Aubstadt
Fußball

Aubstadt fordert Bayreuth zum Stresstest

Das ist ein echter Relegationsknaller, wenn der Bayernliga-Vizemeister den Regionalliga-Releganten zu insgesamt zwei Spielen herausfordert.
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An Spiele gegen Bayreuth hat Daniel Leicht (links) beste Erinnerung. Beim 2:0-Heimsieg des TSV Aubstadt vor vier Jahren erzielte er beide Tore. Rudi Dümpert
An Spiele gegen Bayreuth hat Daniel Leicht (links) beste Erinnerung. Beim 2:0-Heimsieg des TSV Aubstadt vor vier Jahren erzielte er beide Tore. Rudi Dümpert
TSV Aubstadt - SpVgg Bayreuth (Freitag, 18.30 Uhr)
Der Sieger in der Addition ist freilich nur dann Regionalligist, wenn der TSV 1860 München seine Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga erfolgreich gegen den 1. FC Saarbrücken bestreitet. Wenn nicht, trifft der Sieger in Hin- und Rückspiel auf den Gewinner aus der Partie des TSV Rain/Lech gegen den FC Memmingen.

Dass Aubstadts Trainer Josef Francic ein emotionaler Mensch ist, das ist bekannt und muss kein Nachteil sein. Seine 20 Spieler hat er sukzessive zu einer homogenen Einheit geformt, in der es kaum Egoismen gibt, sondern der Einzelne sein Ego dem Erfolg der Mannschaft unterordnet. Gar nicht so einfach bei so einem heterogenen Haufen junger Männer, von denen jeder Einzelne das Maximale aus seiner Sicht will. Aus dieser Feststellung heraus leitet er auch seine Hoffnung und Überzeugung ab, dass "wir ein Plus in Sachen Leidenschaft, Zusammenhalt und jetzt kommt auch noch Unbekümmertheit dazu, auf unserer Seite sehen. Diese Mannschaft wirft nichts um. Da sind Typen drin, die führen und mitreißen können und fast alle können Verantwortung übernehmen." Stark habe ihn selbst und sie auch gemacht, dass man von den Verantwortlichen im Verein Vertrauen gerade dann ausgesprochen bekam, als es nicht so lief und bevor man an sich zu zweifeln begann.
Liege darin das Plus seiner Mannschaft, so habe Bayreuth "einige überragende Spieler in der Mannschaft. Den Patrick Hobsch, der läuft und schießt wie sein Vater Bernd einst beim Club und bei Werder. Oder Ivan Knezevic. Wer einen Tobias Ulbricht als Wechselspieler hat, muss vorne stark aufgestellt sein. Und wenn 1860 den Böhnlein holt, wird das schon auch seinen Grund haben." Besonders aufgefallen sei ihm, dass "die Wechselspieler beim Warmlaufen genauso viel laufen wie die drinnen. Die haben echt eine professionelle Einstellung."

Francic hat sich am Pfingstmontag in Bayreuth beim verlorenen Pokalfinale gegen Schweinfurt intensiv umgeschaut und umgehört. "Die schweben irgendwo zwischen Euphorie und Pessimismus." Es kann also gut sein, dass sie Aubstadt entzaubern, wenn man sie in Führung gehen lässt. Umgedreht darf man darauf gespannt sein, wie sie als Team reagieren, sollten sie mal in Rückstand geraten: Ob dann die Narben von Wunden einer erfolglosen Saison wieder aufbrechen oder ob der neue Trainer Joe Albersinger schon so eine Art neue Moral hineingebracht hat?


Kein Verstecken, kein Mauern

Francic ist "gespannt darauf, wie manche damit zurecht kommen, wenn ihnen die Bayernliga droht. Sie haben ja doch viele Spieler im Kader, die vom Fußball leben oder sich ihr Studium davon finanzieren. Das ist noch einmal eine andere Qualität von Druck als wir ihn in Ammerthal gespürt haben. Ich verspreche auf jeden Fall, dass es vor so einer Kulisse kein Verstecken, Mauern und Champions-League-Modus im Kopf geben wird. Wir wollen ihnen die Stirn bieten."
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