Oberelsbach

Für Klimawandel gerüstet

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten pflanzt klimatolerante Bäume
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Als Dankeschön für die vorbildliche Zusammenarbeit in Sachen Klimaschutz und als regionaler Partner wurden im Bereich der Länzinger Körperschaft junge klimatolerante Bäume durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Verfügung gestellt und publikumswirksam gepflanzt. Das Bild zeigt von link: Forstoberrat Huber Türich, den Vorsitzenden der Länzinger Körperschaft Günter Fellenstein und Klimafachmann Peter Bittermann.  Foto: Marion Eckert
Als Dankeschön für die vorbildliche Zusammenarbeit in Sachen Klimaschutz und als regionaler Partner wurden im Bereich der Länzinger Körperschaft junge klimatolerante Bäume durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Verfügung gestellt und publikumswirksam gepflanzt. Das Bild zeigt von link: Forstoberrat Huber Türich, den Vorsitzenden der Länzinger Körperschaft Günter Fellenstein und Klimafachmann Peter Bittermann. Foto: Marion Eckert
Am 14. Juli fand in Würzburg eine Konferenz mit dem Thema "Dem Klimawandel gewachsen sein - Herausforderungen und Anpassungsstrategien" statt. Die dazu gehörige regionale Wald-Veranstaltung für die Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen fand in Oberelsbach mit der Pflanzung von klimatoleranten Bäumen sowie der Übergabe des neuen Forstwirtschaftsplanes durch den Forstsachverständigen Alexander Griesbach (Freiberg/Sachsen) an den Vorstand der Länzinger Waldkörperschaft Günter Fellenstein, statt.

Forstoberrat Hubert Türich erläuterte die Hintergründe: "Der Klimawandel ist da, ihn wird niemand mehr wegdiskutieren können. Die Erwärmung im Jahresdurchschnitt bis 2100 beträgt in er Rhön mindestens 2 Grad von 7,5 auf 9,5 Grad Celsius.
Wir müssen nicht nur reagieren sondern auch auf die nächsten Jahrzehnte hinaus planen." Die Klimaveränderungen werden Hitzewellen mit einhergehenden Trockenperioden ebenso wie Starkregen-Ereignisse mit sich bringen, wie dies beispielsweise in den Jahren 2014 und 2105 der Fall war. Die Niederschläge in diesen beiden Jahren betrugen nur noch 80 Prozent der Niederschläge, wie in der Vergleichsjahren von 1961 bis 1990. In beiden Jahren sei die Durchschnittstemperatur jetzt schon um zirka 2 Grad höher gewesen wie noch vor 25 Jahren. "Diese Veränderungen bringen für die Forst- und Landwirtschaft starke Veränderungen mit sich, weil sie dem Klimawandel vollkommen ausgeliefert sind", brachte es Türich auf den Punkt.
Die Forstverwaltung forciere das Thema so stark, um rechtzeitig notwendige Weichen zu stellen. "Was jetzt gepflanzt wird, muss mit den neuen Klimabedingungen leben", betonte Türich. Und auch die bereits vorhandenen Baumgesellschaften müssen sich den veränderten Bedingungen anpassen. Hinzu komme die Gefahr, dass durch globalen Handel neue Schädlingsarten eingeschleppt werden, die durch die höheren Temperaturen womöglich einen passenden Lebensraum finden. Heimische Baumarten seien gegen solch neue Schädlinge eventuell nicht gewappnet. Trockenstress in heißen Sommern, länger werdende Vegetationszeiten, weniger Wasser, erhöhte Schneebruchgefahr durch Nassschnee nannte Türich als weitere Belastungen für den Wald.
Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten habe zum Thema Klimawandels seit 1990 verschiedenen Projekte gestartet. Unter anderem sollen den Waldbesitzern Handlungsmöglichkeiten für die künftige Bewirtschaftung ihrer Wälder aufgezeigt werden. Die Länziger Körperschaft in Oberelsbach gilt als ein solches Projektgebiet und wurde von Peter Bittermann, der als Klimafachkraft am Amt beschäftigt ist begleitet. So wurde mit Hilfe finanzieller Förderung des Amtes (50 Prozent der Kosten) durch einen Forstsachverständigen ein Forstwirtschaftsplan aufgestellt. Dieser Plan sei nun Grundlage für die Bewirtschaftung des Körperschaftswaldes in den nächsten 20 Jahren, erklärte Türrich. Der Forstsachverständige Alexander Griesbach habe neben der Analyse des bestehenden Waldes eine Planung für den weiteren klimatoleranten Waldumbau aufgestellt. Der Wald der Länzinger Körperschaft bestehe zwar jetzt schon zu großen Teilen aus klimatoleranten Buchenbeständen. Der Laubholzanteil liege bei 80 Prozent. Es sollen nun zusätzlich Mischbaumarten eingebracht werden, um eine breitere Baumartenpalette zu erhalten. Hauptsächlich geplant seien Eiche und Edellaubholz wie Ahorn, Ulme und Linde. Wie Türich erklärte, solle die Fichte nicht gänzlich verdrängt werden. "Ein guter Mischbestand ist sinnvoll, da sind dann auch 10 bis 20 Prozent Fichten kein Problem." Angepasst worden sei auch der jährliche Hiebsatz, der aber nach wie vor unter dem Zuwachs liege.
"Diese Bestandsaufnahme war wichtig für uns", sagte Günter Fellenstein. "Der Forstwirtschaftsplan ist nun eine gute Grundlage auf der wir sinnvoll und nachhaltig wirtschaften können." Ein Lob gab es von Amtsseite für die Länziger Körperschaft, die sehr gut wirtschafte und nun mit der Erstellung des Forstwirtschaftsplanes vorbildlich für andere Körperschaften sei. Marion Eckert

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