Bischofsheim an der Rhön
Freizeit-Serie

Urlaub in der Rhön: Hinauf zum heiligen Berg der Franken

Mit dem Cali-Campingbus unterwegs zu acht Zielen in Ober-, Mittel- und Unterfranken. Heute: Die Rhön rund um den Kreuzberg.
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Bis weit ins Hessische hinein reicht der Blick von der Kreuzigungsgruppe in 900 Metern Höhe. Fotos: Ronald Rinklef
Bis weit ins Hessische hinein reicht der Blick von der Kreuzigungsgruppe in 900 Metern Höhe. Fotos: Ronald Rinklef
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Er hatte eine Begegnung mit dem "Chef", erklärt Pater Reiner. Und beantwortet damit unsere Frage, warum er eigentlich Mönch geworden sei. Seit acht Monaten lebt der Franziskaner auf dem Kreuzberg in der Rhön, dem heiligen Berg der Franken. In 928 Meter Höhe über dem Meerresspiegel. Er leitet dort das Bruder-Franz-Haus. Dass jährlich rund 600.000 Menschen auf den Kreuzberg pilgern, das findet auch Pater Reiner sehr in Ordnung.

Die Wanderer, Mountainbiker und Wallfahrer bringen schließlich auch eine Menge Geld in die Klosterkasse. Mit Blick auf das weithin bekannte süffige Bier der klostereigenen Brauerei gestattet sich der Theologe dennoch den Hinweis, gepilgert werde mehr zum Krug als zum Kreuz. Das will er ändern. Mit entsprechenden spirituellen Angeboten. Ganz im Geiste des Ordensgründers soll das Kreuz, das dem Berg den Namen gegeben hat, wieder ein wenig mehr in den Vordergrund rücken. Soll ein gleichgewichtiges Nebeneinander von Kreuz und Krug ermöglichen.

Mit unserem Campingbus fahren wir ganz hoch auf den Kreuzberg. Bis zum Sendemast des Bayerischen Rundfunks und zur darunter liegenden Kreuzigungsgruppe, für die der Wanderer noch eine gehörige Anzahl von Stufen zu überwinden hat, ehe er den wunderschönen Ausblick auf die gegenüberliegende Wasserkuppe und weiter hinein ins Hessische genießen kann.

Geerd Müller vom Tourismusverband bayerische Rhön begleitet uns seit dem Treffen in Bad Kissingen auf unserer Tour. Er signalisiert Verständnis für die Position des Paters. Weist aber auch auf die Bedeutung des Kreuzbergs als touristisches Zugpferd für die ganze Region hin. Die Rhön, ein Wander- und Radlerparadies ohne den Kreuzberg, das geht gar nicht.

Wir wollen wissen, was es für Freizeitsportler sonst noch Interessantes in der Region gibt. Müller lotst uns nach Thulba. Dort gibt es etwas, das man in dieser Gegend nicht unbedingt erwartet - eine Wasserskiseilbahn, neudeutsch auch Wakepark genannt. Tom Golla, ein Norddeutscher, ist Initiator dieses Wassersportzentrums. Statt vom Motorboot werden die Wasserskifreaks hier von einer Seilbahn gezogen. Gleich mehrere nebeneinander, und, wer will, kann noch eine der zahlreiche Sprungschanzen nehmen. Das Wassersportzentrum wird gut angenommen. Wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil gleich neben der Anlage eine Übernachtungsmöglichkeit für Wohnmobilisten gegeben ist.

Wir wollen von unserem Führer Näheres über kulinarische Spezialitäten der Region erfahren. Müller dirigiert uns nach Stralsbach, in den Gasthof "Zum weißen Rössl". Inhaber Thomas Hergenröder betreibt hier mit seiner Familie einen Betrieb mit gut 400-jähriger Tradition. Und er serviert uns als Spezialität des Hauses Kalbstafelspitz im Sud mit frisch geriebenem Meerrettich und Nudeln. Eine sehr geschmackvolle Kombination, von der Gattin serviert und von Sohn Thomas um selbstgemachte Pralinen im Dessert angereichert. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass Hergenröders auch einen eigenen Schnaps brennen. Wir beschließen unseren Trip durch die Rhön in Hammelburg, der ältesten Weinstadt Frankens. Elfriede Böck von der Touristeninformation führt uns in den größten Weinkeller im Kellereischloss, wo die Fuldaer Äbte früher ihre Weine lagerten. Ein 10.000-Liter-Fass reiht sich ans andere - kolossal. Und in einigen kann man sogar sitzen und Wein verkosten. Natürlich den örtlichen. Ein gelungenes Finale.



Freizeittipps für die Rhön rund um den Kreuzberg

Camping Bad Kissingen
Ein wunderschön gelegener Campingplatz, von dem aus das Stadtzentrum und der Kurpark sehr leicht zu erreichen sind. Auch Kanufahrer sind hier stets willkommen, versichert uns die Chefin Judith Voll. Eine Besonderheit weist der Platz zudem auf. Camper, die ihren Wohnwagen nicht selbst nach Bad Kissingen chauffieren können oder wollen, werden vom Chef des Platzes persönlich abgeholt. Ein Kundenservice, der sich wohl sonst kaum mehr findet.

Wakepark Thulba
Für Wassersportfreunde eine Topadresse. Der See für die Wasserskiseilbahn wurde eigens für diesen Zweck aufgestaut.

Hammelburg
Das Städtchen wirbt nicht nur damit, die älteste Weinstadt Frankens zu sein. Die heimischen Weine haben in den letzten Jahren auch an Qualität deutlich zugelegt. Beeindruckend ist ein Besuch des Kellereischlosses mit seinem großen Weinkeller.
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