Bischofsheim an der Rhön
Ausbildung

Ein unterschätzter Beruf

Die Hauswirtschaftsschule Bischofsheim geht seit 70 Jahren alle Entwicklungen und Veränderungen mit. Im September startet ein neuer Kurs Hauswirtschaft in Teilzeit.
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Viel fachliches Know-How für das Haushaltsmanagement, ein weitere Berufsausbildung, wertvolle Erfahrungen und Freundschaften erfahren die Teilnehmer des einsemestrigen Studiengangs an der Hauswirtschaftsschule in Bischofsheim. Im September startet ein neuer Jahrgang. Noch sind einige Plätze frei. Foto: Marion Eckert
Viel fachliches Know-How für das Haushaltsmanagement, ein weitere Berufsausbildung, wertvolle Erfahrungen und Freundschaften erfahren die Teilnehmer des einsemestrigen Studiengangs an der Hauswirtschaftsschule in Bischofsheim. Im September startet ein neuer Jahrgang. Noch sind einige Plätze frei. Foto: Marion Eckert

Vom Waschbrett zum Waschvollautomaten, vom ersten Elektroherd mit drei Platten zum Induktionsherd, der per App eingeschaltet werden kann - im Haushalt hat sich vieles in den vergangenen 70 Jahren rasant verändert. Diese Veränderungen ist die Bischofsheimer Hauswirtschaftsschule stets mitgegangen. Das Rollenbild der nicht erwerbstätigen Hausfrau und Mutter, hin zur einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit als Hauswirtschafterin hat die Schule mit Bravour vollzogen. Es werden Kompetenzen vermittelt, die im Berufs- und im Privatleben von großer Bedeutung.

"Hauswirtschaftliche Fachkräfte sind gesucht. Was früher fast ausschließlich privat geleistet wurde, wird heute immer öfter in professionelle Hände gelegt. Berufe rund um die Hauswirtschaft gewinnen immer mehr an Bedeutung. Sie sind modern, attraktiv und perspektivenreich", ist Schulleiterin Doris Hartan-Khan überzeugt.

Am Dienstag, 17. September soll in der Landwirtschaftsschule Abteilung Hauswirtschaft in Bischofsheim wieder ein neuer einsemestriger Studiengang Hauswirtschaft in Teilzeit beginnen, noch sind einige Plätze frei. Dieses Bildungsangebot des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bietet allen Frauen und Männern im ländlichen Raum eine Chance zur Weiterbildung.

Für die Schulleiterin steht fest: "Hauswirtschaft ist ein Zukunftsberuf". Eingeladen und angesprochen fühlen sollen sich alle an Hauswirtschaft und beruflicher Qualifikation interessierte Frauen und Männer. "Die Ausbildung schafft eine fundierte Grundlage zur Führung eines Haushalts - ob im eigenen oder fremden Privathaushalt, im landwirtschaftlichen Unternehmerhaushalt oder in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, wie Kindergärten, Schulen, Senioreneinrichtungen oder Krankenhäuser", fasst die Schulleiterin zusammen.

Der einsemestrige Studiengang vermittelt hauswirtschaftliches Grundwissen in Theorie und Praxis und helfe so, den Alltag rationeller zu organisieren. Die Teilnehmer erfahren, wie im Haushalt zeit- und kostensparend und dabei nachhaltig gewirtschaftet werden kann. Er vermittelt Kompetenzen zu ausgewogener Ernährung und Küchenpraxis, stärkt Persönlichkeit und Auftreten.

"Es ist ein Beruf, der unterschätzt wird. Hauswirtschaft ist aber sehr attraktiv und abwechslungsreich, eine Arbeit, die Zukunft hat", wirbt die Schulleiterin und macht darauf aufmerksam, dass eine Hauswirtschaftliche Ausbildung nicht nur im Hauswirtschaftlichen Dienstleistungssektor Zukunftsaussichten bietet. "Auch in den regulären Berufen profitieren die Absolventen von einer hauswirtschaftlichen Bildung", sagte sie und verwies auf verschiedene Beispiele von ehemaligen Studierenden, denen die Grundlagen, die sie in der Hauswirtschaft erlernten, nun zu Gute kommen. Sei es bei der Gestaltung von Empfängen oder bei den oft alltäglichen Bewirtungen in Büros und Unternehmen. Da ist der Kaffee für die Gäste des Chefs zu servieren, eine Geschenk für gute Kunden nett zu gestalten oder eine ansprechende Dekoration ist nötig. "Die Frauen profitieren in ihrem Berufsalltag von der Hauswirtschaft. Sie gewinnen Sicherheit und können ihr Erlerntes einbringen", fasste die Schulleiterin zusammen.

Die Schule bereite zudem künftige Bäuerinnen auf ihre Arbeit im landwirtschaftlichen Haushalt und Betrieb vor und schaffe Grundlagen für eine mögliche Berufstätigkeit im landwirtschaftlichen Bereich.

Natürlich werde durch die hauswirtschaftliche Ausbildung auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert. Wer rationell und effektiv "das bisschen Haushalt" managen könne, mit fundiertem Wissen zur Ernährung, Erziehung und Hauswirtschaftlichen Fertigkeiten, der habe mehr Freiräume und Kraft für die weiteren Herausforderungen des Alltags und für persönliche Freizeit.

Informationen

Voraussetzung: Die Ausbildung richtet sich an Frauen und Männer ohne hauswirtschaftliche Berufsbildung. Im Mittelpunkt stehen praktische Fertigkeiten und Fachwissen in der Hauswirtschaft und Ernährung, Familien- und Haushaltsmanagement. Der Studiengang stärke Persönlichkeit und Auftreten, er fördere unternehmerisches Denken und Handeln. Zudem vermittle er die pädagogische Eignung, um Personen auszubilden oder anzuleiten.

Unterrichtsform: Zu besseren Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Berufstätigkeit findet der Unterricht in Teilzeitform statt. Die 660 Unterrichtsstunden verteilen sich auf einen Zeitraum von zirka eineinhalb Jahren. Unterrichtstage sind Dienstag und Mittwoch vormittags. Der Schulbesuch ist kostenfrei. Die Ferienzeiten sind unterrichtsfrei.

Abschluss: Die Absolventen verlassen die Schule als "Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung" und können bei entsprechenden Voraussetzungen die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft ablegen. Dies kann die Grundlage für die weitere berufliche Zukunft sein, beispielsweise eine Tätigkeit im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereich, in landwirtschaftlichen Einkommenskombinationen oder einem Großhaushalt. Aber auch für weitere Fortbildungen, beispielsweise zur Referentin für Hauswirtschaft und Ernährung oder zur Meisterausbildung in der Hauswirtschaft.

Informationen gibt es im Internet oder per Tel.: 09772/ 932 80. Auskunft gibt Schulleiterin Doris Hartan-Khan oder jede andere Kollegin aus dem Team.

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