Bad Neustadt an der Saale
Handball 3. Liga

Bahn frei für Frank Ihl beim HSC Bad Neustadt

Der Drittligist hat Frank Ihl als neuen Trainer verpflichtet. Warum der Nachfolger von Chrischa Hannawald viel Zeit in Zügen verbringen wird.
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Er gibt bei den Drittliga-Handballern des HSC Bad Neustadt ab sofort die Richtung vor: Frank Ihl (im Bild), der am Donnerstagabend als neuer Trainer vorgestellt worden ist. Foto: Jens Henning
Er gibt bei den Drittliga-Handballern des HSC Bad Neustadt ab sofort die Richtung vor: Frank Ihl (im Bild), der am Donnerstagabend als neuer Trainer vorgestellt worden ist. Foto: Jens Henning

Der neue Trainer des HSC Bad Neustadt heißt Frank Ihl. Am Donnerstagabend wurde der 49-Jährige den Drittliga-Handballern vorgestellt und leitete anschließend seine erste Einheit in der Bürgermeister-Goebels-Halle. Sein Debüt auf der HSC-Trainerbank wird er an diesem Samstag, 28. September, 19.30 Uhr, feiern, wenn seine neue Mannschaft den Northeimer HC empfängt. Am Mittwoch hatte sich der HSC vom bisherigen Trainer Chrischa Hannawald getrennt.

"Frank Ihl ist ein gestandener Trainer", sagt Dieter Schulz, der Geschäftsführer der HSC-Spielbetriebsgesellschaft, über den Thüringer und bezeichnet ihn als "Motivator". Ihl hat eine B-Lizenz, er trainierte zuletzt fünf Jahre lang und bis Ende der vergangenen Saison den HSV Apolda in der Oberliga Mitteldeutschland. Den verließ er aus eigenem Entschluss. Zuvor war er mehrere Jahre lang Cheftrainer beim HSV Bad Blankenburg sowie Co-Trainer des Zweitligisten ThSV Eisenach. Für die Thüringer spielte Ihl als Aktiver in der 2. Bundesliga, außerdem warf er seine Tore unter anderem für den HSV Suhl in der Bundesliga sowie der 2. Bundesliga.

"Ich bin voll motiviert", hat Ihl die selbst gewählte ("Ich bin noch nie bei einem Verein rausgeflogen") monatelange Auszeit vom Handball gut getan. Wenngleich auch mit jedem Tag das Kribbeln größer wurde. Dieser Sommer sei für ihn der erste gewesen, in dem er keine Vorbereitung absolviert habe - sei es als Spieler oder als Trainer. Ihl wohnt in Bad Blankenburg. Er plant aber, einen Großteil seiner Zeit in Bad Neustadt zu verbringen. Montags auf dienstags sowie jeweils ab Donnerstag bis zum Spieltag wolle er in Bad Neustadt übernachten. Anreisen will er mit der Bahn, die erste Monatskarte hat er bereits gekauft. Bis vergangenen Sommer war er in Apolda auch Sportstättenmanager. "Derzeit bin ich beruflich in einer Findungsphase. Ich plane, mich ab Januar selbstständig zu machen." Insofern könne er sich derzeit dem HSC "intensiv widmen. Ich will immer nah an der Mannschaft sein."

Beim HSC Bad Neustadt war Ihl früher schon einmal ein Thema. Als Dieter Schulz Anfang 2018 nach der Trennung von Margots Valkovskis einen Nachfolger für den Letten suchte, stand auch der Name Ihl auf seinem Zettel. "Ich stand damals in Apolda im Wort", blockte Ihl in jenen Tagen das Werben des HSC ab. Stattdessen entschied sich Schulz für Christoph Kolodziej, der die sportliche Talfahrt nicht stoppen konnte und wenige Spieltage vor Saisonende ebenfalls gehen musste. Wenige Wochen später stand der Abstieg in die Bayernliga fest.

Ihl übernimmt den HSC als punktlosen Tabellenletzten, der in fünf Partien 156 Gegentreffer hinnehmen musste. Keine Mannschaft kassierte mehr. "Man muss nicht lange nachdenken, woran es hapert. Hier müssen wir ansetzen. Ziel muss es sein, weniger Gegentore zu bekommen", sagt Ihl. Vor dem Heimspiel an diesem Samstag gegen den Northeimer HC, in dessen Bilanz ebenfalls 156 Gegentore stehen, seien seine Einflussmöglichkeiten aber begrenzt, gibt Ihl zu bedenken. "In zwei Tagen kann man nicht viel machen." Er werde versuchen, kleine Rädchen anders zu stellen. "In dieser Situation ist Co-Trainer Igor Mjanowski ganz wichtig für mich."

Generell stehe er für einen Handball, bei dem die Abwehr das Prunkstück sein soll. "Im Normalfall bevorzuge ich eine 6:0-Deckung", sagt Ihl. Nach Ballgewinnen - oder Gegentoren - soll schnell nach vorne gespielt werden, um aus der zweiten Welle - oder der schnellen Mitte - zu einfachen eigenen Treffern zu kommen. Im gebundenen Spiel gelte es, Automatismen zu erarbeiten. Daniel Rathgeber

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