"Dörfer ohne Menschen" auch in der Kreuzbergregion? Ganz so prekär ist die Situation gegenwärtig gewiss noch nicht, dennoch machen sich jetzt schon Anzeichen für den Einfluss des Demographischen Wandels bemerkbar: eine zurückgehende und in der Altersstruktur sich verändernde Bevölkerung führt zu Funktionsverlust und Leerstand von Gebäuden und Siedlungsbereichen speziell in den Ortskernen. Wo Kinder fehlen und mehr Menschen aus der Region weg- als zuziehen, wird sich zwangsläufig ein Überhang an Wohngebäuden und Bauflächen einstellen.

Die möglichen Folgen kann man bereits beobachten: steigende Kosten für Haushalte und Kommunen für die Unterhaltung von Wasser- und Abwasserversorgung, ein Wertverlust der als Alterssicherung gedachten Immobilie, eine Verschlechterung der Versorgungsmöglichkeiten mit Gütern des alltäglichen Bedarfs bis hin zu einer regelrechten Abwärtsspirale der
Entwicklung ganzer Siedlungen.

Mit der bewussten Ausrichtung auf die Nutzung innerörtlicher Gebäudepotenziale haben sich die Gemeinden der Kreuzbergallianz, mit der Umsetzung des Projektes Innenentwicklung entschieden, gemeinsam diesen Risiken entgegensteuern. Flächeninanspruchnahme reduzieren, Kosten senken, attraktive Bauflächen anbieten. "Für diese Ziele der Kreuzbergallianz spielen die Eigentümer von Baulücken und leerstehenden Gebäuden eine zentrale Rolle", erklärte Innenentwicklungsberater Christian Seynstahl.

Gleichzeitig liegt es natürlich auch im Interesse der Kommunen, dass freie Grundstücke in bereits erschlossenen Bereichen bebaut oder bestehende Objekte saniert und neu genutzt werden, damit die technische Erschließung (Kanal, Strom, Gas) ausreichend ausgelastet und effizient genutzt wird. Es geht um Kostenersparnisse für die Gemeinden sowie für die einzelnen Bürger respektive Anlieger.

Voraussetzungen sind da
Die Gemeinden der Kreuzbergallianz weisen ein großes Potenzial an möglichen Bauflächen im Siedlungsbestand auf. "Würden diese besser genutzt, können die Innenorte stärker belebt und bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt werden. Zudem lässt sich damit die Ausweisung neuer Baugebiete einsparen, gleichzeitig aber das Angebot an Wohn- und Bauflächen für Interessierte erweitern", so der Innenentwicklungsberater.

Zu Beginn des Projektes "Innenentwicklung" fand im Jahr 2012 bereits eine Erhebung und Bewertung der Innenentwicklungspotenziale in der Kreuzbergallianz statt. Es wurde eine solide Informationsbasis geschaffen, die in den Folgejahren weiter ausgebaut und fortgeschrieben wurde.

Nun soll durch eine erneute Eigentümerbefragung herausgefunden werden, ob seitens der Eigentümer beispielsweise Beratungsbedarf hinsichtlich der Grundstücksnutzung besteht oder ein Verkauf oder eine Bebauung beabsichtigt ist. "Es geht uns darum, sowohl Bauinteressierte als auch Grundstückseigentümer für die Entwicklung der Ortskerne zu gewinnen und nach Möglichkeit auch ganz praktisch zu unterstützen", wirbt der Innenentwicklungsberater für eine aktive Beteiligung möglichst vieler Grundstücks- und Gebäudeeigentümer, vor allem von Leerständen und Baulücken. "Wir werden mit ihnen Kontakt aufnehmen und zu ihren weiteren Planungen beziehungsweise zu ihrer Investitionsbereitschaft befragen."

Die Fragebögen werden durch die Gemeinden der Kreuzbergallianz in den nächsten Wochen verschickt. Das Ausfüllen des Fragebogens ist freiwillig. Die Angaben in den Fragebögen werden streng vertraulich und ausschließlich für diese internen Zwecke verwendet.

Sollten sich Fragen konkret zum Fragebogen oder zum Projekt ergeben, können sich Eigentümer gerne an die für sie zuständige Gemeindeverwaltung oder den Innenentwicklungsberater Dr. Christian Seynstahl wenden. E-Mail: Innenentwicklung@kreuzbergallianz.de, Telefon:
09772-9101-18 oder Mobil: 0151 - 74108436.