Sandberg
Erlebnis

Sandberg: Durch Wiesen, Wald und ein großes "W"

Der Naturerlebnispfad ist eröffnet. 40 Stationen sind in vielen Stunden von ehrenamtlichen Helfern angelegt worden. Darunter auch ein Barfußpfad in W-Form.
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Die Kinder freuen sich über den Barfußpfad. Am meisten schmerzen die  kleine Zapfen und die spitzigen Steine. Foto: Marion Eckert
Die Kinder freuen sich über den Barfußpfad. Am meisten schmerzen die kleine Zapfen und die spitzigen Steine. Foto: Marion Eckert
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"In den Walddörfern ist man dem Himmel ein Stückchen näher", das konnte der stellvertretende Landrat Josef Demar anlässlich der Eröffnung des neuen Naturerlebnispfades feststellen. "Das soll Euch erst mal einer nachmachen", rief er den Sandberger zu und bezog sich auf  den Naturerlebnispfad wie auch das Fest "Der Berg ruft", in dessen Rahmen die Eröffnung mit kirchlichem Segen vorgenommen wurde. Der Berg ruft - und die Gemeinde Sandberg liefere Antworten, die für die ganze Region von Bedeutung seien, sowohl in Sachen Gemeinschaftssinn wie auch in Sachen Umweltbildung und Naturschutz. Schon in den 90er Jahren seien die Walddörfer ihrer Zeit voraus gewesen, damals wurde ein Naturlehrpfad als Schulprojekt angelegt.

Der Eröffnung des Naturerlebnispfades ging eine Wortgottesfeier im Festzelt mit Pastoralreferent Stephan Tengler voraus. Er spannte den Bogen von der biblischen Bedeutung von Bergen und den Berge im eigenen Leben, zur Heimat über den Rhöner  Bergen und speziell in den Walddörfern. Allen Besuchern des Naturerlebnispfades wünschte er, dass sie in der Schönheit der Natur auf dem Naturerlebnispfad etwas von Gottes Größe erahnen können. Der Naturerlebnispfad lade dazu ein, im Wald spazieren zu gehen, Sonne zu tanken und den Vögeln zu lauschen, einfach das zu tun, was der Seele gut tue. Die Vorstellung des Projektes und des Naturerlebnispfades übernahm Bürgermeisterin Sonja Reubelt, die den vielen ehrenamtlichen Helfern und vor allem Ideengeberin, Koordinatorin und Projektleiterin Kathi Cavallo dankte. "Sie war der Motor des Projektes."

Der Naturerlebnispfad am Kreuzberg sei eine Initiative des Freizeit- und Tourismusnetzwerks der Gemeinde Sandberg, das nur durch die Mithilfe viele Bürger umgesetzt werden konnte. Schon in den 90er Jahren war der Naturlehrpfad ein Vorzeigeobjekt mit vielen anschaulichen und selbst gestalteten Informationstafeln. Um den in die Jahre gekommenen Weg wieder zum Leben zu erwecken, hatte Kathi Cavallo eine zeitgemäße Überarbeitung vorgeschlagen. Die Idee sei sofort auf Begeisterung gestoßen, die Akteure waren sich schnell einig, die Komponenten des alten Pfades zu erhalten und durch zusätzliche Stationen zu ergänzen. Der Pfad sollte sich von anderen durch eine moderne Gestaltung mit Erlebnisstationen abheben.

Es entstand ein Konzept mit 40 Stationen, darunter Informations- und Rätseltafeln. Bewusst wurde auf die Einbindung neuer Medien verzichtet. "Die Kinder sollen hier nicht das Handy, sondern ihre Sinne benutzen", sagt Reubelt. Großer Wert sei auf die Verwendung natürlicher Materialien sowie die Kombination von bestehenden Tafel und neuen Stationen gelegt worden. Alte Tafeln aus dem ursprünglichen Naturlehrpfad wurden aufbereitet, neue Informationstafeln ergänzen den Pfad.

Die meisten Stationen wurden selbst gebaut, nur wenige dazu gekauft, wie das Dendrophon. Mittelpunkt, nicht nur, weil es sich etwa auf der Hälfte des Rundwegs befindet, ist das Vogelbeobachtungshaus. Es ist eine Station aus den 90er Jahren, die nicht verändert, nur etwas hergerichtet wurde. Weitere Stationen sind ein Baumtelefon, ein Insektenhaus, ein neu angelegtes Biotop, eine Station "Baumarten bestimmen" oder das Waldmemory der Grundschule. Im Rahmen einer Schulprojektwoche der Montessorischule wird im Juli 2019 noch eine Waldschule entstehen. Der Weg beginnt  am Wanderparkplatz oberhalb von Sandberg. Er führt zirka 3,5 Kilometer abwechslungsreich über Wiese und durch Wald im Form eines Teilrundwegs hinauf zum Vogelbeoachtungshaus. Von dort führt ein Stichweg auf den alten Naturlehrpfad hinauf zu einem weiteren Höhepunkt des Pfads, zu einem Platz mit einem herrlichen Ausblick. Dort gibt es eine überdachte Sitzgruppe und eine selbst gebaute Wellenliege. Ergänzt wird der Platz noch durch eine Panoramakarte. "Allein dieser Ausblick ist den Anstieg wert", sagte Reubelt. Am Wanderparkplatz beginnt der Naturerlebnispfad mit der ersten großen Station, dem Barfußpfad, der in Form eines W angelegt wurde. W wie Walddörfer. Die einzelnen Felder sind ausschließlich mit einheimischen Materialien gefüllt wie Zapfen unterschiedlicher Baumarten, Walderde, Steine, Moos und vieles mehr. Ergänzt wird der Pfad durch einen selbst gebauten Schuhständer und eine Eichenbank. Alles Sandberger Eigenkreationen. Der Barfußpfad stehe sinnbildlich für das gesamte Projekt, er steht für Regionalität und entstand als Gemeinschaftsprojekt. Kathi Cavallo dankte für die vielfältige Unterstützung, die das Projekt erfahren habe. Nicht nur durch viele Sponsoren sondern auch von über 110 ehrenamtlichen Helfern aus allen fünf Ortsteilen. 20 Personen haben einzelne Stationen eigenständig übernommen. Namentlich erwähnte sie: Pius Bühner, er alleine hat 80 Arbeitsstunden geleistet und den stellvertretenden Bürgermeister Claus Kleinhenz, der durch seine Ortskenntnis unverzichtbar war. Die Bürgermeisterin, die selbst in Arbeitskleidung vor Ort war und mit anpackte, stand selbst am Sonntagnachmittag für Planungsgespräche bereit. "Ich bin sehr stolz, dass wir es in weniger als 12 Monaten geschafft haben. Das beweist die Gemeinschaft und Lebendigkeit, die wir hier leben."

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