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Großeibstadt
Corona-Krise

Fränkischer Tierschutzhof schlägt Alarm: Versorgung von rund 80 Tieren in Gefahr

Die Corona-Krise macht auch vor dem Tierschutzhof Rhön-Grabfeld im unterfränkischen Großeibstadt nicht Halt. Durch die Schließung der Einrichtung für Besucher und den Rückgang von Spendengeldern stehen der Verein und seine ehrenamtlichen Helfer vor einer ungewissen Zukunft. Sollte die Pandemie länger andauern, wäre sogar die Versorgung der rund 80 Tiere gefährdet.
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Foto: Tierschutzhof Rhön-Grabfeld
Damit seine rund 80 "Schützlinge" weiterhin versorgt werden können, bittet der Tierschutzhof Rhön-Grabfeld eindringlich um Mithilfe aus der Bevölkerung. Foto: Tierschutzhof Rhön-Grabfeld
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Der Tierschutzhof Rhön-Grabfeld braucht dringend Hilfe: Akut benötigt würden vor allem Tierfutter oder Geldspenden - ansonsten sei die Versorgung der etwa 80 Tiere, die aktuell auf dem Hof leben, ernsthaft in Gefahr. 

Die Corona-Pandemie bringt für die meisten Menschen und Branchen zahlreiche Einschnitte mit sich: Dem Tierschutzhof Rhön-Grabfeld im unterfränkischen Großeibstadt hat die Krise ganz besonders zugesetzt: Weil Publikumsverkehr und Reitbetrieb kurzerhand den derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen zum Opfer fielen, sind dem gemeinnützigen Verein mit einem Schlag die wichtigsten Einnahmequellen weggebrochen.

Tierschutzhof in Franken vor dem Aus? Corona-Krise bedroht Versorgung 

Aufgrund des grassierenden Coronavirus und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen musste der Tierschutzhof sein Gelände für Besucher unlängst schließen. Dadurch kommt der Verein jetzt in ernste finanzielle Schwierigkeiten. Durch den Wegfall des (ohnehin nicht kommerziellen) Reitbetriebs und der geplanten Kinderangebote in den Osterferien fehlen dem Hof nun wichtige Gelder für die nahtlose Versorgung der derzeit rund 80 Tiere.

Erworben hat der Verein das circa 3000 Quadratmeter große ehemalige landwirtschaftliche Areal Anfang August 2008. Augenblicklich bietet das Anwesen Unterschlupf für 27 Pferde und Ponys, 20 Katzen, fünf Ziegen, drei Hängebauchschweine, zwei Hunde sowie diverse Nagetiere. 

Der Hof soll Tieren, die in ihrem Vorleben nicht immer auf der Sonnenseite des Daseins standen, ein artgerechtes Zuhause geben. Seine "Bewohner" wurden etwa aus schlechter Haltung, aus Tiertötungsanlagen oder vor dem Schlachthaus gerettet. Sie werden seitdem von ehrenamtlichen Tierfreunden in deren Freizeit betreut und versorgt.

Tierschützer müssen bangen: "Keine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln"

Im Gegensatz zu Tierheimen erhalte der Tierschutzhof  keine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln, obwohl er "einen großen Dienst für die Allgemeinheit" leiste. "Wir sind ein Verein und haben uns das selber aufgebürdet. Das ist jetzt natürlich unser Problem, wie wir zurechtkommen", sagt Thomas Draxler, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins im Gespräch mit inFranken.de.

Die Finanzierung des Tierschutzhofs Rhön-Grabfeld setzt sich aus drei Säulen zusammen: Geld- und Futterspenden, Einnahmen aus Reitunterricht und Tierschutzvorträgen für Kinder sowie dem „Eigenkapital“ seiner derzeit knapp zehn freiwilligen Helfer. "Es verdient keiner einen Cent bei uns. Wir machen das alle ehrenamtlich hier und stecken zum Teil auch unser privates Geld in den Hof hinein. Nachdem bei manchen aktuell aber Kurzarbeit angesagt ist, bröselt es gewaltig", so Draxler weiter.

Zudem sei seit Jahresanfang das Spendenaufkommen für die Unterstützung des Vereins drastisch zurückgegangen.  Auch eine Unterstützung durch den Landkreis Rhön-Grabfeld oder der Gemeinde Großeibstadt erfahre der Tierschutzhof „in keinster Weise“. Seit seiner Gründung vor 17 Jahren sei der gemeinnützig anerkannte Verein auf sich selbst angewiesen. 

Rund 80 Tiere in Not: So können Sie jetzt helfen

Damit die rund 80 "Schützlinge" des Hofs weiterhin versorgt werden können, bittet der Tierschutzhof inständig um Mithilfe aus der Bevölkerung. Ob Futter- oder Geldspenden - in welcher Form der Tierschutzhof Unterstützung erhält, spielt dabei keine Rolle. "Wir sind da nicht wählerisch", sagt Draxler. "Jede Hilfe ist uns willkommen." Im Moment herrsche vor allem Mangel an Nahrung für die 20 Katzen, die auf dem Hof leben. „Aber auch Heu und Stroh werden langsam, aber sicher knapp“, betont der Tierschützer. „Das, was wir aktuell da haben, wird noch etwa einen Monat reichen.“

Tierfutter kann direkt am Hof am Mosesbrunnen 2 in Großeibstadt abgegeben werden. Geldspenden können auf das Konto bei der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge (IBAN: DE93 7935 0101 0009 0187 48) eingezahlt werden.

Was die Dauer der Corona-Pandemie anbelangt, zeigt sich der stellvertretende Vereinsvorsitzende nicht gerade optimistisch. "Die Spitze des Eisbergs ist noch nicht erreicht. Das wird noch richtig heftig werden", vermutet Draxler. Er rechnet damit, dass die erlassenen Ausgangsbeschränkungen auch noch nach den Osterferien Gültigkeit haben werden. „Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind wichtig und sinnvoll, dürfen aber nicht zur Last unschuldiger Tiere gehen“, heißt es vonseiten des Tierschutzhofs.

So wie in ganz Deutschland steigt die Zahl der Infizierten mit dem gefährlichen Lungenvirus auch in Franken. Die Region in Rhön-Grabfeld ist ebenfalls davon betroffen. Den aktuellen Stand der COVID-19-Fälle erfahren Sie in unserer Karte - inklusive Stand der Aktualisierung.