Bischofsheim an der Rhön
Unikat

Historisches Schild erinnert in Bischofsheim an ehemalige Polizeistation

Ein Unikat kehrt zurück nach Bischofsheim - an der ehemaligen Gendarmerie-Station hängt nun wieder das historische Schild.
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Foto: Marion Eckert
Foto: Marion Eckert
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Es ist schon ein paar Jährchen her, da entdeckte Wolfgang Schneider beim mittlerweile verstorbenen Gersfelder Hans Kleiner eine Rarität. "In seiner Garage zeigte er mir ein Schild und sagte, das stammt aus Bischofsheim", erinnert sich Schneider. Es trägt die Aufschrift "K.b. Gendarmerie-Station" und ein Wappen mit blau-weißer Bayerischer Raute. Schneider war sofort hellauf begeistert und sicherte das Schild für Bischofsheim.

"Ich bin ganz direkt gewesen und habe mit ihm ausgemacht, wenn er einmal stirbt, dann soll er das Schild doch bitte Bischofsheim vermachen." Die Abmachung galt. Nachdem Hans Kleiner im Jahr 2011 starb löste dessen Tochter Uta Kleiner das Versprechen des Vaters ein. "Fünf Tage nach der Beerdigung rief sie mich an und sagte mir, das Schild lagere bereits in meiner Garage", erinnert sich Schneider. Und tatsächlich war es so.
Die Tochter hat das Schild zu Schneider bringen lassen, der es zu Bürgermeister Udo Baumann ins Rathaus brachte.

Baumann kann sich noch gut erinnern, wie begeistert er war. "Ein Unikat, das wieder zurück nach Bischofsheim gefunden hat." Schnell waren sich Schneider und Baumann einig, dass das Schild wieder an der ehemaligen Gendarmerie-Station angebracht werden sollte, um auf dieses Stück Bischofsheimer Geschichte zu verweisen. Immerhin gab es bis 1962 eine Gendarmerie-Station mit Gefängnis in Bischofsheim.

Heute ist das Gebäude in Privatbesitz. Inhaber Gusti Geis war sofort bereit, das Schild an seinem Gebäude anzubringen. Doch das Originalschild aus Eisenblech, das an manchen Stellen schon verrostet ist, sei viel zu schade, befanden Baumann und Dr. Schneider. Auch bestehe die Gefahr, dass es gestohlen werden könne.

So wurde bei Claudia Fink eine Kopie in Auftrag gegeben, die nun am "Klösterle" darauf hinweist, dass hier früher aus einer königlich bayerische Gendarmerie-Station heraus für Recht und Ordnung in Bischofsheim gesorgt wurde.

Eine Kuriosität galt es noch zu klären: Warum wird die ehemalige Gendarmerie-Station bzw. das Gefängnis als "Klösterle" bezeichnet? Die im Jahr 2010 herausgegebene Chronik der Stadt gibt Auskunft: 1646 wird das Klösterle erstmals als "Episcopium ad Rhönam" erwähnt. Im Winter wohnten hier die Mönche vom Kloster Kreuzberg. So erhielt es seinen Namen "Klösterle". 1807 wurde es an die Regierung von Würzburg verkauft und durch einen Neubau ersetzt, im dem eine Gendarmeriestation untergebracht wurde. Wenn früher jemand dort eine Arreststrafe absitzen musste hieß es: "Er kommt ins Klösterle".

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