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Großbardorf
Fußball Bayernliga

Das Grabfeld-Derby geht an die Aubstädter

Auf die Anschlusstreffer der Gallier hat die Francic-Elf immer die passende Antwort parat.
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Die Roten jubeln in Großbardorf: Daniel Leicht (von links) herzt Julius Benkenstein, der per Kopf die Führung für den TSV Aubstadt (Steffen Behr, Martin Thomann, David Noack, David Bauer) erzielte. Anand Anders
Die Roten jubeln in Großbardorf: Daniel Leicht (von links) herzt Julius Benkenstein, der per Kopf die Führung für den TSV Aubstadt (Steffen Behr, Martin Thomann, David Noack, David Bauer) erzielte. Anand Anders
TSV Großbardorf - TSV Aubstadt 2:4 (0:2). Tore: 0:1 Julius Benkenstein (27.), 0:2 Ingo Feser (45., Foulelfmeter), 1:2 Stefan Piecha (50.), 1:3 Jens Trunk (51.), 2:3 André Rieß (59.), 2:4 Ingo Feser (90., Handelfmeter). Rot: Maximilian Zang (89., Großbardorf). Gelb-Rot: Marcel Hölderle (84., Großbardorf).
Während die rotgekleideten Aubstädter auf dem Rasen tanzten und immer wieder "Derbysieger, Derbysieger" sangen, saßen die grüngekleideten Großbardorfer regungslos und mit versteinerten Gesichtern auf dem Rasen der Bioenergie-Arena. Denn sie hatten vor über 700 Fans eben das prestigeträchtige Grabfeld-Derby in der Fußball-Bayernliga Nord mit 2:4 (0:2) verloren. "Eine Niederlage in einem Derby ist doppelt schmerzhaft", seufzte Bardorfs Mittelfeldregisseur Stefan Piecha.


Verdienter Sieg

Um es vorweg zu sagen: Der Erfolg der Mannschaft von Josef Francic war auch nach Auffassung vieler neutraler Zuschauer insgesamt verdient. Weil die Aubstädter besser aus der Abwehr kombinierten und den technisch besseren Fußball zeigten, lautete der Tenor nach einem für die Fans packendem Spiel mit sechs Toren. "Wir haben gezeigt, dass wir einen schnellen und technisch guten Fußball spielen können", fand Francic, "das Derby war Werbung für die Region. Unser Sieg war verdient. Es ging heute nur über Emotionen. Meine Jungs haben auch spielerisch überzeugt." Dessen Mannschaft dank der Ergebnisse aus Eltersdorf und Würzburg nun eine übersichtliche Lage hat im Saisonendspurt: gewinnt Aubstadt seine vier noch ausstehenden Partien - also auch in Eltersdorf und gegen den WFV - hat sie Relegationsplatz 2 sicher.


0:2 der Knackpunkt

Diese Emotionen, die zu einem Derby unbedingt gehören, waren in den ersten 45 Minuten nur ansatzweise zu sehen. "Mir hat in der ersten Halbzeit die Leidenschaft und der unbedingte Siegeswillen gefehlt", brachte es André Rieß von den Hausherren auf den Punkt. Sein Mitspieler Stefan Piecha stimmte ihm da zu: "Vor dem Wechsel waren wenig Emotionen zu sehen und wenig von dem, was ein Derby ausmacht. Das 0:2 praktisch mit dem Pausenpfiff war der Knackpunkt im Spiel."
Damit sprach er die Szene an, die zu diesem Treffer führte. Dem zweifelsfreien Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Maier (Pfreimd) ging eine klare Fehlentscheidung des Gespanns voraus. Nachdem Aubstadts Michael Dellinger das Leder klar ersichtlich ins Seitenaus befördert hatte, schnappte sich das Schlitzohr den Ball und warf schnell ein, ohne dass der Schiedsrichter dies unterband. Kurz danach wurde Dellinger von Lennart Seufert im Strafraum von den Beinen geholt und Ingo Feser verwandelte den Foulelfmeter sicher.

Das war Standardtreffer Nummer zwei der Gäste. "Die zwei Standards haben uns den Zahn gezogen", bestätigte Platzherrentrainer André Betz, während Gästespieler Daniel Leicht meinte, dass dieser Treffer "Gold wert" war. Auch der Führungstreffer der Aubstädter war nach einer Standardsituation gefallen. Nach einer Ecke von Jens Trunk, einem der auffälligsten Akteure beim Sieger, stieg Julius Benkenstein am höchsten und ließ Marcel Wehr im Bardorfer Gehäuse mit seinem Kopfball keine Abwehrchance.

Die zweite Halbzeit brachte dann aber alles, was zu einem Lokalschlager gehört. "In der Pause haben wir uns noch einmal heiß gemacht und dies auch auf dem Platz gezeigt. Wir wollten auf ein Tor ausgehen und das Derby noch drehen", berichtete Betz. Ersteres gelang auch ziemlich schnell, letzteres aber nicht. Denn nach 50 Minuten, kurz nachdem Michael Dellinger das 0:3 auf dem Schlappen hatte, verkürzte Stefan Piecha, der mit einem Schuss von der Strafraumgrenze Christian Mack im Aubstädter Kasten überwand. Doch die Freude der Platzherren währte nur kurz, weil Marcel Wehr kaum eine Minute später einen Trunk-Freistoß aus 30 Metern zum 1:3 passieren lassen musste.
Doch noch einmal kamen die Grabfeld-Gallier in die Partie zurück. Denn auch Mack sah bei einem Rieß-Freistoß ("Den wollte ich genau dahin") nicht besonders gut aus (59.). "Das waren zwei klare Torwartfehler", so Francics Einschätzung. Wenig später (63.) dann sogar Bardorfer Jubel nach dem vermeintlichen Ausgleich durch den eingewechselten Pascal Stahl. Doch dieser soll bei seinem Kopfball im Abseits gestanden haben. Danach wogte das Geschehen hin und her mit Chancen auf beiden Seiten, die größeren aber auf Seiten der Gäste. Die Größte vergab wiederum Dellinger, der nach einer Grell-Eingabe das leere Tor verfehlte (66.).


Zang wehrt mit der Hand ab

Die Entscheidung dann in der Schlussminute, als Maximilian Zang im Strafraum einen Schuss nur noch mit der Hand abwehren konnte. Handelfmeter die klare Konsequenz. Aber ob die Doppelbestrafung mit roter Karte unbedingt nötig war, darin waren sich Spieler beider Teams einig: Nein. Ingo Feser ließ sich aber nicht beirren und netzte sicher ein. Trotz der bitteren Niederlage - mittlerweile der vierten in Folge - hatte der Bardorfer Coach Betz noch ein Lob für seine Mannen parat. "Sie haben nach der Pause noch einmal alles versucht, alles aus sich rausgeholt und Willen gezeigt, das Derby doch noch für sich zu entscheiden." Günter Madrenas

Großbardorf: Wehr - Seufert, Zang, Hölderle, Poznic (80. Dinkel) - Piecha, Illig - Rieß, Zehe (62. Stahl), Schönwiesner - Leicht (46. Rugovaj).
Aubstadt: Mack - Bauer, Benkenstein, Grader, Feser - Behr, Trunk - Noack (46. Grell), Dellinger (87. Schmidt), Leicht (60. Kleinhenz) - Thomann.