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Pirna
Handball 3. Liga

HSC Bad Neustadt will sich in der "Hölle Ost" beweisen

Der HSC Bad Neustadt ist am Samstag (19.30 Uhr) beim ESV Lok Pirna zu Gast, der im Abstiegsstrudel steckt.
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"Wir haben noch sieben Endspiele, und diese müssen wir gewinnen", so lautet die Marschrichtung, die Uwe Heller, Manager des ESV Lok Pirna (16./8:38), seinen Spielern vor der Auseinandersetzung gegen den HSC Bad Neustadt (10./22:24) vorgibt. "Wir wollen dieses Spiel gewinnen, denn dann haben wir Platz Sechs wieder realistisch vor Augen", hält HSC-Coach Margots Valkovskis entgegen. In der Sonnenstein-Arena, von den Lok-Fans als "Hölle Ost" bezeichnet, steht also für beide Mannschaften viel auf dem Spiel.

"Unsere Hoffnung auf einen Sieg stützt sich zum einen auf dem Verlauf des Hinspieles, zum anderen darauf, dass sich Bad Neustadt bei uns immer recht schwer getan hat", legt Pirnas Trainer Petr Hazl nach. Tatsächlich schrammten die Gastgeber, die entgegen ihrer Homepage-Ankündigung in dieser Saison nur selten "Spitzenhandball aus der Sächsischen Schweiz" zeigten, in der Bürgermeister-Goebels-Halle nur knapp an einem Punktgewinn vorbei, die HSCler feierten Ende Oktober des letzten Jahres nur einen mühsam erkämpften 25::24-Erfolg. Während sich die Rot-Weißen, vorwiegend aufgrund ihrer Heimspielerfolge, von der Abstiegszone entfernten, verließen die Erzgebirgler in der Folge nie mehr einen der direkten Abstiegsplätze. Eine Verletztenmisere sondergleichen dünnte den sowieso schon schmalen Kader noch mehr aus, das auf Kraft und körperlichen Einsatz angelegte Spiel war deswegen oft über sechzig Minuten nicht durchzuhalten.

"Uns ist oft in den Schlussminuten die Luft ausgegangen", konstatierte Petr Hazl schon zu Ende der Vorrunde, "wenn ein Spiel nur fünfzig Minuten dauern würde, hätten wir mehr Punkte auf dem Konto". Doch diesen Gefallen tut der Verband einem der Urgesteine der dritten Liga nicht, die Lok will allerdings auch in der nächsten Saison durch die dritthöchste Liga dampfen. "Wir stecken zweifellos in unserer schwierigsten Saison", stöhnt Manager Heller, "aber unser Restprogramm macht insofern Hoffnung, weil wir noch gegen die vier vor uns in der Tabelle platzierten Teams auflaufen". Allerdings weiter ohne den früheren Torjäger Dusan Milicevic, der neunfache Torschütze aus dem Hinspiel fällt verletzungsbedingt aus. So liegt die Last des Torewerfens vor allem auf den Schultern von Vladen Kovanovic und Torsten "Toto" Schneider, der auch für sein hartes Zupacken in der Deckung bekannt ist. Dass Jiri Boucek vor acht Tagen bei der unglücklichen Niederlage in Bernburg neun Tore erzielte, war ein Ausnahmefall, "den er heute aber wiederholen darf" (Hazl).

Doch dieses Trio schreckt die Valkovskis-Schützlinge, die bis auf den weiter im Nationalteam aktiven Gary Hines alle Mann an Bord haben, nicht, "wenn wir unsere Stärken in die Waagschale werfen, ist der dritte Auswärtssieg der Saison machbar", gibt sich der HSC-Coach optimistisch. Der erinnert sich an so manche Schlacht in der "Hölle Ost", kennt das frenetische, aber auch sachkundige Publikum zur Genüge und weiß um die Schwere der Aufgabe. "Die Pirnaer Spieler kennen den Ernst der Lage, mit ihrer Routine können sie dem nervlichen Druck standhalten", glaubt Valkovskis, der den Kontrahenten intensiv studiert hat. Welche Schwächen er erkannt hat, wollte er natürlich nicht verraten, aber sein bisheriges Credo, "wir müssen mit Tempo-Handball, flüssigem Kombinationsspiel und aggressivem Deckungsverhalten agieren", wird er auch diesmal nicht über den Haufen werfen. Im Prinzip hofft er, dass seine Mannen dort weitermachen, wo sie beim letzten Heimspiel aufgehört haben, "die letzten zehn Minuten waren überzeugend, da haben wir den Handball gespielt, wie ich ihn mir vorstelle".

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