Bad Blankenburg
Handball 3. Liga

HSC Bad Neustadt spielt ein "Derby" in Thüringen

Geradezu ein Kurztrip steht dem HSC Bad Neustadt (10./20:22) am Sonntag (16.30 Uhr) bevor, denn die Fahrtstrecke nach Bad Blankenburg (12./16:26) beträgt nur 120 Kilometer und kann komplett auf der A 71 absolviert werden.
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"Da dies eigentlich der uns am nähesten gelegene Gegner ist, kann man fast schon von einem Derby sprechen", meinte in der letzten Pressekonferenz Hallensprecher Andreas Hanshans bei der Ankündigung des kommenden Gastspiels, wobei er dies mit der Hoffnung verband, dass viele Fans das Team in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt begleiten. Ob Bad Blankenburg eine Reise wert ist, muss sich in der Landessporthalle erst einmal zeigen, ein Spaziergang wird die Partie im 7000-Seelen-Ort aber nicht werden. "Das ist ein ganz unangenehmer Gegner", mutmaßt HSC-Coach Margots Valkovskis, wobei er zum einen auf den knappen Hinspielerfolg seiner Schützlinge (26:24), zum anderen auf die letzten Begegnungen des Kontrahenten verweist. Diese hatten drei Auswärtsmatches zu bestreiten, wobei man das erste knapp in Köthen (25:26) verlor, eine Woche später aber den Tabellenführer HC Elbflorenz Dresden fast am Wickel hatte. "Das war eines unserer besten Saisonleistungen", schwärmte nach dem Abpfiff Coach Rüdiger Bones, dessen Mannen dann in Bernburg immerhin einen Punkt (26:26) ergatterten.

Die Gastgeber, die ebenso wie der HSC vor Saisonbeginn einen Tabellenplatz im oberen Drittel anvisiert hatten, sehen sich im Aufwind. "Gegen Bad Neustadt wollen wir unbedingt zwei Punkte holen und uns so von den Abstiegsplätzen weiter entfernen. Richten sollen es dabei Torjäger Paul Weyhrauch, der mit 120 Treffern Platz Sieben der Liga-Torjägerliste belegt sowie der pfeilschnelle Linksaußen Marcel Werner, der beim ersten Aufeinandertreffen erfolgreichster Schütze der Südthüringer war. Diese verfügen über einen sehr routinierten Kader, aus dem die Tschechen Radoslav Miler und Ivo Havel sowie der Slowene Juraj Niznan herausragen. Wesentlich besser in der Tabelle platziert sein könnten die Gastgeber, würde sich der lettische Nationalspieler Elvijs Borodovskis nicht als launische Diva erweisen. Ebenso launisch sind die Torhüter Felix Herholc und Tobias Jahn, die in der Bürgermeister-Goebels-Halle ihrem Pendant auf der Gegenseite, Felix Schmidl, nicht das Wasser reichen konnten.

"Auch diesen Gegner müssen wir mit einem konzentrierten Kombinationsspiel bei durchgängig hohem Tempo unter Druck setzen", gibt der HSC-Spieletrainer eine kaum überraschende Marschroute aus, "wir müssen vor allem verhindern, dass wir in Rückstand geraten und der Gegner mit seinem lautstarkem Publikum im Rücken in Euphorie verfällt". Genau dies ist aber die Absicht von HSV-Coach Rüdiger Bones, der seine Schützlinge vom Anpfiff weg hellwach sehen möchte, und vor allem diszipliniert. "Hätte Radoslav Miler in Bernburg nicht schon nach 25 Minuten die Rote Karte gesehen, ich bin mir sicher, wir hätten zwei Punkte aus Bernburg entführt. Trotz des Vier-Punkte-Rückstandes auf den HSC sieht er seine Mannschaft nicht in der Außenseiterrolle, äußert aber großen Respekt vor dem morgigen Gegner. "Denn beide Mannschaften können wesentlich besser spielen als es die Tabelle glauben lässt, viele Verletzungen haben beide Teams im bisherigen Saisonverlauf immer wieder zurückgeworfen. Und auch diesmal sieht es im Vorfeld bei den Gästen nicht gut aus, "Felix Schmidl (leichte Gehirnerschütterung) und Fabian Tatzel (Rücken) konnten nicht trainieren, Gary Hines hat sich beim Krafttraining eine Muskelverletzung zugezogen und Emil Feuchtmann sich im Donnerstagstraining einen Finger ausgekugelt". (Valkovskis).
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