Bischofsheim an der Rhön
Feier

Heidelsteinfeier trotzt dem Regen

An so viel Regen bei einer Heidelsteinfeier können sich selbst eingefleischte Rhönklubler nicht erinnern. Der seit Juli neu gewählte Präsident Jürgen Reinhardt und sein gesamtes Präsidium nahmen es gelassen.
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Foto: Marion Eckert
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Die Heidelsteinfeier des Rhönklubs ist noch nie ausgefallen, selbst in Kriegszeiten fand sie statt, da könne doch in der heutigen Zeit selbst ein noch so heftiger Regen der Tradition nicht Einhalt gebieten. Gleich zu Beginn dankte Vizepräsident Bernd Müller-Strauß allen die gekommen waren.

"Die Heidelsteinfeier ist eine traditionsreiche Feier. Es war in diesem Jahr die 91. Immer wieder werde die Frage aufgeworfen, ob eine Feier zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege und die Toten des Rhönklubs noch zeitgemäß ist. Bernd Müller-Strauß fragte: "Muss eine Tradition beendet werden, nur weil der sogenannte Besucherstrom nachlässt?" Die Heidelsteinfeier sei mehr als ein Totengedenken, sei eine Gelegenheit, um alte Bekannte wieder zu sehen und um gemeinsam nach vorne zu schauen.

Dass Tradition bewahrt und zugleich entwickelt werden kann, das zeigte sich bei der ersten Heidelsteinfeier, der
Jürgen Reinhardt als Präsident vorstand. So wurde das Lied "Ich hatte einen Kameraden" nicht mehr gespielt und durch den Choral "Näher mein Gott zu Dir" ersetzt. Als Grund führte Reinhardt an, dass "Ich hatte einen Kameraden" dem militärischen Zeremoniell vorbehalten und daher für die Heidelsteinfeier nicht mehr zeitgemäß sei. In der Anfangszeit war die Heidelsteinfeier ein Gedenken der gefallenen Rhönklubmitglieder und daher war es auch angebracht, sei heute aber überholt. Neu in der Musikfolge war auch das Lied "Über die Berge schallt". Diese Lied spiegele in besonderer Weise das Land der offenen Fernen wieder.

Jürgen Reinhardt gab einige Gedanken über Sterben und Tod weiter und verlas stellvertretend für die insgesamt 303 Rhönklubmitglieder, die im vergangenen Jahr verstorben sind, einige Namen. An erster Stelle nannte er den ehemaligen Präsident des Rhönklubs Ewald Klüber. Namentlich benannt wurde auch Berthold Braun, der langjährige Vorsitzende der Region Saale.

Ein Vierteljahrhundert ist es er, das der eiserne Vorhang, der Europa in zwei Blöcke spaltete, beseitigt wurde. Heute kann grenzenlos durch die Rhön gewandert werden. Bundestagsabgeordnete Michael Brand hat dies in seiner Gedenkrede deutlich zum Ausdruck gebracht. "Grenzenlose, wunderbare Rhön" nannte er seinen Vortrag, in dem er einen großen politischen und zeitgeschichtlichen Bogen spannte. "Die Zeiten sind nicht einfacher, die Herausforderungen sind komplexer geworden", fasste Brand zusammen und bat mutig und zuversichtlich, mit Klugheit und Tapferkeit und mit Gottes Segen in die Zukunft zu blicken.

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