Bad Neustadt an der Saale

HSC verabschiedet sich mit einem Sieg aus dem Sportjahr 2014

Es geht doch. Mit dem zweiten Auswärtssieg in dieser Saison sorgte der HSC Bad Neustadt doch noch für ein einigermaßen versöhnliches Ende der Vorrunde, die mehr Tiefen als Höhen hatte.
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TV Groß-Umstadt - HSC Bad Neustadt 22:24 (12:13).
"Unser Sieg war verdient", berichtete Coach Margots Valkovskis, der erstmals in dieser Runde ohne eigenen Torerfolg blieb, dies aber angesichts der zwei Punkte locker verschmerzen konnte. "Der Erfolg beruhte auf einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die Vorstellung in Abwehr und Angriff war ausgewogen, wobei wir nur einmal in Rückstand gerieten", analysierte er den nicht unbedingt erwarteten Sieg bei den heimstarken Südhessen.
Diese hatten, ebenso wie die Gäste, zunächst Probleme beim Abschluss. Das lag zum einen an den zupackenden Abwehrreihen, zum anderen an der eigenen Nervosität. Es dauerte länger als drei Minuten, ehe Maximilian Schmitt den ersten Treffer in einer recht fairen Auseinandersetzung erzielte. Als die Valkovskis-Schützlinge immer besser ins Spiel kamen, legte der einheimische Trainer Tim Beckmann beim Stand von 3:5 nach zwölf Minuten die grüne Karte auf den Tisch und forderte mehr Konzentration bei den Abschlüssen.

Schmidl starker Rückhalt

Die Ansprache zeigte zunächst keine Wirkung, weil sich HSC-Torhüter Felix Schmidl immer besser auf die Würfe von Denny Purucker und Fabian Kraft einstellte. Seine Vorderleute agierten zudem variabel und waren auf allen Positionen torgefährlich. Der Vorsprung wuchs nach Treffern von Emil Feuchtmann und Schmitt nach einer Viertelstunde erstmals auf vier Treffer an (8:4), die kurzfristige Verkürzung auf 6:8 beantworteten Lukas Böhm, der so richtig in den Schlussminuten sein Scherflein zum Erfolg beitrug, und Wicklein mit einem Doppelschlag zum 10:6. In den nächsten Minuten verloren die HSC'ler die Kontrolle, nach dem 10:8 gerieten sie durch Zeitstrafen für Gerr und Harald Feuchtmann binnen 40 Sekunden in eine doppelte Unterzahl, was der TV zum Ausgleich nutzte. Die Saalestädter behielten dennoch kühlen Kopf und marschierten mit einer knappen 13:12-Führung in die Kabine.

Gary Hines trumpft auf

Aus der kam der HSC mit einer personellen Umstellung - Gary Hines übernahm die Position im halblinken Rückraum. Und wie. Seine ersten beiden Würfe saßen, nach dem 15:12 lieferte er sich in den nächsten Minuten ein Duell mit der gegnerischen Abwehrreihe, zeigte dieser in Sachen Sprungkraft ihre Grenzen auf und sorgte mit insgesamt fünf Treffern bis zur 40. Minute für die 18:16-Führung. In dieser Phase scheiterte Wicklein mit einem Strafwurf an Thomas Bolling, der ebenso wie sein Bruder Marcel die Hines-Granaten nicht zu entschärfen wusste.
Zwischen der 40. und 50. Minute nahmen sich beide Angriffsreihen eine ungewollte Pause, viele Angriffsaktionen litten unter technischen Fehlern oder prallten an den zunehmend aggressiveren Verteidigern samt Torhütern ab. Nur drei Tore gab es da zu notieren, Goran Djuricin und Hines, der dann wieder auf der Bank Platz nahm, sorgten für ein scheinbar komfortables 20:16.
Als Böhm einen Purucker-Treffer mit dem 21:17 beantwortete, blieb die Welt der Gäste weiter in Ordnung, die dann innerhalb von drei Minuten schwer ins Wanken geriet. Die Hausherren fanden nun Lücken im HSC-Abwehrverbund: Sechs Minuten vor dem Abpfiff war die Partie beim 20:21 wieder offen. Böhm und Schmitt verschafften wieder ein Polster (23:20). Doch während einer Zeitstrafe für Gerr holten die Gastgeber wieder auf (22:23).
90 Sekunden vor Matchende in einer nun aufgeheizten Atmosphäre holte sich der HSC-Coach, der anfangs der zweiten Halbzeit umgeknickt war und fortan von Michal Panfil in der Deckung ersetzt wurde, seine Akteure zu einer letzten Besprechung an die Außenlinie. 20 Sekunden später tobte die Halle, weil die württembergischen Unparteiischen eine Zeitstrafe gegen Kramer, der von seinem Trainer für den erhofften Ausgleichstreffer auserkoren war, verhängten und diesen so in die vorzeitige Winterpause schickten.

Böhm vollendet eiskalt

Die Gäste nutzten die Überzahl, ließen das Leder über die gesamte Breite der Angriffszone fliegen und fanden in Böhm schließlich den Schützen, der nervenstark abschloss. Und der wenig später in der feiernden Spieltraube unterging.
HSC-Coach Margots Valkovskis freute sich und stellte zufrieden fest: "Wir haben die taktischen Vorgaben fast perfekt umgesetzt. Wir standen von Anfang an in der Abwehr bombig und haben den gegnerischen Rückraum kaum zur Entfaltung kommen lassen. Im Angriff haben wir geduldig unsere Chancen herausgespielt, uns im Aufbau wenig Fehler geleistet und nicht überhastet abgeschlossen. Dass wir trotzdem nur 24 Tore geworfen haben, lag auch an der Abwehr des Gegners, die ebenfalls sehr stark agierte. In Gefahr geriet unser Vorsprung eigentlich nur in Unterzahl-Situationen. Aber im Gegensatz zu anderen Partien in dieser Saison haben wir nervenstark weitergespielt. Dass Gary in der zweiten Halbzeit so aufgetrumpft hat, lässt für die nächsten Spiele hoffen."
Tore für Bad Neustadt: Gary Hines (6), Lukas Böhm (5), Emil-Feuchtmann-Perez (4), Maximilian Schmitt (3), Harald Feuchtmann-Perez (2), Jan Wicklein (2), Goran Djuricin (1), Franziskus Gerr (1).

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