Hollstadt
Brand

Scheunenbrand im Kreis Rhön-Grabfeld: 110 Schweine sterben

Beim Großbrand einer Scheune in Hollstadt im Kreis Rhön-Grabfeld sind in der Nacht auf Dienstag über 100 Schweine ums Leben gekommen.
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Fotos: Hanns Friedrich
Fotos: Hanns Friedrich
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Ein Schaden, der an die Millionengrenze herangehen dürfte, entstand am frühen Dienstagmorgen in einem ANwwesen am Ortsausgang von Junkerhausen bei Hollstadt im Kreis Rhön-Grabfeld.

An die 250 Rettungskräfte der Feuerwehr, des BRK Rhön-Grabfeld und des Technischen Hilfswerk waren im Einsatz. Vor Ort außerdem der Brand- und Katastrophenschutzbeauftrage des Landkreises Rhön-Grabfeld, Gerald Söder, die Einsatzleitungen der Feuerwehr und des BRK, sowie die verschiedenen Schnelleinsatzgruppen. Außerdem Beamte der Polizeiinspektion Bad Neustadt. Alarmiert waren unter anderem Feuerwehren aus Hollstadt, Junkershausen, Wargolshausen, Bad Neustadt, Mellrichstadt, Hendungen, Wülfershausen, Großeibstadt, Saal, Bad Königshofen und aus Bischofsheim war der große Schlauchwagen vor Ort. Nach gut einer Stunde hatten die Feuerwehrleute den Brand weitgehend unter Kontrolle.

Gelungen ist es den Wehrleuten aber auch das dem Brandherd gegenüberliegende Wohnhaus vor einem Übergreifen der Flammen und durch starken Funkenflug zu verhindern. Schon aus mehreren Kilometern konnte man am frühen Morgen die Flammen sehen, die meterhoch in den Himmel schossen. Ein starker Wind hatte wohl dazu geführt, das sowohl Stallung als auch Scheune und schließlich die Werkstatt ein Raub der Flammen wurden.

Informiert wurde auch die Ortsbevölkerung, weil starker Funkenflug in Richtung Dorf ging. Nach ersten Informationen der Polizei verbrannten in den Stallungen etwa 110 Schweine, 20 konnten gerettet werden und mussten am Dienstag bei Tageslicht im Umfeld des Brandortes eingefangen werden. Den Flammen fielen auch etwa 280 Tonnen der Getreideernte zum Opfer.

Noch in der Nacht nahmen Beamte der Kriminalpolizei Schweinfurt die Ermittlungen am Brandort auf. Als die ersten Feuerwehren kurz nach 1.30 Uhr am Brandort ankamen standen Stall und angrenzende Scheune bereits im Vollbrand. Grund dafür war ein starker Wind, der das Feuer immer neu entfachte und weiter trieb. Dadurch entstand aber auch ein wahrer Funkenregen, der über die Brandstelle und das Dorf Junkershausen selbst niederging. Das war Grund die Bevölkerung entsprechend zu informieren. Vor Ort waren die Kreisbrandmeister und Kreisbrandinspektor Michael Weber, der an der Einsatzleistelle, gegenüber dem Friedhof die notwendigen Besprechungen vornahm.

Unterstützung gab es von den beiden Einsatzleitungen der Feuerwehr und auch des BRK Rhön-Grabfeld. Notarzt und zahlreiche Rettungskräfte waren vor Ort und kümmerten sich vor allem um die von der Brandkatastrophe heimgesuchte Familie aber auch verschiedene Anwohner. Nach ersten Schätzungen waren an die 200 Feuerwehrleute vor Ort, hinzu kamen die 40 Einsatzkräfte des BRK Rhön-Grabfeld und des Technischen Hilfswerks Mellrichstadt. Eingesetzt waren für die Brandbekämpfung die beiden Drehleitermannschaften aus Mellrichstadt und Bad Königshofen.

Gegen 3 Uhr morgens war der Brand dann weitgehend unter Kontrolle, aber immer noch mussten aufkommende Flammen von den Wehrmännern gelöscht werden. Probleme gab es beim Großbrand mit dem Löschwasser, das nach und nach zu Ende ging. Bürgermeister Georg Menninger, der mit seinen Wehrleuten vor Ort war, berichtete, dass man notfalls den Dorfweiher hernehmen könnte. Alarmiert wurden schließlich verschiedene Landwirte, die mit Güllefässern Wasser aus der Kläranlage abpumpten und zur Brandstelle fuhren. Zwischenzeitlich hatte die Integrierte Leitstelle Schweinfurt ebenfalls nach Junkershausen beordert. Das baute künstliche Wasserbehälter auf, in die das Kläranlagen-Wasser gepumpt und von dort zum Löschen verwendet wurde. Kurz nach 4 Uhr zogen dann nur noch große Rauchwolken über das Dorf und erst dann wurde erste das Ausmaß der Brandkatastrophe ersichtlich.


Aktualisierung am 10.11.2015, 14 Uhr:



Die Brandermittler der Kripo Schweinfurt haben den Brandort bereits intensiv untersucht. Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades ist die eindeutige Bestimmung der Brandursache nicht mehr möglich. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung haben sich bislang nicht ergeben. Aktuell gehen die Ermittler von einem technischen Defekt im Bereich des Schweinestalles aus. Die Zahl der verendeten Schweine hat sich auf 110 erhöht. Die Schadenssumme liegt nach ersten vorsichtigen Schätzungen bei etwa 500.000 Euro. Die Löscharbeiten der örtlichen Feuerwehren werden sich noch mindestens bis Mittwoch hinziehen. Noch immer werden vor Ort glimmende Glutnester bekämpft.


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