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Wollbach bei Bad Neustadt an der Saale
Nepalerdbeben

Frauenbund Wollbach spendet 1.000 Euro für Nepals Erdbebenopfer

Die Notärztin Birgit Kirsch ist derzeit in Nepal, um den Erdbebenopfern zu helfen. Dafür benötigt sie unter Anderem viel Geld - Nun wurde sie vom katholischen Frauenbund Wollbach mit 1.000 Euro unterstützt.
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Einen Scheck über 1.000 Euro übergab die Vorsitzende des katholischen Frauenbundes Wollbach, Gerlinde Finsterle, an die Präsidentin des Lionsklub Bad Königshofen, Alexandra Bilko-Pflaugner Mit ihr waren zur Scheckübergabe Mitglieder der Vorstandschaft gekommen. Foto: Friedrich
Einen Scheck über 1.000 Euro übergab die Vorsitzende des katholischen Frauenbundes Wollbach, Gerlinde Finsterle, an die Präsidentin des Lionsklub Bad Königshofen, Alexandra Bilko-Pflaugner Mit ihr waren zur Scheckübergabe Mitglieder der Vorstandschaft gekommen. Foto: Friedrich
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Einen Scheck über 1.000 Euro hat die Vorsitzende des katholischen Frauenbundes Wollbach, Gerlinde Finsterle, an die Präsidentin des Lions Club Bad Königshofen, Alexandra Bilko-Pflaugner, übergeben. "Sie sind für ihr Projekt zur Unterstützung der Notärztin Birgit Kirsch aus Bad Königshofen," sagte Gerlinde Finsterle. Bilko- Pflaugner dankte herzlich und Schatzmeister Ansgar Büttner ergänzte, dass sich damit die Spendensumme auf 6.500 Euro erhöht hat. "Wir sind also nah an unserem Ziel 10.000 Euro." Möglich wurde dies unter Anderem durch die aktuelle Berichterstattung, so Büttner.

Finsterle meinte bei der Spendenübergabe, dass der Frauenbund Wollbach alljährlich verschiedene Aktionen durchführe, deren Erlös in soziale Zwecke fließe. Dazu gehöre zum Beispiel der Weltgebetstag, die Karfreitagsandacht, das Kräuterbüschelbinden oder auch der Adventsbasar.
"Als wir in der Zeitung von der Katastrophe gelesen haben und erfuhren, dass eine Ärztin aus Rhön-Grabfeld vor Ort ist und Hilfe braucht, haben wir spontan entschieden, zu helfen." Wichtig war der Vorstandschaft, dass das Geld die Betroffenen direkt erreicht.

Immernoch katastrophale Lage in Nepal

Mittlerweile liegen weitere Berichte von Birgit Kirsch aus Bad Königshofen vor, in denen sie die Aufräumarbeiten beschreibt. Viele Anwohner übernachten weiterhin im Freien, teilweise aber schon etwas näher an den Häusern. Aus Bhaktapur berichtet Birgit Kirsch, dass diese Stadt im Kathmandutal am schlimmsten betroffen gewesen war und die höchsten Erdbebenopfer verzeichnen würde. Die Nepalesen bezeichnet die Bad Königshofener Notärztin als "Stehaufmännchen, das nicht klein zu kriegen sind". Dies zeigt sich auch bei den Abbrucharbeiten: Mit bloßen Händen und ohne jegliches Werkzeug werden Ziegelsteine abgetragen und zur Wiederverwendung aufgestapelt. Birgit Kirsch: "So konnte ich miterleben, wie die einsturzgefährdete Front eines Wohnhauses mit einem Seil und alleiniger menschlicher Muskelkraft abgerissen wurde. In Deutschland wäre in einem solchen Fall der ganze Bezirk abgesperrt gewesen, technisches Gerät, Feuerwehr, Rettungsdienst und weitere Kräfte vor Ort, außerhalb des Gefahrenbereichs, versteht sich - aber wir sind in Nepal..."

Bei ihrer Rundfahrt ist Kirsch auf ein von NAVIS errichtetes Camp gestoßen. NAVIS ist eine kleine deutsche Firma mit Sitz in Moosburg bei München. Sie betreibt medizinische Nothilfe und war zuletzt auf den Philippinen. Man wisse, dass in solchen Situationen Wasser immer ein Problem sei und spezialisiere sich daher zusätzlich auf Wasseraufbereitung, erfuhr Kirsch. Im Camp in Nepal steht eine Anlage der Firma Kärcher Water Clean RO 500, die pro Stunde 500 Liter Wasser in deutschem Qualitätsstandard produziert. Sie benötigt aber Strom und Chemikalien. In Bhaktapur gibt es eine Anlage der Firma. Für die Chirurgin der Herz- und Gefäßklinik am Rhönklinikum Bad Neustadt ist dies ein Ansatzpunkt in Sachen Wasserversorgung, über den sie sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland genauer informieren will. Dazu will sie sich mit den Herstellern direkt in Verbindung setzen.

Kostenlose Behandlungen für die Erdbebenopfer

Nach wie vor behandeln alle Kliniken, auch private, Erdbebenopfer kostenlos, "so dass der Besitzstand der Patienten ausnahmsweise mal keine Rolle spielt". Noch immer gäbe es aber Probleme mit der Auslieferung der Hilfsgüter am Flughafen. Dort stünden Container von "Ärzte ohne Grenzen, die keiner abholt und die Besitzer haben keinerlei Kontaktdaten hinterlassen. Probleme gibt es auch bei Arbeitsgeräten, wenn Flugzeuge ent- oder beladen werden. ", wie Kirsch berichtete. Die wenigen Gabelstapler, die der Flughafen besäße, hätten sich das US-Militär oder die indische Army unter den Nagel gerissen, erfuhr die Notärztin vor Ort. Jetzt müssten die Flughafenmitarbeiter bei den Amerikanern betteln gehen, damit sie sich ihre eigenen Stapler ausleihen dürften. Zur Befahrbarkeit der Straßen sagt Birgit Kirsch, dass etliche Straßen durch eingestürzte Häuser blockiert seien. "Wir haben auch inzwischen notdürftig ausgebesserten tiefen Risse in der Straße gesehen. An einer Stelle ist eine Strecke von geschätzten hundert Metern etwa einen Meter tiefer gerutscht, als die restliche Straße."

Der Lionsklub Bad Königshofen hat ein Spendenkonto für die Hilfe im Erdbebengebiet Nepal eingerichtet: Sparkasse Bad Neustadt Nr. 300772 Blz: 79353090 - Kennwort Nepalspende.

kbj

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