Laden...
Wülfershausen an der Saale
Imker-Erlebnistag

Rund um die fleißigen Bienen

Interessante Einblicke in die Welt der Bienen bot der 8. Imker-Erlebnistag in Wülfershausen. Allergiker erfuhren, warum sie sich nach der "Api-Therapie" mit Bienenstockluft nicht gleich hinters Steuer setzen sollten.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Api-Air-Therapie inhalieren Allergiker Bienenstockluft, die beruhigend wirken soll. Fotos: Archiv
In der Api-Air-Therapie inhalieren Allergiker Bienenstockluft, die beruhigend wirken soll. Fotos: Archiv
+5 Bilder
"Der Weg nach Wülfershausen lohnt sich für uns, dort finden wir alles, was wir brauchen", sagte ein Ehepaar, das aus Bad Mergentheim zu den 8. Imker-Erlebnistagen gekommen war. Eineinhalb Stunden Fahrzeit nehmen sie gern in Kauf, vor allem wegen der freundlichen Beratung.

"Junior-Chef Daniel Ruck hat uns gute Tipps gegeben und sich die Zeit für Erklärungen genommen", so die Kunden, die gern wiederkommen. Sie gehörten zu den mehr als 3000 Besuchern des speziellen Imker-Events, das bei schönstem Frühlingswetter auf dem Gelände der Firma Bienen-Ruck im Gewerbegebiet stattfand.
Ein echter Familienbetrieb ist Bienen-Ruck, wie Seniorchef Siegbert Ruck berichtete, er konnte gemeinsam mit Sohn Daniel auch Landrat Thomas Habermann und den Landtagsabgeordneten Steffen Vogel begrüßen.
Da das Betriebsgelände ausreichend Platz bietet, hatte Ruck auch einige Nachbarn aus dem Gewerbegebiet zur Präsentation ihrer Angebote eingeladen, außerdem zeigte Winfried Jordan von der gleichnamigen Rhön-Imkerei, wie man Wachs gewinnt, an einem anderen Stand gab es Informationen über Bienenpflanzen.

Nicht ausreichend erforscht

Die Beköstigungsstationen, organisiert vom Sportverein Eichenhausen/Saal und dem Imkerverein Bad Königshofen, waren dem Besucheransturm gewachsen. Die Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg vergnügen und am Kinderprogramm teilnehmen. Nicht nur die große Auswahl an Imkerzubehör, die Bienenprodukte und die preiswerten Ausstellungsangebote lockten die Besucher zu den Imker-Erlebnistagen, es ging auch um die Vertiefung von Wissen und neue Informationen durch mehrere Fachvorträge. Imkermeister Hans Beer berichtete vom richtigen Umgang mit der neuen Dadant-Beute und über die Varroa-Behandlung. Kleinimker Manfred Borgstädt blickte auf 20 Jahre Imkerei zurück und gab einen Überblick über die Veränderungen in dieser Zeit.

Imkermeister Hans Musch sprach am Sonntag zunächst über das Herold-Magazin, am besten besucht war jedoch sein Vortrag zu einem ganz neuen Thema, das auch für Nicht-Imker sehr interessant war: Api Air - Heilen mit Bienenstockluft. Dabei darf er das Wort "heilen" gar nicht verwenden, wie Musch berichtete, er darf nur von "günstig beeinflussen" sprechen. Wie Siegfried Ruck in seinen einleitenden Worten vor dem Vortrag erwähnte, ist der Bereich Apitherapie (Heilen mit Bienenprodukten) noch lange nicht ausreichend erforscht, hier bietet sich noch ein "unerschöpfliches Reservoir" im Gesundheitsbereich. Die Erfindung von Imkermeister Musch, eine Vorrichtung, mit der man Bienenstockluft für Kranke nutzbar machen kann, nannte er "ein Geschenk Gottes". Musch beschäftigt sich seit 30 Jahren mit den Bienen, die lindernde Wirkung der Bienenstockluft hat er selbst erfahren. Nach einer Kopfverletzung litt er ständig an Kopfschmerzen, die beim Umgang mit den Bienen verschwanden. Seine inzwischen patentierte Erfindung, eine Vorrichtung, um Bienenstockluft nutzbar zu machen, hat seine ersten Vermutungen bestätigt: Besonders Menschen mit Bronchitis, Asthma, Pollenallergien, Pseudokrupp, Immunschwäche und vieles mehr werden durch die Bienenstockluft "günstig beeinflusst".

Die beruhigende Wirkung der Bienenstockluft

"60 Prozent aller Krankheiten können durch die Api-Air-Behandlung eine Besserung erfahren", davon ist der Imkermeister aus Ochsenhausen überzeugt. In Russland wurden früher sogar psychisch Kranke in die Imkereien geschickt und erfuhren Besserung oder Heilung, ist aus der Fachliteratur bekannt. Viele Erfahrungsberichte hat Musch inzwischen von Betroffenen gesammelt, die bei ihm in einem besonders dafür ausgestatteten Bienenhaus Bienenvölker für die Api-Air-Therapie nutzen können. Kinder und Erwachsene ab drei Jahren können pro Bienenstock jeweils zehn Minuten inhalieren, nach dieser Zeit müssen die Bienenvölker gewechselt werden, um ihnen nicht zu schaden. Insgesamt dauert eine Anwendung 30 Minuten, drei am Tag dürfen durchgeführt werden mit jeweils einer Stunde Pause dazwischen. Die Durchführung einer Therapie ist nur während der Bienensaison möglich und es sind genaue Anweisungen zu beachten.

Den Fragen der Zuhörer stellte sich Musch anschließend und erklärte, warum Kinder unter drei Jahren nicht an die Inhalationsmasken können, sie schlafen nämlich ein. Die Bienenstockluft hat beruhigende Wirkung, deshalb sollte sich niemand direkt nach der Therapie ans Steuer setzen. Eine Studie soll jetzt wissenschaftlich untermauern, was die Praxis bereits gezeigt hat. Im Bienenzentrum in Bad Königshofen soll die erste Api-Air-Behandlungsstation im Landkreis gebaut werden, war vom Vereinsvorsitzenden Markus Gütlein und Siegbert Ruck zu erfahren. Mit zünftiger Musik mit den Wülfershäuser Oldies gingen die ereignisreichen Imker-Erlebnistage am Sonntagabend zu Ende.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren