Bad Neustadt an der Saale

Fränkische Querfötenklänge von Piccolo bis Kontrabass

Das Querflötenorchester der Kreismusikschule ist einmalig in Franken
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Kaum zu glauben: Auch das ist eine Querflöte. Sie ist rund zwei Meter hoch und ein Kontrabass. Gunda Schwen, Leiterin des Projektchores, baut das Instrument vor der Probe ganz vorsichtig zusammen.  Text/Foto: Hanns Friedrich
Kaum zu glauben: Auch das ist eine Querflöte. Sie ist rund zwei Meter hoch und ein Kontrabass. Gunda Schwen, Leiterin des Projektchores, baut das Instrument vor der Probe ganz vorsichtig zusammen. Text/Foto: Hanns Friedrich
Gunda Schwen, stellvertretende Schulleiterin der Kreismusikschule Rhön-Grabfeld, hat ihr musikalisches Herz an die Querflöte verloren. Sieben Jahre sind es her, dass sie ein Querflötenorchester gründete. Damit hat sie begonnen, ihren Traum vom großen Querflötenorchester umzusetzen.

Mit 18 Frauen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld im Alter zwischen 14 und 50 Jahren hat sich die Besetzung seit Beginn nun mehr als verdoppelt. Was die Instrumente betrifft ist von der kleinen Piccolo-Flöte bis zur rund zwei Meter hohen Kontrabass-Querflöte alles spielbar. Damit ist musikalisch der Grundstock für ein Querflötenorchester gelegt, das durch seinen besonderen Klang bei den Konzerten die Zuhörer begeistert. Das Querflötenorchester der Kreismusikschule Rhön-Grabfeld ist übrigens das bislang einzige in ganz Franken, weiß Gunda Schwen.
Hinter dem Querflötenorchester "Cocopelli" verbirgt sich ein Projektorchester der Musikschule des Landkreises Rhön-Grabfeld. Unter der fachkundigen Leitung von Gunda Schwen treffen hier Flötistinnen mit Spielerfahrung und Spaß zu einem Klangkörper zusammen, der nur aus Querflöten besteht. Der Name Cocopelli ist sicher ungewöhnlich, aber doch schnell erklärt: Das Projektorchester erinnert damit an den indianischen Party-Gott aus Mittelamerika. "Er ist immer mit Flöte dargestellt, soll außerdem Liebe, Glück, Freude, Fruchtbarkeit und Tanz all denen bringen, die sich seinen Flötenklängen öffnen und deren Sorgen er auf seinem Buckel nimmt", sagt Gunda Schwen.
Wer glaubt, eine Querflöte sei nur ein kleines Instrument, so wie man es zum Beispiel von Musikkapellen oder Spielmannszügen kennt, der irrt sich. "Einfach auspacken und los legen, das geht vielleicht bei den kleineren Instrumenten", lacht Schwen und packt die Kontrabass-Querflöte aus. Silberglänzend ist sie ein Instrument, das gute zwei Meter Höhe bringt und ganz vorsichtig zusammen gebaut werden muss. "Das ist unsere neueste Errungenschaft, auf die wir sehr stolz sind", sagt die Leiterin des Projektorchesters.
Während sie das Instrument zusammenbaut, erzählt sie die Geschichte der Querflötenorchester, die weit zurück reicht. Tatsächlich ist diese Form in Deutschland noch nicht bekannt, hat aber große Tradition in Irland. Hier gehört die Querflöte neben Tinwhistle, Fiedel und Harfe zu den Volksinstrumenten. Der weltberühmte irische Flötist James Galway habe einmal erzählt, dass er als Jugendlicher sehr erstaunt war, als er auf das europäische Festland kam und erfuhr. dass Beethoven seine 9 Sinfonien gar nicht für 56 Querflöten geschrieben hat.
So nach und nach wird das Instrument nun auch in Deutschland immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Allerdings gibt es in ganz Franken bislang nur das Querflötenorchester der Kreismusikschule Rhön-Grabfeld, sagt die stellvertretende Schulleiterin nicht ohne Stolz.
In diesen Tagen sind die Flötistinnen dabei Konzerte in Mellrichstadt, Meiningen, Salz und im Jagdschloss Fasanerie Hermannsfeld vor zu bereiten. Da heißt es nicht nur die angesetzten Proben zu besuchen, sondern auch zu Hause mindestens einmal täglich zu üben. Auf dem Programm stehen Musikstücke von Händel, zum Beispiel aus der Wassermusik, von Rossini oder auch "klassische Schlager". Gunda Schwen bringt mit ihrem Orchester aber auch teils unbekannte Stücke der Musikerfamilie Mozart. Dazu gehören Titel von Leopold Mozart, dem Vater von Wolfgang Amadeus, natürlich auch von diesem selbst und ebenfalls Musiktitel von Franz Xaver, dem Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart. Diese Stücke müssen natürlich auf das Instrument "Querflöte" umgeschrieben werden. Teils bekommt man dies in den Verlagen, aber es kommt auch vor, dass Gunda Schwen selbst die Titel umschreiben muss, die allesamt ja für das Klavier komponiert sind.


Konzerte

Es ist vor allem der Klang der Querflöte, der nicht nur Gunda Schwen, sondern auch die Flötistinnen im Orchester begeistert. Vor allem der weiche Klang den man mit einer Querflöte erzeugen kann. Wer dies einmal selbst erfahren möchte, sollte sich die Konzerttermine jetzt bereits vormerken und zwar am Freitag, 26. Februar, um 19 Uhr in der evangelischen Kirche von Mellrichstadt; am Samstag, 27. Februar, um 16 Uhr in der Lebenshilfe in Meiningen; am Sonntag, 28. Februar, um 18 Uhr in der Kirche in Salz und am Samstag, 5. März, um 19 Uhr im Jagdschloss Fasanerie Hermannsfeld bei Meiningen.
Die Mitwirkenden sind sowohl fortgeschrittene Schüler der Musikschule des Landkreises Rhön-Grabfeld als auch erwachsene Wiedereinsteigerinnen, die Spaß am Musizieren haben. Hinzu kommen diesmal auch Flötistinnen der Max-Reger Musikschule aus Meiningen. Lob hat Gunda Schwen für die Kolleginnen aus Meiningen, die sich an dem Projektorchester beteiligen. "Vielleicht lässt sich gar eine engere Zusammenarbeit für die Zukunft aufbauen."

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