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Saal an der Saale
Jubiläum

Brexit hätte beinahe das Treffen verhindert

Seit 25 Jahren sind der Segeflieger Glinig Club Dunstable (England) und der Flugsportverein Grabfeld befreundet. Das wurde jetzt ausgiebig gefeiert.
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Die Engländer  rollten mit ihren Segelflugzeugen im Schlepp über den Platz. Foto: Hanns Friedrich
Die Engländer rollten mit ihren Segelflugzeugen im Schlepp über den Platz. Foto: Hanns Friedrich
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Es hätte nicht viel gefehlt und das 25-Jährige Bestehen der Freundschaft zwischen dem Segelflieger gliding Club Dunstable (England) bei London und dem Flugsportverein Grabfeld hätte nicht stattfinden können. Wäre es im April zum Brexit gekommen, dann hätte es zwei Möglichkeiten gegeben. "Bei No Deal hätten wir nicht nach Europa und damit nach Saal einreisen können, denn dann hätten wir keine Zulassung und auch die Lizenzen wären ungültig gewesen," sagt Toni Hutchings. Mit Deal wäre luftfahrtmäßig alles geregelt gewesen und die Londoner hätten nach Deutschland einreisen können. Glücklicherweise wurde die Brexitentscheidung auf Oktober dieses Jahres verschoben.

Damit stand dem Jubiläumstreffen nichts mehr im Wege. Von London ging es teils mit der Fähre, teils auch mit dem Zug durch Eurotunnel von Folkestone in Kent nach Conquelles nahe Calais (Frankreich). In Saal an der Saale kamen die Gäste aus England am Pfingstsonntag gegen Mittag an. Begonnen hat alles vor 30 Jahren, als Fluglehrer Peter Volz im Urlaub in Australien Toni Hutchings kennen lernte und dabei natürlich das Thema "Segelflug" eine Rolle spielte.

Im Jahr 1990 war das erste Treffen in Saal, in den letzten Jahren dann regelmäßig zum Pfingstfest. "Es ist die familiäre Atmosphäre, die Flugbedingungen, die Bewirtung "und vor allem die guten selbst gebackenen Kuchen, die es bei unserer Ankunft immer gibt", sagt Guy Corbett. Der gliding Club Dunstable hat 360 Mitglieder und betreibt eine kommerzielle Segelflugausbildung, erläutert Peter Volz.

Noch einmal auf den Brexit und die damit verbundenen Einschränkungen angesprochen, sagen die Fluggäste aus London, dass viele Engländer nicht abschätzen können, was das für das Land bedeutet. "Wir hoffen auf eine erneute Abstimmung, bei der dann auch diejenigen, vor allem die Jugend, zur Wahl gehen, denn dann dürfte es anders ausfallen", sagen die englischen Flieger. Auch innenpolitisch sei der Brexit ein "Pulverfass" vor allem was Irland und Schottland betrifft. "Wir hoffen jetzt das Beste und, dass wir im nächsten Jahr wieder problemlos in die EU Staaten einreisen und hierher nach Saal an der Saale zu unseren Fliegerfreunden können", meint Hutchings. Natürlich waren auch schon die Saaler in Dunstable in England und zwar zum 75. Bestehen des Vereins, erklärt Fluglehrer Peter Volz.

In den vergangenen zehn Tagen haben die englischen Flieger sowohl das Grabfeld als auch die Rhön, sowie die verschiedenen Gegenden aus der Vogelperspektive erkundet und waren auch in Thüringen. Pro Tag legten sie oft mehr als 500 Kilometer zurück und landeten unter anderem in Weiden in der Oberpfalz, in Hof und flogen bis nach Erfurt und Leipzig. "Die Wetterverhältnisse, die Thermik ist hier viel besser als bei uns auf der Insel", sagen sie. Nicht mit der Winde, sondern im Flugzeugschlepp-Start, also durch ein Motorflugzeug, ließen sich die Engländer in den oftmals weiß-blauen Himmel ziehen. Der Grund: "Dann ist man schneller im Wolkenbereich und hat die notwendige Thermik", erklärt Christian Schön, Vorsitzender des Flugsportvereins Grabfeld.

Die Gäste sind schon seit vielen Jahre in der historischen Mühle in Hollstadt untergebracht, fügt er an. "Solche Treffen bei uns am Flugplatz sind somit auch für unsere heimischen Gastronomen aber auch die verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten von Vorteil," sagt der Vereinsvorsitzende. So war die Gruppe zum Beispiel jeden Abend in einer Gastwirtschaft zum Essen. Schmunzelnd erzählt Peter Volz, dass sich die Gäste aus London vor allem immer auf den Nachtisch freuen. "Das Essen bei uns in Deutschland ist etwas ganz anderes als in England, vor allem das Eis oder die verschiedenen Süßspeisen zum Abschluss."

Der Saaler Flugplatz ist für verschiedene Fluglager von jeher interessant. So waren in diesem Jahr schon Den Helder (Holland), da, dann eben Dunstable (England), und als nächstes haben sich zum 1. Juli die Gleitschirmflieger Heilbronn, sowie danach der Verein Bohmte/Melle, und FC Condor Antersberg angesagt. Weiter geht es am 7. September mit dem Ferienfliegen. "Langeweile kommt bei uns am Flugplatz in Saal an der Saale keinesfalls auf", sagen Volz und Schön.

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