Frammersbach
Guinessbuch

Frammersbach will unbedingt den Weltrekord knacken

Die Frammersbacher haben in den vergangenen Jahren mit kuriosen Weltrekordversuchen für Aufsehen gesorgt. Doch weder ein Faschingszug im Sommer noch ein fast zwei Kilometer langer Hefezopf brachte den Unterfranken den Titel. Nun soll es ein Dirndl-Gaudiwurm richten.
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Symbolbild Foto: dpa
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Die unterfränkische Gemeinde Frammersbach will endlich einen Eintrag ins Guinnessbuch der Weltrekorde. Zweimal hat der 4500-Einwohner-Ort das bereits versucht, zweimal scheiterte er. Nun will es die Faschingsgemeinschaft des Marktes im Landkreis Main-Spessart erneut wagen. Anlass ist das 50-jährige Bestehen der Faschingsgemeinschaft. "Wir planen für den Sonntag einen Dirndl- und Lederhosen-Gaudiwurm durch den Ort", sagte Faschingsvorstand Edmund Mill.

Mehr als 2865 Teilnehmer in Tracht braucht der Zug, um den bestehenden Weltrekord zu knacken. "Ob wir das schaffen, steht allerdings in den Sternen. Im Moment ist die Resonanz noch ein bisschen spärlich." Mill hofft deshalb auf viele Besucher von außerhalb, die bei dem Festumzug mitmachen. Begleitet von Spielmannszügen und der Musikkapelle soll sich der Gaudiwurm fast zwei Kilometer lang durchs Dorf schlängeln.

Der Markt Frammersbach hatte zuletzt von sich reden gemacht, als er mitten im Sommer Fasching feierte. Der Verein hatte sich mit dem Weltrekordversuch - längster Faschingszug im Sommer - allerdings den Unmut des Fastnachtverbands Franken zugezogen. Weihnachten oder Ostern könne man ja auch nicht einfach verschieben und zu anderen Zeitpunkten feiern, hatte Verbandschef Bernhard Schlereth damals gesagt. Die Narren wurden deshalb sogar zunächst aus dem Verband ausgeschlossen.

In der Region kam das Spektakel dennoch gut an. Etwa 6000 Menschen feierten mit den Frammersbachern im Sommer 2011 Fasching. "Die Streitigkeiten im Vorfeld waren für uns eigentlich die beste Werbung", erinnert sich Mill. Diesmal drohe nun kein neuer Ärger mit dem Fastnachtverband. "Das ist ja kein Faschingszug", erklärte Mill.

Bürgermeister hat gar keine Lederhose

Bürgermeister Peter Franz unterstützt die Idee der Faschingsgemeinschaft, obwohl er noch nicht einmal eine Lederhose hat. "Aber bis Sonntag werde ich mir etwas einfallen lassen", sagte der 64-Jährige. Die Aktionen der Vereine des Ortes seien positiv für die Region. "Die lassen sich immer wieder was Neues einfallen. Das ist oft publikumswirksam und macht den Ort bekannter." Nicht umsonst habe der Markt in der Gegend den Spitznamen "Frammersbacher Nänn", was Frammersbacher Narren heißt.

Ob der Trachten-Gaudiwurm am Sonntag genügend Teilnehmer findet, wird ein Notar genau kontrollieren. Sollte das gelingen, würde er das beglaubigte Ergebnis für das Guinnessbuch der Rekorde nach Großbritannien weiterleiten, damit es dort geprüft werden kann. Die Faschingsgemeinschaft Frammersbach hat rund 1100 Mitglieder.

Rekordversuche mit Dirndl und Lederhosen sind nicht selten. Erst im Oktober hatte Bad Schussenried (Baden-Württemberg) mit 2865 Trachtenträgern einen neuen Rekord aufgestellt. Zuvor hatte bis August Straubing den Titel inne. Beim Gäubodenfest nahmen 2779 entsprechend gekleidete Menschen teil. Dirndl und Lederhosen stehen derzeit hoch im Kurs und sind bei Volksfesten beliebt wie nie.
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