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Haselbach in der Rhön
Wintersport

Eispokale für die Härtesten in der Loipe

Der Nachtfackel-Sprint des RWV Haselbach war optisch und organisatorisch eine tolle Veranstaltung. Doch eine Neuauflage steht auf der Kippe aufgrund der geringen Beteiligung. Am Start waren fast nur Schüler und Jugendliche.
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Beleuchtet: Die Fackeln schufen eine tolle Atmosphäre für einen außergewöhnlichen Wettkampf in der Geldtasche.  Foto: Siegfried Neumann
Beleuchtet: Die Fackeln schufen eine tolle Atmosphäre für einen außergewöhnlichen Wettkampf in der Geldtasche. Foto: Siegfried Neumann
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Erst als das Lagerfeuer nur noch ein rot glühender Haufen war, riss endlich die Wolkendecke etwas auf und ließ den Vollmond durchschimmern. Dabei hatten die Organisatoren des RWV Haselbach den Termin des Nachtfackelsprints extra nach dem Mondkalender ausgewählt. Es war trotz verdeckten Mondes eine helle, klare Nacht und die Langlaufloipe an der Geldtasche nahe des Kreuzbergsattels war bestens präpariert. Mit 100 Wachsfackeln war die 800 Meter lange Strecke markiert worden und machte durch ihr abwechslungsreiches Profil den Nachtsprint zu einer anspruchsvollen Veranstaltung.

Das Starterfeld bestand hauptsächlich aus Schülern und Jugendlichen, die lange vor dem Start ihre Aufwärmrunden liefen. "Es ist schon etwas anderes, nachts zu laufen", erklärte Clara Reder, die für den RWV an den Start ging. "Man muss besser Acht geben, weil man die Schneeverhältnisse nicht so gut erkennen kann, aber Spaß gemacht hat es mir schon." Die Atmosphäre sei eine ganz besondere, urteilte nicht nur Clara Reder.

Für dieses Gesamtpaket waren auch viele Helfer im Einsatz. Die ersten begannen bereits am Morgen mit dem Aufbau der Absperrzäune und schnitten Holz fürs Lagerfeuer, um das sich doch viele Sportler und Zuschauer am Minus 5 Grad kalten Abend gerne scharten. "Eigentlich haben wir fast tropische Temperaturen", lachte Manfred Reder die Fröstelnden aus. Bei früheren Veranstaltungen pfiff schon oft ein scharfer Wind durch die Geldtasche und ließ Sportler und Zuschauer kräftig frieren. Das Zeitmess-Team war dieses Jahr erstmals in einem umfunktionierten Bauwagen stationiert, dem sogenannten Zeitnahmewagen, den die Mitglieder des RWV in Eigenleistung hergerichtet hatten. Der Wagen war beheizt und die Messanlagen standen hier geschützt.

Trotz der Möglichkeiten des Aufwärmens waren viele der jungen Sportler kurz nach dem Rennen bereits wieder nach Hause gefahren und der eigentlich vorgesehene Finallauf, in dem die schnellsten vier Läufer jeder Klasse nochmals um den ersten Platz sprinten sollten, musste abgesagt werden. Groß war die Freude derer, die bis zur Siegerehrung geblieben waren, durften sie sich doch ihren Pokal selber auswählen. Zwei ungewöhnliche Objekte gab es auch. Siegfried Neumann hatte die derzeit herrschenden Temperaturen zum Anfertigen von Eispokalen genutzt, deren temporäre Schönheit im Licht der Fackeln und Taschenlampen glitzerte.

"Die Verhältnisse waren ideal", urteilte der Sportwart nordisch, Kurt Enders. Dennoch zweifelt er daran, dieses Langlaufrennen wieder durchzuführen. Nur 48 Sportler nahmen am Sprint teil, wenn man den Aufwand der Vorbereitungen gegenüberstelle, sei das einfach zu wenig. Das Teilnehmerfeld bestand aus Langläufern aus Gersfeld, Poppenhausen, Oberweißenbrunn und Haselbach. 80 Prozent der Teilnehmer waren unter 20 Jahre alt. Damit dieser schöne Nachtfackelsprint im nächsten Jahr eine Wiederholung findet, ist wohl einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.

Einige Tage zuvor hatten der RWV Haselbach und der WSV Oberweißenbrunn gemeinsam ihre Vereinsmeisterschaften ausgetragen. Ergebnisse zu beiden Veranstaltungen finden sich im Internet unter www.rwv-haselbach.de und www.wsv-oberweissenbrunn.de.

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