Bischofsheim

Jugendliche wurden als Jugendleiter angelernt

Bei einem Schnupper-Wochenende im Schullandheim am Bauersberg konnten Jugendliche aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen schon mal einen Einblick erhalten, welche Aufgaben und Erlebnisse die Arbeit eines kirchlichen Jugendleiters mit sich bringen kann.
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Viele Spiele und praktische Beispiele zeigten den Jugendlichen, worauf es bei Jugendarbeit ankommt. Fotos: Eckert
Viele Spiele und praktische Beispiele zeigten den Jugendlichen, worauf es bei Jugendarbeit ankommt. Fotos: Eckert
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Damit kirchliche Jugendarbeit in den Gemeinden funktioniert, werden engagierte junge Menschen benötigt, die sich einbringen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Jugendgruppen zu führen. Offiziell ist eine Gruppenleitung erst ab 16 Jahren möglich, doch die Realität zeigt, dass häufig schon 14- oder 15-Jährige in die Verantwortung eingebunden werden.

Um interessierte Jugendliche auf eine Gruppenleitung vorzubereiten, bot die Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit Bad Neustadt in Kooperation mit der Regionalstelle in Bad Kissingen eine Schulung im Schullandheim am Bauersberg an. 14 Teilnehmer aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen verbrachten mit den Jugendreferentinnen der Regionalstellen Daniela Englert und Annika Herzog und Praktikantin Sarah Eckert ein interessantes und lehrreiches Wochenende.


Die Schulung mit dem Titel "Sprungbrett" richtete sich an Jugendliche unter 16 Jahren, die in die Aufgaben des Gruppenleiters schon einmal hineinschnuppern wollen. "Es war eine abgespeckte Gruppenleiterschulung, um die Jugendlichen für die kirchliche Jugendarbeit zu interessieren", erklärten Herzog und Englert. Gerade in den ländlichen Dekanaten sei es wichtig, die Jugendlichen frühzeitig an ihre Heimatgemeinde zu binden.

Die Jugend auf den Geschmack bringen
Die 16-Jährigen seien aufgrund von Schule und Ausbildung oftmals gar nicht mehr zu Hause, sodass sie nicht als Gruppenleiter tätig sein können. "Die unter 16-Jährigen sind da und wollen etwas machen." Dieses Potenzial dürfe nicht außer acht gelassen werden, hier schon Grundlagen für eine Gruppenleitung mitzugeben, ist das Anliegen der beiden Jugendreferentinnnen. "Wir wollen ihnen Geschmack auf Jugendarbeit und Gruppenleitung machen. Ideen mitgeben, damit sie sich in die Strukturen vor Ort einbringen können."

Das Schulungswochenende war auch für Englert und Herzog interessant, bekamen sie doch nochmal auf eine andere Weise Einblick in die Gemeinden, zumindest in die, aus denen die Jugendlichen kamen. "Es ist auch unsere Aufgabe, den Gemeinden Hilfestellung zu geben. So erfahren wir, wo möglicherweise Unterstützung benötigt wird." Das Wochenende am Bauersberg gab den Teilnehmern einen Einblick, was es heißt, Jugendarbeit anzuleiten. Schon beim Kennenlernspiel und dem Interview mit Daniela Englert und Annika Herzog waren die Teilnehmer mittendrin. Es wurden Methoden vorgestellt und die Methoden jeweils einer umfassenden Reflextion unterzogen.

Wie wird eine Gruppe motiviert? Wie wird Kleingruppenarbeit organisiert? Wie können Aufteilungen in der Gruppe vorgenommen werden, ohne dass es nach Aufteilung aussieht? Es gab viele Fragen und viele praktische Umsetzungen. Die Teilnehmer waren aber auch gefordert, sich selbst zu reflektieren. Was bedeutet gute Jugendarbeit? Welche Erfahrungen haben sie damit gemacht? Was würden sie gerne umsetzen, was auf jeden Fall vermeiden? Ein wichtiges Thema war der Umgang mit Feedback und Kritik.

Spielen für Fortgeschrittene
Es blieb aber nicht nur in der Theorie, sondern wurde auch ganz praktisch, mit vielen Spielen und Aktionen. So gehörten auch spielpädagogische Grundlagen zu den Inhalten. Daniela Englert und Annika Herzog zeigten den Teilnehmern, was es bedeutet, wenn ein Spiel schlecht vorbereitet ist, Material fehlt, nicht alle mitmachen können und die Leiter selbst noch in Streit geraten. "Die Teilnehmer haben uns das eine ganze Weile abgekauft, bis sie drauf kamen, dass man es so nicht machen soll." Gemeinsam wurde dann erarbeitet, was eine gute Spielanleitung ausmacht. Die Teilnehmer waren aufgerufen, selbst Spiele vorzubereiten und der Gruppe vorzustellen, da war Eigeninitiative gefragt.

Jeder Teilnehmer musste eine Gruppenstunde planen. "Wie fülle ich 60 Minuten?" stand über der Aufgabe. Es musste ein Plan entworfen und in der Gruppe vorgestellt werden. Auch hier ging es wieder um Feedback und praktische Hinweise. Rechtliche Fragen wurden im Laufe des Wochenendes auch angesprochen. Welche Rechte und Pflichten hat ein Gruppenleiter? Auf was ist bei Veranstaltungen zu achten? "Man kann nicht jeden Unfall verhindern, muss aber schon auch eine gewisse Verantwortung wahrnehmen", machte Englert deutlich.

Erlebnispädagogische Elemente rundeten das Wochenende ab. Es gab Kreis- und Bastelübungen, Teamarbeit stand im Vordergrund, um die Anforderungen zu meistern. Da es sich um kirchliche Jugendarbeit handelt, wurde gemeinsam ein Gottesdienst vorbereitet, Lieder ausgewählt und eine Dekoration erstellt.

Die geistlichen Impulse gab Sarah Eckert, die derzeit in der Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit in Bad Neustadt ein Praktikum absolviert. Zum Thema Sprungbrett hatte sie passenden Bibelstellen aus dem Markus-Evangelium ausgewählt, dabei ging es um Vertrauen, dass Gott auf neuen Wegen und bei neuen Aufgabe und Herausforderungen den Jugendlichen zur Seite steht. Sie machte den angehenden Jugendleitern Mut, von ihren Erlebnissen mit Gott zu erzählen und Glauben authentisch zu vermitteln.

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