LKR Rhön-Grabfeld

Hol mal Wasser!

Neues Thema im Freilandmuseum Fladungen
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Ohne Wasser funktioniert eine Mühle nicht. Die neue Führung "wasserarm - wasserreich" macht im Freilandmuseum Fladungen auf die Bedeutung von Wasser einst und jetzt aufmerksam.  Foto: Stefan Kritzer
Ohne Wasser funktioniert eine Mühle nicht. Die neue Führung "wasserarm - wasserreich" macht im Freilandmuseum Fladungen auf die Bedeutung von Wasser einst und jetzt aufmerksam. Foto: Stefan Kritzer
Mal ist es trocken im nördlichen Unterfranken, mal regnet es ohne Unterlass. Was man heute gerne mit dem Klimawandel in Verbindung bringt, das gab es in der bayerischen Rhön schon immer. Lange Trockenperioden und wochenlange Regenfälle. Eine neue Führung durch das Fränkische Freilandmuseum gibt Auskunft darüber, wie Menschen zu früheren Zeiten mit dem kostbaren Nass umgegangen sind.

Den Hahn aufdrehen und das Wasser laufen lassen, das ist eine Erfindung der Neuzeit. Noch nicht einmal 100 Jahre sind die Wasserleitungen alt, die heute Standardausrüstung für jedes Haus sind. Früher wurde das Wasser mit dem Eimer vom Brunnen geholt. Mehrmals täglich. Nur die wenigsten Häuser hatten einen eigenen Brunnen, im Keller oder auf dem Hof. Dementsprechend wurde sorgsam mit Wasser umgegangen, verschwenderisch auf keinen Fall. In der heutigen Zeit ist das mit der Verschwendung so eine Sache.
Erst in der jüngeren Zeit wird dem Wasser wieder mehr Beachtung geschenkt, weil es mit dem Phänomen des Klimawandels verbunden wird. Die Bedeutung des wichtigsten Grundnahrungsmittel wird so den Menschen noch deutlicher vor Augen geführt, in einer Zeit, in der wir heute mehr als 100 Liter Wasser pro Tag verbrauchen. So viel wie nie zuvor. War früher alles besser, weil nicht so viel Wasser verbraucht wurde? "Die Aufforderung 'Hol mal Wasser' an die Kinder war früher alltäglich", sagt Museumsführerin Hermine Fick bei ihrem Rundgang mit zahlreichen interessierten Zuhörern. Beim Internationalen Museumstag gestaltete sie die neue Führung durch das Freilandmuseum zum Thema "wasserarm - wasserreich", die Museumspädagogin Natalie Ungar ausgearbeitet hat. Wasser musste zum Kochen aus dem Brunnen herbei geschafft werden. Oder für das Vieh. Kühe brauchen 40 bis 50 Liter Wasser pro Tag, ein Schwein immerhin noch rund 20 Liter. Wasser hierfür mit Eimern herbeizuschleppen bedeutete richtig viel Arbeit. Im Freilandmuseum gibt es obendrein jede Menge Häuser, die ohne Wasser dem Kern ihrer Bedeutung nicht gerecht würden. Die beiden Mühlen zum Beispiel. Oder das Brauhaus, denn für die Bierherstellung braucht es schließlich Wasser. Für die Mühlen wie für das Brauhaus kommt das Wasser aus der Streu, die mitten durch das Gelände des Freilandmuseums fließt. Flüsse waren seit jeher Lebensadern für die Menschen in Zeiten, als das Lebenselixier noch nicht aus dem Wasserhahn kam. Ein sorgsamer Umgang mit Wasser war in früheren Zeiten Pflicht für die Menschen. Und sollte es auch heute sein.
Die nächsten Führungen zum Thema "wasserarm - wasserreich" finden am Sonntag, 12. Juni, um 14 und 16 Uhr statt. Mehr Infos auf der Homepage des Freilandmuseums unter www.freilandmuseum-fladungen.de. Stefan Kritzer

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