Bad Königshofen im Grabfeld

Erneuerbare Energien sind nicht aufzuhalten

Sonne und Wind gibt's überall - die Unabhängigkeit von Importen hat Priorität
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Zur Energiewende gehört auch die Elektro-Mobilität: Einen besonderen Kinoabend mit kleiner E-Fahrzeugschau veranstalteten in Bad Königshofen BBV, BN, Imker und Energie-Initiative.  Foto: Regina Vossenkaul
Zur Energiewende gehört auch die Elektro-Mobilität: Einen besonderen Kinoabend mit kleiner E-Fahrzeugschau veranstalteten in Bad Königshofen BBV, BN, Imker und Energie-Initiative. Foto: Regina Vossenkaul
Mut machen will der neue Film von Regisseur Carl-A. Fechner, "Power to change", den Weg der Energiewende unbeirrt weiter zu gehen und die Nutzung der fossilen Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zu beenden. Es sei technisch möglich, bis zum Jahr 2030 den gesamten Energiebedarf in Deutschland aus erneuerbaren Quellen zu decken, sagt einer der Protagonisten innerhalb des Films, der kürzlich in Bad Königshofen gezeigt wurde.

Eingeladen zu dem Filmevent hatte ein Netzwerk, das in dieser Form zum ersten Mal zusammenarbeitet, weil die Vereine und Verbände viele Schnittmengen haben, wie es der Vorsitzende der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld, Helmut Schwartl, bei der Begrüßung formulierte. Im Workshop "HeimatUnternehmen 2017" in den christlichen Gästehäusern Hohe Rhön im Februar dieses Jahres, hatte die Energie-Initiative die Idee zu einem Kinoevent eingebracht und merkte, dass sich der BBV, vertreten durch Kreisobmann Mathias Klöffel und den Kreisgeschäftsführer Michael Diestel, gerade mit ähnlichen Gedanken befasste. So wurde die Zusammenarbeit vereinbart, wobei auch der Kreisverband der Imker, vertreten durch Annette Seehaus-Arnold, und der BN-Kreisverband mit den Vorsitzenden Susanne Richter und Helmut Bär gleich ihr Mitwirken zusagten.
Die Betreiber des Kinos in Bad Königshofen, die Familie Hahn, nahm den Film in die Rubrik "Der besondere Film" (immer dienstags) auf und zeigte sich sehr kooperativ. Die Organisatoren BBV, BN und Energie-Initiative sponserten jede Kinokarte mit einem Euro, sodass der Eintritt wesentlich weniger kostete, zusätzlich gab es einen Infotisch sowie Schinken- und Honigbrote. Das Highlight waren jedoch die Elektroautos, die von ihren Besitzern gestellt wurden. Viele der mehr als einhundert Besucher interessierten sich für ihre Erfahrungen bezüglich der Alltagstauglichkeit.
Der kürzlich in den Verleih gekommene Film "Power to change" vermittelt viel Hintergrundwissen und stellt Zusammenhänge her zwischen Macht, Geld, Einfluss der Lobbyisten und Kriegen und Krisen im Kampf um die Ressourcen.
Der Unternehmer Amir Roughani, der als Elfjähriger als Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland kam und sich in dem Film auf Spurensuche begibt, ist einer der Hauptdarsteller. Mit Hans-Josef Fell, ehemaliger grüner Bundestagsabgeordneter, Vater des EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) und auch Mitglied in der Energie-Initiative, taucht mehrmals ein bekanntes Gesicht auf, unter anderem, als es um die Ukraine und das Drama rund um den Kampf um Demokratie und die dortige Energieversorgung geht. Wie ist es, wenn man wirtschaftlich absolut abhängig ist von russischen Gaslieferungen und somit von einem Nachbarn, der gerade einen Teil des Landes annektiert hat?
Die Unabhängigkeit von Importen muss eines der wichtigsten Ziele sein, macht der Film klar, denn wer die Energie kontrolliert, hat die wirtschaftliche und somit auch die politische Macht in der Hand.
Die Themen Fracking und Kohleförderung, der in Deutschland ganze Dörfer weichen müssen, werden im Film behandelt, es geht auch um das Klimakiller-Gas Methan, das nicht nur Kühe ausstoßen, sondern auch bei der Förderung von Gas und Öl entweicht. "Wie kann man gegen so etwas Sauberes wie Windkraft sein?", fragt einer der Darsteller. Hier müssten die bürokratischen Hindernisse beseitigt werden, meint er, weil die Energiewende zu langsam vorangeht. Der Klimawandel schreitet voran - die verheerenden Folgen tragen die nachfolgenden Generationen.
Energie einsparen hat Priorität: Wo man sofort und jeder für sich etwas für die Umwelt tun kann, ist der Verzicht auf Flüge und die Reduzierung des Fleischkonsums, heißt es im Film, der auch beleuchtet, wie man Häuser besser dämmen und Dachflächen für die Photovoltaik nutzen kann und dass jede Anfrage bei einer Suchmaschine - und das sind bei Google rund vier Milliarden pro Tag - Energie verbraucht.
Dass nicht alles gut geht, bei den vielen Idealisten, die sich um die Energiewende mit allen Aspekten bemühen, zeigt das Beispiel des Pellets-Herstellers, mit dem der Film beginnt und endet. Einige Rückschläge muss er verdauen, bevor es gelingt gleichmäßig geformte Pellets aus Stroh und sonstiger Biomasse herzustellen.
Regina Vossenkaul


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