Hollstadt
Schule

"Nicht ohne unsere Frau Thewis"

Die Verbandsschule Hollstadt-Wollbach kämpft um die Weiterbeschäftigung einer Quereinsteigerin.
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Martina Thewis (Mitte) bleibt der Verbandsschule Hollstadt-Wollbach auch im kommenden Schuljahr erhalten. Darüber freuen sich der Verbandsvorsitzende Thomas Bruckmüller und Schulleiter Gerhard Krug (von links) genauso wie Nina und André Reich. Die Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens aus Mellrichstadt hatten für Bildungsaufgaben der Schule gespendet. Foto: Stefan Kritzer
Martina Thewis (Mitte) bleibt der Verbandsschule Hollstadt-Wollbach auch im kommenden Schuljahr erhalten. Darüber freuen sich der Verbandsvorsitzende Thomas Bruckmüller und Schulleiter Gerhard Krug (von links) genauso wie Nina und André Reich. Die Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens aus Mellrichstadt hatten für Bildungsaufgaben der Schule gespendet. Foto: Stefan Kritzer
Es war ein Experiment, das durchaus auch hätte schiefgehen können. Schulleiter Gerhard Krug hatte zu Zeiten von 1-Euro-Jobs und Bürgerarbeit eine Quereinsteigerin zur Kinderbetreuung in die Verbandsschule Hollstadt-Wollbach geholt. Mit Martina Thewis ist der Schulleitung hierbei aber ein Glücksgriff gelungen. Die Förderprojekte zur Finanzierung sind zwischenzeitlich jedoch ausgelaufen, jetzt wollen aber weder Lehrkräfte noch Schulleitung und noch viel weniger die Schülerinnen und Schüler auf ihre Frau Thewis verzichten.

Die Spende der beiden Firmenchefs Nina Reich und André Reich aus Mellrichstadt kam gerade recht. Einen Scheck über 500 Euro hatten sie mitgebracht für besondere Projekte an der Verbandsschule Hollstadt-Wollbach. "Alles was mit Schule zu tun hat unterstützen wir gerne", sagte André Reich bei der Übergabe im Lehrerzimmer.
Zum Beispiel eine Fachkraft für die individuelle Betreuung der Kinder. Eine solche hat der Schulverband seit nunmehr drei Jahren. Martina Thewis kam als Quereinsteigerin in die Schule. Sie ist keine studierte Lehrerin, sie ist auch keine Erzieherin oder hat eine ähnlich Qualifikation. Aber sie hat, was vielleicht noch viel wichtiger ist, das richtige Händchen für die Schüler.
Möglich gemacht hat die Einstellung von Martina Thewis das Programm der 1-Euro-Jobs und der Bürgerarbeit. Somit konnte sich die Schule eine kostengünstige Unterstützung leisten. Als gegen Ende des vergangenen Schuljahres diese Art der Förderung auslief, hatte die Verbandsschule ein Problem. Die Finanzierung der Stelle war nicht mehr gesichert. Martina Thewis gehen zu lassen, kam aber auch nicht in Frage. Schon gar nicht nach einer Unterschriftenaktion, die der Elternbeirat der Schule angezettelt hatte.

Sie ist bei Ausflügen selbstverständlich mit dabei und auf dem Schulhof bei Aufsichten. Sie nimmt sich der Sorgen und Nöte der Schüler an und arbeitet gerne mal in Kleingruppen - immer mit Lehrerunterstützung - damit alle im Unterricht mitkommen. Leseförderung, Rechtschreibung, Hilfe beim Rechnen und vieles mehr. "Frau Thewis erleichtert uns den Schulalltag sehr", sagte Schulleiter Gerhard Krug bei der Spendenübergabe. "Sie ist für diese Aufgaben einfach ganz besonders gut geeignet", so der Schulleiter. In der Woche ist Martina Thewis aus Nordheim 25 Stunden an der Schule beschäftigt. Immer vormittags, mittwochs auch nachmittags.
Die Unterschriftenaktion des Elternbeirats vor einem Jahr zeigte Wirkung: Der Schulverband sicherte kurzumwunden zu, Thewis weiterhin zu bezahlen. Aus Schulverbandsmitteln, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. So soll es nun auch im kommenden Schuljahr sein, versichert der Schulverbandsvorsitzende Thomas Bruckmüller, Bürgermeister von Wollbach. "Frau Thewis ist ein Extra für die Bildung an unseren Schulen", so Brückmüller.

"Wenn die Kinder zu mir kommen, dann nehme ich mir gerne mal zehn Minuten und spreche ausführlich mit ihnen", sagt Martina Thewis lächelnd.
Überhaupt lacht sie ausgesprochen gerne und genau das kommt bei den Kindern so gut an. Im nächsten Schuljahr können sich die Schülerinnen und Schüler noch auf ihre Frau Thewis freuen. Die Spende der Firma Reich hilft schon mal ein Stück weiter. Dann, in einem Sommer, muss neu verhandelt werden.
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