Bad Neustadt an der Saale
Falscher Patient

Krankenhaus-Betrug: Obdachloser erschleicht sich im Kreis Rhön-Grabfeld kostenlose Unterkunft

Ein 40-jähriger Obdachloser hat in mehreren Krankenhäusern gesundheitliche Beschwerden vorgetäuscht. So genoss er als Privatpatient ein warmes Dach über dem Kopf sowie medizinische Verpflegung.
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Ein Obdachloser täuschte in mehreren Krankenhäuser körperliche Beschwerden vor, um an eine Unterkunft und Verpflegung zu kommen. Symbolbild: Sina Schuldt/dpa
Ein Obdachloser täuschte in mehreren Krankenhäuser körperliche Beschwerden vor, um an eine Unterkunft und Verpflegung zu kommen. Symbolbild: Sina Schuldt/dpa

Um in Krankenhäusern übernachten und essen zu können, hat ein Obdachloser monatelang schwere Krankheiten vorgetäuscht. Der 40-Jährige habe sich als Privatpatient ausgegeben und unter anderem über Herzprobleme geklagt, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

Bei der Aufnahme in die Kliniken habe er falsche Namen angegeben und konnte sich so Verpflegung und Unterkunft für mehrere Tage erschleichen. Dafür soll er zahlreiche Untersuchungen über sich ergehen und sich teilweise sogar in Spezialkliniken einweisen lassen haben.

Aufgeflogen war der Schwindel erst, nachdem er in einer Klinik in Bad Neustadt an der Saale (Landkreis Rhön-Grabfeld) widersprüchliche Angaben machte. Der Mann sitzt seitdem in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses in Haft.

Der psychisch belastete Mann war den Angaben zufolge im Januar aus der Haft entlassen worden und hatte seitdem keinen festen Wohnsitz - und auch keine Krankenversicherung. Wie viele Kliniken dadurch einen Schaden von jeweils mehreren tausend Euro hinnehmen mussten, war zunächst unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Betrüger bundesweit unterwegs war und in den kommenden Wochen noch weitere Fälle bekannt werden könnten.

Privatpatienten haben keine Krankenkassenkarte wie gesetzlich Versicherte. Sie geben stattdessen bei der Aufnahme ins Krankenhaus ihre Personalien an und müssen zudem für die Kostenübernahme unterschreiben. Das Geld wird ihnen dann von ihrer Krankenkasse erstattet.

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