punktbesten Mannschaften dieses Dreier-Turniers steigen noch auf.

Tore für den HSC: Gary Hines (5), Ioannis Fraggis (3), Maximilian Drude (3/2), Leon Rastner (3), Julian Bötsch (2), Konstantin Singwald (2), Franziskus Gerr (2), Vilim Leskovec (2), Benedikt Kleinhenz (1) Martin Bieger (1).

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